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27. November 2009
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Bildungsfinanzierung: Tschechien wendet sich an Privatsektor [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 21. Januar 2009   

Der aktuelle Vorsitzende des EU-Rates Tschechien wolle einen „strategischen Rahmen“ für die Zusammenarbeit im Bereich der Aus- und Weiterbildung in Europa entwickeln, um Wettbewerbsfähigkeit, nachhaltiges Wachstum und Beschäftigungsstrategien in der Union zu stärken, so der Bildungsminister des Landes Ondrej Liska.

Da sich ein großer Teil der EU in einer Rezession befinde und die anhaltend harten Umstände die nationalen Ressourcen auszehren würden, so Liska am Montag (19. Januar 2009) zu den Europaabgeordneten, müsse Tschechien im Rahmen seiner Ratspräsidentschaft neue und breiter gefächerte Finanzquellen insbesondere im privaten Sektor suchen.

Eine weitere Zusammenarbeit im Bereich der Bildung könne erreicht werden, indem Partnerschaften zwischen Bildungsinstitutionen und der Wirtschaft angeregt würden, erklärte der Minister. Er betonte, seine Regierung wolle sowohl die Qualität als auch die Zugänglichkeit von Universitäten verbessern, insbesondere im Rahmen des Bologna-Prozesses zur Errichtung eines Europäischen Raumes der Hochschulbildung bis 2010 (siehe EurActiv LinksDossier).

Die griechische sozialdemokratische Europaabgeordnete Katerina Batzeli, die dem Kulturausschuss des Europäischen Parlaments vorsitzt, begrüßte die Ankündigung und sagte, die Wirtschaftskrise habe gezeigt, wie wichtig „gute Bildungssysteme“ seien.

In einem Bericht des Parlaments, der im Dezember letzten Jahres angenommen wurde, wurde deshalb betont, dass lebenslanges Lernen und die bessere Förderung neuer Fähigkeiten beispielsweise im Umgang mit Medien und IKT nötig sein würden, wenn Europa sein Ziel, bis 2010 eine weltweit führende Position im Bereich Aus- und Weiterbildung einzunehmen, erreichen wolle (EurActiv vom 19. Dezember 2008).

Batzeli warnte jedoch, dass mehr getan werden müsse, damit der Bologna-Prozess ein Erfolg werde. Hinsichtlich der Umsetzung der Bologna-Kriterien bestünden über die Grenzen hinweg noch Unterschiede. Qualifikationen müssten überall in Europa anerkannt werden, meinte sie.

Der tschechische Kultusminister Vaclav Jehlicka sagte den Europaabgeordneten unterdessen, dass für die Kunsterziehung mehr Gelder zur Verfügung gestellt werden sollten, um Innovation und Kreativität zu fördern. Zusammen mit Wissenschaft und Forschung könne die Kunst in Zeiten der Krise eine Quelle der Inspiration sein, erklärte er.

Im März wird Tschechien im Rahmen seiner Ratspräsidentschaft eine Konferenz zu „Kreativität, Gesellschaft, Innovation und die Wirtschaft“ in Prag ausrichten. Die Veranstaltung wurde von Jehlicka als eins der Hauptereignisse des europäischen Jahres der Kreativität und Innovation beschrieben.

Den Startschuss zum europäischen Jahr 2009external gab der EU-Bildungskommissar Jan Figel’ Anfang des Monats (EurActiv vom 9. Januar 2009). 

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