ThemenRubriken
MiniRubriken
CO2-Emissionen aus Kraftwerken zu komprimieren und sie unterirdisch zu speichern ist eines der Verfahren, die zur Bekämpfung des Klimawandels entwickelt werden. Die EU hat eine Technologieplattform zur Schaffung emissionsfreier fossiler Kraftwerke ins Leben gerufen. Ein Rechtsrahmen für die Kommerzialisierung der neuen Technologien befindet sich derzeit in Vorbereitung.
22. November 2007: Die Kommission hat den Europäischen Strategieplan für Energietechnologie (SET) angenommen (siehe EurActiv vom 23. November 2007 und LinksDossier).
23. Januar 2008: Die Kommission hat im Rahmen eines größeren Pakets für erneuerbare Energien und Klimawandel eine Mitteilung über Demonstrationsprojekte für CCS (vorbereitet von der GD Verkehr und Energie) und einen Vorschlag für eine Richtlinie über den Rechtsrahmen (vorbereitet von der GD Umwelt) vorgelegt.
25. September 2008: Im Umweltausschuss soll der Parlamentsbericht über den Rechtsrahmen für CCS angenommen werden. Berichterstatter ist der britische liberale Europaabgeordnete Chris Davies.
Dezember 2008: Mögliche Annahme im Plenum des Europäischen Parlaments.
Im Kampf gegen die globale Klimaerwärmung sind die Regierungen auf der Suche nach technologischen Lösungen, um den Ausstoß von CO2 zu reduzieren. Eine der vielversprechendsten Technologien ist die Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS, auch CO2-Sequestrierung genannt).
CO2-Abscheidung und -Speicherung ist ein Verfahren, bei dem das Treibhausgas aus dem Gasgemisch, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger in Kraftwerken entsteht, abgeschieden und verdichtet wird, bevor es in geologische Formationen oder unter dem Meeresboden gespeichert wird. Wikipedia bietet einen Überblick über das Verfahren der CO2-Sequestrierung
.
Die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der CO2-Abscheidung und -Speicherung sind gründlich erforscht, dennoch ist das Verfahren noch nicht weit genug entwickelt, um eingesetzt werden zu können. Weitere Fortschritte (vor allem im Bereich der Speicherung) sind notwendig und zahlreiche Herausforderungen müssen überwunden werden, ehe CCS voll einsatzfähig sein wird. Weltweit werden derzeit mehrere Pilotprojekte durchgeführt. Laut der internationalen Energieagentur (IEA) könnte dieses Verfahren schon 2015 breitere Anwendung finden, sofern die Pilotprojekte zufriedenstellende Resultate liefern.
Die Hauptakteure in diesem Verfahren sind multinationale Öl- und Erdgaskonzerne (ExxonMobil, Shell, Statoil und einige andere). Die „Karte über Projekte für CO2-Abscheidung und -Speicherung
“ und das Dokument der Europäischen Kommission über „Europäische CO2-Abscheidung und -Speicherungsprojekte
“ bieten eine Übersicht über derzeitige Projekte.
Jüngste politische Entwicklungen in der EU:
Die größten Herausforderungen sind:
Wirtschaftlichkeit des CCS-Verfahrens:
Langzeitsicherheit der CO2-Speicherung – Leckagenrisiko:
Eine der wichtigsten Fragen wird sein, ob das gespeicherte CO2 über lange Zeit unter Verschluss gehalten werden kann. Derzeitige Projekte, wie das Sleipner-Projekt von Statoil, speichern erst seit 1996 CO2 und erlauben daher keine Rückschlüsse auf die Langzeitsicherheit dieser Methode.
Vertrauen der Öffentlichkeit in das Verfahren:
Die öffentliche Akzeptanz ist für die Zukunft des Verfahrens ausschlaggebend. Laut einer britischen Studie (Tyndall 2004
) ist die Öffentlichkeit nur schlecht informiert und eher skeptisch eingestellt. Das CCS-Verfahren landete in der Liste der bevorzugten Energielösungen hinter Wind-, Wellen-, Gezeiten- und Solarenergie, jedoch vor Atomenergie.
Auswahl der Anlagen:
Umsichtige Auswahl der Anlagen sowie optimale Prüfverfahren und Überwachungsinstrumente werden ausschlaggebend für den Erfolg von CCS sein.
Rechtliche und vertragliche Grundlagen:
Derzeit gelten mehrere internationale Abkommen über Meeresschutz und Klimawandel (UNCLOS – das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, das London-Protokoll, OSPAR, Kyoto und andere), die dem Erfolg des CCS-Verfahrens im Wege stehen könnten. Eine wichtige Frage ist, inwieweit gespeichertes CO2 als Abfall einzustufen ist. Für einen Überblick über rechtliche Herausforderungen, siehe den IEA-Bericht
2005.
Haftungspflicht:
Eigentumsrechte und die Frage der Haftungspflicht werden vermutlich zu den größten Herausforderungen zählen. Die offenen Fragen beziehen sich auf Zuständigkeiten im Falle von Leckagen.
Umweltauswirkungen:
Mehr Forschung über mögliche Folgeschäden für die Umwelt durch CO2-Speicherung und mögliche Leckagen ist erforderlich.