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Erneuerbare Energien könnten EU-Marktintegration voranbringen [DE][en

Erschienen: Dienstag 23. Juni 2009   

Erneuerbare Energien könnten die Galionsfigur der Integration regionaler Märkte werden, wenn die Mitgliedsstaaten die Vorteile der Kooperationsmechanismen im Bereich der Gesetzgebung für erneuerbare Energie nutzen würden, so der Präsident von Eurelectric, Lars Josefsson gegenüber EurActiv in einem Interview.

Das bindende Ziel, 20 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken, wie es in der neuen Richtlinie zu Erneuerbaren Energien festgelegt wurde, ist bereits eine große Herausforderung für die Elektrizitätsbranche, die insgesamt 35 Prozent des gesamten Stroms aus erneuerbaren Quellen herstellen werden muss. Das ist ein Anstieg von 15 Prozent, argumentiert Josefsson.  

Weiter erklärte er jedoch, dass die Richtlinie eine weitere Herausforderung darstellt, indem sie das Weiterbestehen 27 verschiedener nationaler Förderrichtlinien für erneuerbare Energien ermutigt, in einer Zeit in der die EU-Gesetzgeber sich geeinigt haben, die Entwicklung des europäischen Elektrizitätsbinnenmarktes zu beschleunigen (siehe EurActiv LinksDossier über die 'Liberalisierung des Strommarktes der EU').

"Mehr als ein Drittel des europäischen Stroms könnte aus dem Markt herausgenommen und in einem marktfernen System abgetrennt werden", argumentiert Josefsson. 
Eurelectric Zahlen zufolge könnten die Mitgliedsstaaten die Kosten der Unterstützung der erneuerbaren Energie bis 2020 um 17 Milliarden jährlich senken indem sie grenzübergreifenden Handel mit erneuerbaren Energien ermöglichen. Deshalb drängt Josefsson die Mitgliedstaaten dazu, die Fördersysteme, erneuerbare Energieprojekte und andere Nachhaltigkeitsprojekte und Flexibilitätsmechanismen der Richtlinie vollständig auszunutzen und sagt, dass sie "den extrem positiven Effekt haben, die regionale Marktintegration zu ermutigen". 

"Außerdem wird das Management der Systemintegration der intermittierenden RES-Elektrizität größere regionale Marktintegration erfordern. Intermittenz könne auch durch größere grenzübergreifende Ströme bewerkstelligt werden, so Josefsson. 

Die Entwicklung von intelligenten Netzen könne entscheidend sein, die Integration großer Mengen an erneuerbaren Energien im Markt zu ermöglichen. 

"Das heutige Stromnetz wurde dazu konzipiert, Stromflüsse von zentralisierten Quellen an feste, vorhersagbare Abnahmestellen sicherzustellen. Diese Netztopologie und operative Logik macht es unmöglich für das Netz einen massenhaften Input einer Vielfalt an verteilten Energiequellen zu akzeptieren". 

Außerdem seien bidirektionale Ströme und bessere Überwachung und Kontrolle der dezentralisierten Energie nötig, um die unterschiedlichen Energieströme zu managen und Standby-Kapazitäten einzuplanen, wenn die Erzeugung von Wind- und Solarenergie schwach sei. 

"Es ist die intelligente Netztechnologie die die Marktintegration begünstigen wird und nicht andersherum", so Joseffson. Obwohl die Kraft intelligente Netze voranzutreiben hauptsächlich in der Hand der nationalen Regulierungsbehörden liege, würde die Branche auch gerne einen harmonisierten, EU-weiten Ansatz sehen, der sich zu einem gewissen Grad durch die dritte Strommarktrichtlinie ergebe, erklärte er.

Josefsson argumentierte, dass die Märkte allein die Investitionen in intelligente Netze nicht eigenständig bezahlen könnten und F&E Initiativen auch notwendig sein würden. 

Die derzeitigen Förderungspläne, darunter Einspeisetarife und quotenbasierte Systeme würden die Aufnahme der erneuerbaren Energien bereits verbessern, werden aber das 2020 EU-Ziel knapp verfehlen, sagte Joseffson. Er argumentierte, dass die alleinige Aufrüstung der Netze bereits zu signifikanten Anstiegen der Energiepreise führen würde. 

"Der Handel in RES-Kraft zwischen den Mitgliedstaaten würde diese Kosten reduzieren, da er den Bau an günstigsten Orten ermutigen wird", so Josefsson. Dies würde von der politischen Unterstützung abhängen, fügte er hinzu und drängte die Kommission zur Revidierung der Richtlinie zu erneuerbaren Energien im Jahr 2014, um zu einem vollständigen Handel erneuerbarer Energien voranzuschreiten.

Außerdem ruft die Stromindustrie die EU dazu auf schnell und konsequent mit der Implementierung des revidierten Emissionshandels voranzuschreiten, um Ausnahmen vom vollständigen Handel zu vermeiden. Ab 2013 wird der vollständige Handel für die Energieerzeuger die Regel sein, obwohl viele Anlagen in den neuen Mitgliedstaaten weiter Lizenzen umsonst bekommen werden. 

Tatsächlich werden wir argumentieren, dass langfristig der Preis für CO2 ein ausrechendes wirtschaftliches Signal setzen wird um RES ohne zusätzliche Subventionen einzusetzen. 

Um das vollständige interview zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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