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Industrie für erneuerbare Energien blickt zuversichtlich auf EU-Ziele für 2020 [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 19. November 2008   

Trotz düsterer Wirtschaftsprognosen erklären die Hersteller von Solaranlagen, Windturbinen und anderen Technologien für nicht-fossile Brennstoffe ihre Bereitschaft, bis 2020 über das Ziel der EU hinauszugehen und mehr als 20% des Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken.

Man könne bis 2020 zwischen 33% und 40% des europäischen Strombedarfs abdecken, abhängig von den Fortschritten bei der Energieeffizienz, sowie 25% der benötigten Wärme aus erneuerbaren Energiequellen gewinnen und den Anteil der Biokraftstoffe auf 10% erhöhen, erklärte Arthouros Zervos, Präsident des Europäischen Rats für erneuerbare Energie (EREC), in einer Erklärung vom 17. November 2008.

EREC hat einen neuen ‚Fahrplan’ entwickelt, der zeigt, wie die Branche bis 2020 deutlich mehr als 20% des europäischen Strombedarfs abdecken könne, wenn die Mitgliedstaaten auch weiterhin ihr Potenzial in diesem Bereich ausbauten und in neue Technologien investierten.

Die Regierungen der Mitgliedstaaten diskutieren derzeit einen Vorschlag der Europäischen Kommission, der am 23. Januar 2008 als Teil eines breiter angelegten Klima- und Energiepakets vorgestellt wurde. Der Vorschlag enthält differenzierte Zielvorgaben für eine zunehmende Verwendung von erneuerbaren Energiequellen für jeden EU-Mitgliedstaat basierend auf seinem BIP pro Kopf.

Da sich die EU nach den Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten auf eine Rezession zubewegt, gibt es jedoch Bedenken seitens einiger Mitgliedstaaten, dass es zu teuer werde, die Ziele zu erreichen. Das gelte besonders, da viele erneuerbare Energien noch vom Staat subventioniert werden müssten.

Doch der EREC meint, dass Investitionen in erneuerbare Energien langfristig bedeutende Erträge einbringen würden und eventuell bis 2020 sogar bis zu zwei Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Die Rezession könne nicht als Vorwand genutzt werden, erst später Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel zu ergreifen. Sie biete ganz im Gegenteil eine gute Gelegenheit, sowohl finanziellen als auch klimatischen Herausforderungen begegnen zu können, so die Gruppe.

Die Europäische Umweltagentur (EUA) meint, dass mit Bioenergie die Zielvorgaben für erneuerbare Energien für den Zeitraum bis 2020 fast zur Hälfte erfüllt und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen der EU bedeutend gesenkt werden könnten. In einem Bericht, der am 12. November 2008 veröffentlicht wurde, erklärt die EUA, dass Bioenergie, die innerhalb der EU erzeugt werde, die Treibhausgasemissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um bis zu 8% reduzieren könne und bis 2030 sogar um bis zu 13%.

Die Biomasseproduktion könnte die allgemeinen Umweltziele der EU allerdings gefährden, wenn versäumt würde, angemessene politische und wirtschaftliche Anreize zu schaffen, warnt die EUA. Umfangreiche Maßnahmen müssten auf lokaler und regionaler Ebene geschaffen werden, um Bodenerosion, Wasserverschmutzung und eine Gefährdung der Artenvielfalt zu vermeiden, erklärte die Agentur.

EU-Energiekommissar Andris Piebalgs besucht derzeit Brasilien, um an einer internationalen Konferenz zu Biokraftstoffen teilzunehmen und um aus erster Hand zu erfahren, welche Nachhaltigkeitskriterien die brasilianischen Biokraftstoffhersteller anwenden.

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