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Die wirtschaftliche Stimmung hat sich im Juni zum dritten Monat in Folge wieder verbessert und ließ in der Hoffnung, dass die schlimmste Rezession seit Jahrzehnten sich wieder leicht erholen könnte, die europäischen Aktien ansteigen.
Die Eurozone fiel offiziell im November letzten Jahres in die Rezession, nachdem ein Abfall des BIP für zwei aufeinander folgende Quartale festgestellt wurde (EurActiv vom 14. November 2008).
Europas Wirtschaft werde sich nicht bis zur zweiten Hälfte des nächsten Jahres erholen, so die Europäische Kommission am 4. Mai und zerschlug damit Vorhersagen, die drei Monate zuvor veröffentlicht wurden, um die Tiefe der Rezession zu zeigen.
Trotz der so genannten "positiven Signale" sagte die EU-Kommission, dass die Wirtschaftleistung der Eurozone um bis zu 4 Prozent in diesem Jahr und im nächsten Jahr um bis zu 0,1 Prozent sinken werde.
Die Europäische Kommission sagt voraus, dass das Schlimmste für die 16 Länder der Eurozone überstanden sei, da einige Berichte bereits Verbesserungen zeigen würden. Allerdings warnen die hochrangigen Wirtschaftsberater, dass das Wachstum schwach sein werde und die Arbeitslosigkeit hoch.
Eine monatliche Studie der Kommission, dem Verwaltungszweig der Europäischen Union, besagt, dass die wirtschaftliche Stimmung in der Eurozone sich unerwartet verbessert hat und zwar auf 73,3 Punkte im Juni, während es im Mai noch 70,2 gewesen sind.
In einem weiteren vierteljährlichen Bericht
der Kommission wird gesagt, dass die Rezession wohl ihren tiefsten Punkt überwunden habe, aber wachsende Arbeitslosigkeit eine Gefahr für erneutes Wachstum darstelle. Der Höhepunkt hier wird erst für nächstes Jahr erwartet.
Das Schlimmste im Bezug auf die Verringerung des BIP habe man überstanden und die Vorhersage für den nächsten Frühling erwarte für 2010eine langsame Erholung, so der Bericht.
Allerdings sagte der EU Kommissar für Währungsfragen, Joaquin Almunia, dass das Wachstum weiterhin niedrig sein werde und die Arbeitslosigkeit weiterhin über die derzeitigen Rekordhochs steigen würde, weshalb Europa Reformen, eine rigorose Bankenaufsicht und politische Koordinierung brauche.
Man könne erkennen, dass Europa nicht das Wachstumspotential habe, das es vor der Krise hatte, sagte er auf einem Finanzforum, das von der spanischen Zeitung Cinco Dias organisiert wurde.
Allerdings hat der Aktienmarkt positiv auf die wirtschaftlichen Daten reagiert, wobei der FTSEurofirst 300 Index um 1,7 Prozent anstieg.
Die wirtschaftlichen Entwicklungen haben sich von schlechten 64,6 Punkten im März verbessert. Nach den Angaben von Reuters, hatten Analysten einen Anstieg auf 70,8 Prozent erwartet.
Man habe einen Umschwung in der wirtschaftlichen Wahrnehmung gesehen. Man habe eine starke Verbesserung im Juni gesehen, die höher als erwartet ausgefallen sei. Dies sei noch immer unterhalb des normalen Niveaus, aber es gehe in die richtige Richtung, sagte Christoph Weil, ein Wirtschaftsexperte der Commerzbank.
Der Wirtschaftsexperte Jörg Angele von der Bayerischen Landesbank sagte, dass die Daten eine langsame Verbesserung zeigen würden und er erwarte, dass die Europäische Zentralbank ihre Zinsen bis Mitte nächsten Jahres weiterhin niedrig halten werde.
Die Kommission sagte, dass die gefühlte Verbesserung vom Dienstleistungssektor, von den Konsumenten und mit Einschränkungen von der Industrie ausgehe. Die Zuversicht stagnierte dagegen im Bausektor und fiel im Verkaufssektor.
Trotzdem sind die Niveaus noch immer niedriger, als auf dem letzten Tiefpunkt Ende des Jahres 1992, so die EU-Kommission.
Die Kommission und Experten sind weiterhin über die Arbeitslosenrate innerhalb der Eurozone besorgt, die im April 9,2 Prozent erreichte, die höchste in zehn Jahren, und weiterhin steigen soll und so die Konsumnachfrage untergraben wird.
Deflationstendenzen
Die Studie der Kommission bestätigte deflationäre Tendenzen in der Eurozone, da die Verbraucherpreise im Mai unverändert blieben und bald sinken sollen. Das EU Statistikamt wird seine Inflationsschätzung der Eurozone für Juni am Dienstag herausgeben.
Die Inflationserwartungen der Haushalte für die nächsten 12 Monate fielen im Juni wieder auf ein Tief von -9 Punkten von bereits nach unten korrigierten -8 Punkten im Mai, was zum dritten Monat in Folge Preisrückgänge bezifferte.
Jedoch sind die Erwartungen für Verkaufspreise unter den Herstellern von -11 auf -12 gestiegen.
Die EZB verfolgt die Inflationserwartungen in Bezug auf ihre politischen Entscheidungen aufmerksam und zielt darauf, ihr Ziel der Preisstabilität der Inflation knapp unter 2 Prozent festzusetzen. Sie hat ihren Leitzins auf ein Rekordtief von 1,0 Prozent gesenkt.
Es sei zwingend erforderlich, dass die Europäische Zentralbank es nicht ausschließe weitere Anstrengungen zu unternehmen, die Wirtschaftsaktivität der Eurozone anzukurbeln, so Howard Archer, Chefökonom bei HIS Global Insight.
Getrennt davon, sagte die europäische Kommission, dass ihr Geschäftsklimaindex von korrigierten -3,11 Punkten für Mai auf -2,97 Punkte im Juni anstieg, was zwar nur marginal über den Erwartungen lag, aber immerhin ein historisches Tief bezeichne.
Die Kommission sagte, dass der Anstieg des Index mehr Optimismus unter den Managern über Produktionserwartungen und vorrätigen Fertigwaren widerspiegle. Jedoch erreichten ihre Ansichten über die Auftragslage, besonders die Exportaufträge neue Tiefs.
Am Montag sagte die Forschungsgruppe Conference Board, dass ihr führender Wirtschaftsindex für die Eurozone um 1,9 Prozent bzw. 95,5 Punkte angestiegen sei.
(EurActiv mit Reuters).