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6. September 2008
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Interview: Karadzics Verhaftung eröffnet den Westbalkan-Ländern neue Möglichkeiten [DE][en][fr

Erschienen: Donnerstag 24. Juli 2008   

Infolge der entschiedenen Maßnahmen, die von der neuen serbischen Regierung ergriffen worden seien, herrsche eine neue, frische Atmosphäre in den Ländern des Westbalkans, so Miroslav Lajcak, der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft für Bosnien und Herzegowina, im Gespräch mit EurActiv.

Lajcak, ein slowakischer Diplomat und EU-Sonderbeauftragter in Bosnien und Herzegowina, sagte, die Nachricht von der Verhaftung des Kriegsverbrechers Radovan Karadzic sei in Sarajewo mit Freude aufgenommen worden und auch in der Republika Srpska – der serbischen Teilrepublik, die rund 49% des Staatsgebiets von Bosnien und Herzegowina umfasst – sei es ruhig geblieben. Er glaubt, dies sei ein wichtiger Schritt für die Aussöhnung innerhalb Bosnien und Herzegowinas und für die Verbesserung der Verständigung mit Serbien.

Der Hohe Vertreter lobte die neue serbische Regierung für ihre Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien sowie für ihr Engagement für die europäische Integration. Er verlieh auch seiner Hoffnung Ausdruck, dass die ganze Region von der neuen Atmosphäre profitieren werde.

Lajcak stellte die Situation in Bosnien und Herzegowina dar und verglich den Balkan mit „einem Wagen mit vier Rädern unterschiedlicher Größe“. Die Räder seien die drei größten Bevölkerungsgruppen des Landes – Bosniaken, Serben und Kroaten – sowie die internationale Gemeinschaft. Er sagte, das größte Ärgernis sei, dass seine Verhandlungspartner aus den drei Gruppen jeweils „nur ihren Teil des Problems sehen und nicht auf die anderen eingehen“. Er verglich seine Arbeit mit der eines Fußballschiedsrichters, der gelbe und rote Karten verteilte, wenn „Regelverstöße begangen werden“. Dabei betrachtete er seine Herkunft aus einem der neuen EU-Mitgliedstaaten, der Slowakei, als Vorteil, da dieses ebenfalls einen Übergangsprozess durchlaufen habe. Er sagte auch, dass er seine persönlichen Erfahrungen weitergeben könne.

Die Einrichtung des Regionalen Kooperationsrats vor einiger Zeit, der Nachfolger des Stabilitätspakts für Südosteuropa, sei ein Zeichen des Vertrauens an Bosnien und Herzegowina, so Lajcak. Er hoffe, der Regionale Kooperationsrat werde die Westbalkan-Länder dabei unterstützen, den Herausforderungen der europäischen Integration zu begegnen. Der Hohe Vertreter der internationalen Gemeinschaft sprach sich deutlich dafür aus, die Perspektive eines EU-Beitritts für die Westbalkan-Länder aufrechtzuerhalten. „Ich sehe keine Alternative dazu“, so Lajcak. 

Um das vollständige Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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