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23. November 2009
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Früher Beitritt zur Eurozone: „Schlechte Idee“ für östliche EU [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 7. April 2009   

Wirtschaftswissenschaftler aus Zentral- und Osteuropa haben gestern (6. April 2009) die Idee des IWF grundsätzlich zurückgewiesen, die nationalen Währungen abzuschaffen und den Euro als schnelle Reaktion auf die globale Rezession einzuführen, so eine Zusammenfassung des EurActiv-Netzwerkes. 

Hintergrund:

Zentral- und osteuropäische Länder haben schnellere Beitrittsverhandlungen zur Eurozone gefordert, um ihre wirtschaftliche Genesung voranzutreiben. Besonders Polen, (EurActiv vom 1. März 2009) aber auch Bulgarien (EurActiv vom 9. März 2009),  sagten sie bräuchten keine Rettungspakete, sondern lieber den Zugang zum Wechselkursmechanismus (WKM II), dem Wartezimmer zur Eurozone.

Jedoch hatte sich die EU bisher noch geweigert, gesonderte Bedingungen für den Beitritt zur Einheitswährung zu erlassen und zog es auch vor, seine krisengeschüttelten neuen Mitgliedstaaten von Fall zu Fall getrennt zu behandeln.

Montenegro, ein EU-Anwärterstaat und seit 2006 vom ehemaligen Serbien und Montenegro getrennt, hatte den Euro unilateral als eigene nationale Währung angenommen.

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Weitere Nachrichten:

Ein durchgesickerter Bericht des IWF, der von den Financial Times am Montag (6. April 2009) zitiert wurde sagte aus, dass die krisengeschüttelten EU-Staaten in Zentral- und Osteuropa es in Betracht ziehen sollten ihre Währungen abzuschaffen und den Euro einzuführen, ohne der Eurozone überhaupt offiziell beizutreten.

Ohne „Euroisierung“ würde ein Umgang mit der Auslandsverschuldung, entgegen wachsendem politischem Widerstand, massive heimische Einsparungen in manchen Ländern erfordern, liest das vertrauliche Dokument, das vor einem Monat geschrieben wurde.

Experten aus den östlichen Mitgliedstaaten der EU, scheinen diese Idee jedoch geschlossen abzulehnen.

Jan Bures, Chefökonom bei der Bank Poštovní spořitelna sagte, dass solch eine unilaterale Annahme des Euro die Probleme der Auslandsverschuldung nicht lösen, sondern höchstens kurzfristig den „Druck“ verringern würde. 

Man könne Wechselkurschwankungen zwar durch eine Einführung des Euro beseitigen, jedoch sei dieser Schritt nicht profitabel, solange man nicht bestimmte Bedingungen erfülle, erklärte Bures.

In Ungarn sagte György Barcza von der K&H Bank, dass die Übernahme des Euro vor dem Erfüllen der Konvergenzkriterien unrealistisch sei und Risiken sowohl für Ungarn, als auch die Eurozone deutlich erhöhen würde, so die ungarische Presse. Barcza fügte hinzu, dass sein Land die Glaubwürdigkeit im Bezug auf die Einführung des Euro verloren habe. Dies sei eine Bedingung, die sich im entscheiden Unterschied zwischen den langfristigen Wechselkursen zwischen dem Forint und dem Euro widerspiegle. 

In Rumänien erklärte Adrian Vasilescu, Berater des Präsidenten der staatlichen Bank, dass eine abrupte Abschaffung der nationalen Währung ein „Großer Fehler“ wäre, berichtet der Fernsehsender Realitatea. Er warnte, dass ein solcher Schritt neue Probleme hervorrufen könnte, so wie die Inflation zu vergrößern und die Preise hochzutreiben. 

Tomas Bartovsky, Pressesprecher des tschechischen Ministeriums für Industrie und Handel sagte, dass er die Veröffentlichung des Berichtes bemerkt hatte, fügte jedoch hinzu, dass er nicht erwarte, dass die Bedingungen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes verändert würden. 

Kommission spielt IWF- Report herunter 

In der Zwischenzeit spielte die EU einen wichtigen Bericht des IWF herunter und bezeichnete ihn als überholt, indem sie sagte, dass die EU bereits viel in der Region getan habe, um die globale Finanzkrise zu bekämpfen. 

Es sehe so aus als wäre dies ein interner einen Monat alter Bereicht. Man habe keine besonderen Anmerkungen zu diesem Bericht zu machen, so ein Sprecher der Kommission auf einer täglichen Pressekonferenz

Von ihrer Seite hatte die Europäische Zentralbank betont, dass die Maastrichtkriterien die hauptsächliche Grundlage für den Beitritt zum Euro seien.

Positionen:

Daniel Daianu, ein Europaabgeordneter aus Rumänien sagte EurActiv Rumänien, dass das europäische Parlament vor kurzem eine Diskussion über einen schnelleren Beitritt in die Eurozone geführt hatte und dass die Meinungen darüber auseinander gingen. 

Auf der einen Seite würde die Annahme des Euros das Wechselkursrisiko eliminieren, auf der anderen Seite kann man von anderen Ländern die der Eurozone beitraten, wie Griechenland, Portugal und Spanien lernen. Diese Länder können ihren Wechselkurs nicht dazu verwenden einige wirtschaftliche Ungleichheiten auszubessern. Alle Berichtigungen müssen auf der Basis von Marktbewegungen stattfinden, der Flexibilität von Gütern und Dienstleistungen, den Märkten und der Arbeitsmarktflexibilität. Wenn es nicht genug Flexibilität gebe, würde dies ohne Zweifel zu einer großen Belastung für den öffentlichen Haushalt werden.

Diesbezüglich habe die Eurozone eine entscheidende Schwäche und dies sei der Grund warum man einen Stabilitäts- und Wachstumspakt habe, der Staaten vorschreibe keine größere öffentliche Verschuldung als drei Prozent für den durchschnittlichen Wirtschaftszyklus zu haben, so Daianu weiter. Man sehe ebenfalls, dass Länder wie Deutschland oder die Niederlande nun dagegen seien, neue Mitglieder in die Eurozone aufzunehmen. 

Deianu zog den Schluss, dass eine verfrühte Einführung des Euro weder das Erscheinungswunder, noch eine universelle Heilmethode sei. 

Auf lange Sicht würde man sogar als Mitglied der Eurozone mit den Problemen der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der rumänischen Wirtschaft zu kämpfen haben. 

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