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3. Dezember 2009
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Weiterer Arbeitsplatzverlust trotz schwindender Rezession [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 15. September 2009   

Die Euro-Zone hat die Rezession beinahe überwunden, sagte die EU-Kommission gestern (14. September). Trotzdem ist die Vorhersage für 2009 immer noch düster, da der steigende Arbeitsplatzverlust im Binnenmarkt weiterhin das Wirtschaftswachstum beeinträchtigt.

Hintergrund:

Nach der amerikanischen Sub-Prime Finanzkrise im August 2007 brachen die Finanzmärkte weltweit ein. In vielen Ländern mussten Zentralbanken mit massiven Finanzspritzen die angeschlagene Wirtschaft in Gang halten, um eine Liquiditätskrise zu vermeiden.

Im September 2008 erreicht die Finanzkrise dann Europa. Auch die europäischen Regierungen sahen sich gezwungen, ihre Banken und Firmen mit Staatshilfe vor drohenden Insolvenzen zu retten. Trotzdem gelang es der Euro-Zone nicht, der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten zu entkommen. Im zweiten Quartal 2008 fiel das BIP im Binnenmarkt um 0,3 Prozent und im ersten Quartal 2009 war der Tiefpunkt erreicht: das BIP sank vierteljährlich um 2,5 Prozent. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres betrug der Verlust sogar 4,9 Prozent.

Der europäische Arbeitgeberverband BusinessEurope (EurActiv vom 7. September 2009) schätzt, dass sich die Wirtschaftlage bis Ende des Jahres stabilisieren wird. Für 2010 sagt der Verband sogar einen leichten Aufschwung voraus.

Dennoch werden die Nachwirkungen der Rezession besonders im Finanzsektor, dem Arbeitsmarkt und den öffentlichen Haushalten noch sehr lange spürbar sein. Laut BusinessEurope wird das europäische BIP dieses Jahr um 3,9 Prozent fallen. 2010 erreicht es dann ein mäßiges Wachstum von 0,7 Prozent.

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Laut der neuesten EU-Zwischenprognose kommt es 2009 insgesamt noch zu einem Wirtschaftsrückgang von 4 Prozent, obwohl sich die Lage im derzeitigen Quartal dank fiskalpolitischer Anreizpläne und konjunkturpolitischer Maßnahmen verbessert hat.

Somit hat die Kommission ihre Wachstumsprognose für die zweite Jahreshälfte 2009 leicht nach oben korrigiert. Im dritten Quartal zwischen Juli und September wird das europäische BIP um 0,2 Prozent wachsen, im letzten Quartal dann um 0,1 Prozent.

Eurostat, das statistische Amt der EU, erklärte, der wirtschaftliche Ertrag in der Euro-Zone sei im Juli um 0,3 Prozentpunkte gesunken. Im Vergleich zu Juli 2008 betrug der Verlust sogar 15,9 Prozent.

„Die EU-Wirtschaft befindet sich an einem Wendepunkt“, so formuliert es die Zwischenprognose der Kommission, die auf Grundlage der aktualisierten Vorhersagen für die sieben größten Wirtschaftsländer in der EU erstellt wurde. Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederland, Großbritannien und Polen erwirtschaften zusammen 80 Prozent des europäischen BIPs.

Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquín Almunia erklärte, die verbesserte Wirtschaftlage resultiere größtenteils aus den „beispielslosen“ Liquiditätsmengen, die von Zentralbanken und Regierungen in die Wirtschaft gepumpt worden waren. Dennoch würde die schwache Konjunktur auch in der Zukunft noch Arbeitsplätze kosten.

„Die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Arbeitsmarkt werden sich noch über zwei oder drei Quartale hinziehen“, sagte Almunia.

Laut den Wirtschaftswissenschaftlern zeigt der fortschreitende Rückgang des EU-Wirtschaftsvolumens im Juli, dass die Wirtschaft im dritten Quartal zwar vermutlich wieder einen Zuwachs verzeichnen wird, die eigentliche Erholung aber nicht besonders nachhaltig ausfallen wird.

Ben May von Capital Economics erklärt: „Der Rückgang von 0,7 Prozent im Arbeitsmarkt der Euro-Zone im ersten Quartal, gefolgt von einem Rückgang von 0,5 Prozent im zweiten Quartal zeigt, dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin in einer Flaute befindet. Diese Entwicklung deutet auch darauf hin, dass das leichte Wachstum von 0,2 Prozent in privaten Haushaltsausgaben im letzten Quartal vermutlich nicht den Beginn eines robusten Wachstums im Verbraucherbereich einläuten wird“.

Konjunkturprogramme gegen die Rezession

Frankreich und Deutschland haben sich beide im letzten Quartal aus der Rezession heraus gekämpft. Es ist jedoch fraglich, ob diese Entwicklung nicht nur die Folge einer starken Nachfrage im öffentlichen Sektor war, die letztendlich wieder zurückgestutzt werden muss, um die Haushalte wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Laut Almunia müssen die fiskalpolitischen Anreizpläne 2009 und 2010 in den europäischen Ländern weiterhin umgesetzt werden. Die Euro-Zone und die EU sollten jedoch eine Ausstiegsstrategie entwickeln, da die Staatsdefizite in den Mitgliedsländern vermutlich höher ausfallen werden, als bisher erwartet.

Laut dem EU-Bericht wird die deutsche Wirtschaft dieses Jahr 5,1 Prozent schrumpfen, eine leichte Verbesserung gegenüber dem Rückgang von 5,4 Prozent, der noch in der Mai-Prognose vorhergesagt wurde. In Frankreich wird die Wirtschaft 2,1 Prozent sinken. Im Gegensatz zu dem im Mai prognostizierten Rückgang von 3 Prozent ist dies ebenfalls eine positive Entwicklung.

Polen, das nicht zur Euro-Zone gehört, wird eines der wenigen europäischen Länder sein, die 2009 ein Wirtschaftswachstum verzeichnen können. Die polnische Wirtschaft wird 1 Prozent ansteigen, in starkem Kontrast zu einem ursprünglich prognostizierten Verlust von 1,4 Prozent.

Spanien, Italien, Großbritannien und die Niederlande werden alle höhere Verluste verzeichnen, als zuvor erwartet. Immerhin wird zumindest die  britische Wirtschaft im dritten Quartal wieder wachsen, so der Bericht der Komission.

Abnehmendes Risiko einer Deflation

Die Inflation in der Eurozone im Jahr 2009 wird 0,4 Prozent betragen. Damit bleibt die Preisentwicklung trotzdem weit unterhalb der 2 Prozent Vorgabe der Europäischen Zentralbank. Und obwohl die Inflationsrisiken mehr oder weniger ausgewogen sind, sei das Risiko einer Deflation durch die erhöhten Rohstoffpreise gesunken, fügte der Bericht der Kommission hinzu.

Anfang des Monats hatte die Europäische Zentralbank noch eine kleinere Schrumpfung in der Euro-Zone und eine höhere Inflationsrate vorhergesagt.

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