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Sarkozy: "Europa braucht Schutz" [DE][en][fr

Erschienen: Montag 13. November 2006   

Zwar sei die Globalisierung für Frankreich kein Verhängnis, jedoch unternehme Brüssel zu wenig, um Arbeitsplätze in Europa zu sichern, kritisiert der französische Präsidentschaftsanwärter Nicolas Sarkozy.

Frankreich sei für das Überleben in der globalisierten Wirtschaft gerüstet, versicherte Nicolas Sarkozy am 9. November 2006, jedoch müssten die Bürger vorbereitet sein, wollten sie zu den Gewinnern der Globalisierung gehören, so der französische Innenminister.

Um von der Globalisierung zu profitieren, müsse man mehr und früher als die anderen in höhere Bildung, Forschung und Wissenschaft investieren. Frankreich könne seine Wirtschaft auch durch niedrigere Einkommenssteuern, um Beschäftigung und Verbrauch zu fördern, oder durch längere Arbeitszeiten ankurbeln. Mit Blick auf die von den französischen Sozialisten eingeführte 35-Stunden-Woche fragte Sarkozy:  „Was hat man von viel Freizeit, wenn man im Gegenzug nicht die Ausbildung der Kinder sichern kann?“. 

Frankreich könne sich jedoch nicht allein der Globalisierung stellen, fügte Sarkozy hinzu. Das Land brauche ein starkes Europa, das die Bürger vor den negativen Auswirkungen der Globalisierung schütze, nicht aber ein Europa, das eine Währungspolitik verfolge, die keine Rücksicht auf Wachstum und Beschäftigung nehme und das mit seiner Wettbewerbspolitik den europäischen Industrien schade, betonte Sarkozy (siehe EurActiv vom 2. September 2005).

Es dürfe nicht länger sein, dass der Begriff „europäische Präferenzen“ als „unverschämt“ bezeichnet würde, wenn doch tagtäglich von amerikanischen, kanadischen, chinesischen oder indischen Präferenzen die Rede sei, kritisierte Sarkozy. Vielmehr müsste Reziprozität die Grundlage der EU-Beziehungen zu anderen Regionen in der Welt bilden.

Die Franzosen hatten im letzten Jahr in einem Referendum die europäische Verfassung auch deswegen abgelehnt, weil sie Brüssel für das Scheitern Frankreichs, Arbeitsplätze gegen die Konkurrenz aus Niedriglohnländern zu schützen, verantwortlich machten.

Sarkozy forderte, Europa solle seine Bürger so schützen, wie es „andere Länder“ auch täten, ansonsten würden Protektionismus und nationaler Egoismus siegen und das europäische Projekt wäre gescheitert. 

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