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22. November 2009
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Europas Bildungssystem 'behindert kreatives Denken' [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 23. Juni 2009   

Europas Hochschulreformen machen die Absolventen weniger kreativ, erklärte Erik Spiekermann, einer der 27 Botschafter des Europäischen Jahres für Kreativität und Innovation, EurActiv in einem Interview. 

Für das komplette Interview klicken Sie bitte hier.

Der Bolognaprozess, der versucht, die akademischen Standards zu harmonisieren und Barrieren der Mobilität für Studenten und Lehrer zu entfernen, konzentriert sich auf die Ergebnisse, anstatt tief greifendes Studieren und kritisches Denken zu ermutigen. 

Bildung sei nicht mehr allein das Lernen. Es gehe um das Erreichen und die richtige Anzahl von Punkten. Alles sei nur auf die Ergebnisse ausgerichtet und dies sei Teil Schuld des Bolognaprozesses, der in ganz Europa stattfindet, sagte er. 

Es sei eine schlechte Abwertung des Universitätssektors sagte Spiekermann, da Studenten dazu gezwungen werden, sich auf eine bestimmte Anzahl von Punkten pro Semester zu konzentrieren und würden "Häkchen machen" um sich für einen Abschluss zu qualifizieren. 

Es sei schrecklich sagte Spiekermann. Er unterrichte an zwei Universitäten und könne dies bereits sehen. Studenten hätten nicht die Zeit zu studieren, da es zu viele Examen gibt. Das Erlernte würde sich nicht festsetzen. Studenten hätten keine Zeit etwas zu erforschen woran sie Interesse hätten und dies sei extrem unkreativ. Kreativität basiere nicht auf Ergebnissen, sagte er. 

Die Kritik wird besonders bei dem Generaldirektorat der Europäischen Kommission schmerzen, das für Bildung und Kultur zuständig ist und die Entwicklung des Bolognaprozess und das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation überwacht. 

Der Botschafter für Kreativität sagte, dass Europa  groß, fett, müde und satt geworden sei und neu erfunden werden müsste. Er sagte, dass es eine enorme Energie im Nachkriegseuropa der 1950er Jahre gab und diese seither verschwunden sei. Indien hingegen sei eine moderne aufstrebende Macht, in der junge Menschen lernen möchten und Dinge verändern wollen. 

Spiekermann, der Teil einer Unbezahlten Gruppe von kreativen Denkern ist, die auch Künstler, Wissenschaftler, Erfinder und Lehrkräfte einschließt, arbeitet derzeit an einem Manifest für Kreativität und Innovation. 

Erste Erkenntnisse sehen vor, dass Bildung zu den wichtigste Kernpunkten gehören wird und Spiekermann hofft, dass das Manifest als ein Aufweckruf wahrgenommen wird. 

Man sage, dass es eine Krise gäbe und dass man die gleiche Art Enthusiasmus wie die Menschen in Indien zeigen müsse. Man müsse diese Energie wieder zurückbekommen und sollte angespornt werden zu lernen. Das Schreiben von Examen sei nicht lernen, es ist Training und es sei ein Konzept aus den 1970ern, so Spiekermann weiter und fügte hinzu, dass es nun genau Methoden geben würde für kreatives Denken. 

Er sagte, dass das Manifest so provokativ wie möglich sein sollte, damit es eine Debatte über die Erneuerung Europas zur Kreativität auslöse. 

To read the interview in full, please click here.  

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