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3. Dezember 2009
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Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation hat begonnen [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 9. Januar 2009   

Angesichts der sich weiter verschärfenden Wirtschaftskrise seien Kreativität und Innovation der Schlüssel zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas und müssten auch über das aktuelle Europäische Jahr hinaus auf der Agenda der EU stehen bleiben, betonten führende EU-Politiker bei der Eröffnungsveranstaltung, die diese Woche in Prag stattfand. Zusätzliche Berichterstattung von EurActiv Tschechien.

Hintergrund:

‚Europäische Jahre’, die bestimmten Themen gewidmet werden, gibt es in der EU seit 1983. 2006 wurde das Europäische Jahr der Mobilität der Arbeitnehmer ausgerichtet, 2007 wurde das Europäische Jahr der Chancengleichheit genannt und 2008 wurde dem interkulturellen Dialog besondere Beachtung geschenkt. Hauptziel dieser Initiative ist es, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für ein bestimmtes Thema zu schärfen und die politische Debatte in der EU anzuregen.

Das ganze Jahr 2009 über wird die Europäische Kommission gemeinsam mit dem derzeitigen Ratspräsidenten Tschechien und dem nächsten Ratspräsidenten Schweden Kampagnen, Veranstaltungen und Initiativen auf Ebene der EU, der Mitgliedstaaten, einzelner Regionen sowie vor Ort organisieren. Die Finanzmittel hierfür werden aus bereits bestehenden Programmen der Gemeinschaft kommen.

Die EU-Kommission ernannte zudem eine Reihe europäischer Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen zu Sonderbotschaftern des Jahres der Kreativität und Innovation. Vorsitzender der Gruppe ist Esko Aho, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Nokia und ehemaliger Premierminister von Finnland.

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Er glaube, das Jahr der Kreativität und Innovation 2009 werde eine Quelle der Inspiration sein. Es solle sich zu ‚einem großen Baum’ entwickeln und nicht als ‚einjährige Pflanze’ enden, meinte Bildungskommissar Ján Figel’.

Die EU solle die derzeitige Wirtschaftskrise dazu nutzen, strategische Ziele sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene zu entwickeln und die Bedingungen für die Entwicklung von Kreativität und Innovation zu verbessern, erklärte der Kommissar.

Die Zeit für Europa sei nie besser gewesen, um Flexibilität zu zeigen, betonte er. Diejenigen, die in Kreativität und Innovation investierten, würden in Zukunft wettbewerbsfähiger sein, als diejenigen, die dies nicht täten, fügten Figel’ hinzu.

Investition in die Zukunft

Die Sonderbotschafter des Europäischen Jahres, die bei der Auftaktveranstaltung anwesend waren, begrüßten den Aufruf des Kommissars, zusätzliche Gelder zur Verfügung zu stellen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Union zu verbessern. Sie schlugen vor, dieses Geld in Bereichen wie der Bildung von Humankapital, der Produktivitätssteigerung und dem Umweltschutz einzusetzen.

Innovation könne dabei helfen, die Herausforderungen des Umweltschutzes zu meistern, erklärte Nokias stellvertretender Vorstandsvorsitzender und früherer Premierminister Finnlands Esko Aho, der der Gruppe der Botschafter vorsitzt.

Aho ermahnte die EU-Länder, in Zeiten der Krise ihre Gelder für die FuE nicht zu kürzen, um kurzfristige Lösungen zu finden. Er betonte, dies wäre ein „großer Fehler“.

Aho nannte Finnland als Beispiel und meinte, er habe Anfang der 90er-Jahre, als er den Posten des finnischen Premierministers innehatte, schwerwiegende Entscheidungen treffen müssen, um das dramatische Negativwachstum von 7% aufzuhalten.

Mit Blick zurück gestand er ein, dass die Reformen in krisenfreien Zeiten nicht durchgeführt worden wären. Krisen seien eine gute Gelegenheit, um voranzuschreiten, sagte Aho und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass Europa die Gelegenheit, die die aktuelle Krise biete, ergreifen werde. 

Bildung von grundlegender Bedeutung

Die Botschafter waren sich außerdem alle einig, dass moderne Bildungssysteme für die Errichtung wissensbasierter Gesellschaften von grundlegender Bedeutung seien. Sie forderten die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen, den Hochschulen und dem Wirtschaftssektor, um die Bildungssysteme auf allen Ebenen zu verbessern.

Positionen:

Radek Špicar, der beim tschechischen Autohersteller Skoda für auswärtige Angelegenheiten zuständig ist, betonte die Bedeutung von Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Wie Esko Aho meinte er, dass die Finanzkrise der beste Zeitpunkt sei, um über Innovationen nachzudenken. 

Er forderte außerdem die Verbesserung der Bildungssysteme, die die Schüler und Studenten auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereiten sollten. Derzeit falle es Unternehmen schwer, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, da junge Menschen nicht über die erforderlichen Fähigkeiten verfügten, sagte Špicar.

Auch die Vermittlung unternehmerischer Fähigkeiten und die Begeisterung von mehr Schülern und Studenten für die Naturwissenschaften sollten zu den Prioritäten der Politiker zählen, meinte der Wirtschaftsvertreter. 

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