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Stellenangebot registrierenWährend Cannes sich darauf vorbereitet, das prestigeträchtigste Filmfestival Europas zum 62. Mal zu veranstalten, hat eine gestern (11. Mai 2009) veröffentlichte Umfrage gezeigt, dass im letzten Jahr eine Rekordanzahl von Filmen in der EU produziert wurden und dass europäische Filme weiterhin hoch im Kurs stehen.
Die Umfrage „Focus 2009: Trends im Weltfilmmarkt”, die von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle (EAO) durchgeführt wurde, wurde gestern (11. Mai 2009) vorgestellt.
Das EU Media Mundus-Programm hilft dabei, die europäische Filmindustrie zu fördern. Die derzeitige Media 2007-Phase gibt EU-Filmemachern 755 Millionen Euro für den Zeitraum von 2007 bis 2013 und half dabei, preisgekrönte Filme wie Slumdog Millionaire (Großbritannien), Gomorra (Italien) und La Vie en Rose (Frankreich) zu fördern.
Letzten Sommer gab die Europäische Kommission bekannt, dass man versuche den Anteil von europäischen Filmen in Drittstaaten zu fördern, damit man Hollywood trotzen könne (EurActiv 11. Juni 2008). Dies soll vor allem durch die „Media International“- Initiative
geschehen, die im Dezember von den Europaabgeordneten angenommen wurde.
Eine Studie
aus dem März der EAO zeigte, dass amerikanische Filme noch immer mit großer Mehrheit den europäischen Markt dominieren würden, aber dass europäische Produktionen ihren Marktanteil erhöhen würden (EurActiv vom 26. März 2009).
Ein weiterer EAO–Bericht aus dem letzten Herbst besagt, dass sich europäische Koproduktionen an den Kassen in den EU-Ländern besser schlagen, als ihre vollständig national produzierten Pendants (EurActiv vom 16. September 2008).
Insgesamt 17 Filme, die zusammen mehr als 3 Millionen an Ko-Finanzierung des EU Media Mundus-Programms
erhalten haben, werden bei den 62. Filmfestspielen in Cannes
gezeigt, dem bedeutendsten Ereignis auf dem europäischen Filmkalender (13. bis 24. Mai 2009). In der Tat haben zehn der zwanzig Filme, die für Preise nominiert sind, EU-Fördermittel erhalten.
Vor dem Beginn des Filmfestivals sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding, dass Europa sicher stellen sollte, dass mehr europäische Filme in den Hauptkinos von Drittländern gezeigt würden, statt nur auf spezialisierten europäischen Filmfestspielen im Ausland.
Es sei gut für europäische Filme Oscars zu gewinnen, aber dies sei nicht genug, so Reding. Man solle sicherstellen, dass sie weit über die kommerziellen Medien verbreitet werden.
Rekordzahl von europäischen Produktionen
Eine Rekordzahl von 1145 Spielfilmen, unter anderem spielfilmlange Dokumentationen, wurden im Jahr 2008 in der EU produziert, der Marktanteil lag bei 28,4 Prozent aller Kinobesuche, so ein Bericht
über Weltmarkttrends in der Filmproduktion, der von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle (EAO) durchgeführt wurde.
Der Besuch von Kinos innerhalb der Union erhöhte sich um 0,5 Prozent und erreichte im letzten Jahr 924 Millionen Besucher. Die erfolgreichsten Filme des Jahres 2008 waren das auf der Musikgruppe ABBA basierende Musical „Mamma Mia“ und der Film James Bond: Ein Quantum Trost.
Im letzten Jahr wurden 112 Filme mehr als im Jahr 2007 produziert, so die EAO. Tatsächlich sind die Produktionsniveaus von vollständig nationalen und mehrheitlich koproduzierten Filmen im letzten Jahr um 10,8 Prozent gestiegen, bei einem jährlichen Zuwachs von 7,1 Prozent seit 2004.
Die hohe Popularität von nationalen Filmen in ihren Heimatländern macht es generell möglich, dass sie einen derart hohen Marktanteil behalten. Französische Filme führten in dieser Hinsicht, da sie einen lokalen Marktanteil von 45,4 Prozent besitzen.
EU verstärkt Förderung
Derweil nahm die EU in der letzten Woche (7. Mai 2009) ein Förderpaket von über 15 Millionen Euro an
, die die weltweite Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen Branche in Zusammenarbeit mit Drittländern fördern soll.
Europaabgeordnete stimmten mit einer Mehrheit von 484 Stimmen für das Förderpaket (16 Gegenstimmen und 25 Enthaltungen) der nächsten Phase des Media Mundus Programmes der EU, um den europäischen Film zu fördern. Der Bericht wurde von der deutschen EVP Abgeordneten Ruth Hieronymi angefertigt.
Das Programm für 2011 bis 2013 sieht die Förderung von internationalen professionellen Kollaborationen und den Informationsaustausch durch Training und Stipendien vor. Das Ziel ist es, die Profis der Branche in Europa und in Drittstaaten besser zu vernetzen.
Media Mundus ist dafür bestimmt, den Zugang zu ausländischen Märkten zu verbessern und dafür, Vertrauen und langzeitliche geschäftliche Beziehungen aufzubauen, sowie die Wettbewerbsfähigkeit und die transnationale Verteilung von Filmen zu erhöhen, was internationale Koproduktionen einfacher machen wird.
Es möchte ebenfalls:
• Die Zirkulierung und Zurschaustellung von audiovisuellem Material weltweit verbessern und öffentliche Nachfrage, besonders unter jungen Zuschauen aufgrund eines kulturell vielfältigen Inhaltes verbessern.
• Dazu beitragen gemeinsame Koproduktionen zwischen EU und Drittstatten zu ermöglichen, indem man den Zugang zu Finanzierung verbessert.
• Verbesserung der transnationalen Filmverteilung durch finanzielle Unterstützung für den Druck, die Erstellung von Untertiteln sowie für die Werbung.
• Die Förderung neuer Technologien, wie zum Beispiel Web TV.
Am 15. Mai wird die Europäische Kommission einen Informationstag für das Medienprogramm für Kinoprofis in Cannes abhalten.
Bei einer Rede vor der Abstimmung letzte Woche sagte die deutsche mitte-rechts Abgeordnete Ruth Hieronymi (EVP), parlamentarische Berichterstatterin für das Media Mundus Programm, kulturelle Arbeiten sollten nicht nur als kommerzielle Güter verwendet werden, denn sie seien ein Überträger einer gemeinsamen europäischen Identität. Media Mundus reagiere auf den Bedarf der Unterstützung der Filmindustrie als Motor des interkulturellen Dialogs in einer Zeit der Globalisierung der Märkte und neuer Technologien.
Media Mundus helfe Europa ein Gesicht zu geben und projiziere die Idee eines Europäischen Traumes. Der amerikanische Traum sei seit Jahrzehnten über den Film projiziert worden. Es sei nun an der Zeit für die Europäer, das gleiche zu tun, so die deutsche Abgeordnete Doris Pack, auch von der EVP-Fraktion.
Die österreichische sozialdemokratische Abgeordnete Christa Prets begrüßte den Film Slum Dog Millionaire als Beweis, dass Filmemacher in der ganzen Welt erfolgreich über die Grenzen hinaus zusammenarbeiten können und fügte hinzu, dass die Media Mundus Finanzierungsprogramme es Fachkräften erlauben werden mit den technischen Veränderungen Schritt zu halten, die die Wirtschaft so drastisch beeinflussen.
Die EU-Medienkommissarin Viviane Reding sagte, dass Media Mundus sich darum drehe Geschäftsideen, Gelegenheiten und Stellen schaffen, aber vor allem die kulturelle Vielfalt zu fördern.
Die internationale audiovisuelle Landschaft habe sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark geändert, besonders durch die Auswirkungen von technischen Entwicklungen wie Video-on-Demand, Internetfernsehen oder mehrkanäligem Digitalfernsehen. Dies habe wachsende Nachfrage nach mehr audiovisuellen Inhalten geschaffen und man müsse alle diese Technologien mit neuen aufregendem Inhalt füllen.
Sie glaube, dass Media Mundus die richtige kulturelle Antwort auf diese globale technische Herausforderung sei. Der Erfolg des aktuellen Medienprogramms und von Media International hätten gezeigt, dass es einen Bedarf an einer Fortsetzung gebe, es sei Zeit global zu werden. Sie erwarte, dass die EU-Bürger die Ergebnisse ihrer Anstrengungen sehr bald in einem Kino in ihrer Nähe sehen werden können.