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3. Dezember 2009
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Nächster Kommissionspräsident muss Innovation verteidigen [DE][en][fr

Erschienen: Montag 8. Juni 2009   

Die EU-Kommission sollte ihren nächsten Präsidenten damit beauftragen, eine harmonisierte Innovationspolitik zu fördern, um die fragmentierte Innovationsinfrastruktur zu reparieren und von Investitionen in die Forschung zu profitieren, so ein hochrangiger Mitarbeiter in der Chemieindustrie.

Hintergrund:

Innovation ist zu einem wichtigen Schlagwort in den letzten Jahren in europäischen Politikkreisen geworden, was seinen Höhepunkt darin erreicht hat, dass das Jahr 2009 von der zum Europäischen Jahr der Innovation und Kreativität ausgerufen wurde (Siehe EurActiv LinksDossier). Innovationspläne wurden für die meisten Konjunkturpläne der Mitgliedsstaaten erarbeitet. 

Trotzdem hat es Probleme gegeben, das es andscheinend Versagen bei der Koordinierung der Innovationspolitiken auf einer globalen Ebene gäbe. Ähnliche Probleme werden regelmäßig von Europaexperten in diesem Feld genannt, bei denen es vor allem zu Konflikten von verschiedenen Initiativen zwischen den EU-Staaten kommt. 

Das Bericht “Stimulating Innovation”, der im Juli 2009 vorgestellt werden soll, besagt dass während die G20-Staaten mehr als 200 Milliarden für Innovationen ausgegeben wurden und dass es einen Mangel an gemeinsamen Nachdenken gegeben hätte, wie man diese Pläne umsetzen sollte (EurActiv vom 4. Juni 2009). 

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Weitere Nachrichten:

Dr. Wolfgang Plischke, ein Vorstandsmitglied der Bayer AG und Vizepräsident des Chemiebranchenlobbyisten CEFIC sagte, dass Europa alle Zutaten für eine schlüssige Innovationspolitik habe, allerdings sei ein einheitliches Regelwerk von Nöten. 

Auf einer Konferenz über Innovationspolitik und die Klimakrise sprechend, die von ENDS Europe veranstaltet wurde, sagt er dass die Bereitstellung für mehr Mittel in existierende Forschungsprogramme nicht viel verbessern würde, solange nicht das politische System reformiert sei. 

Innovation braucht einen Fürsprecher auf der höchsten Ebene. Der nächste Kommissionspräsident sollte die Innovationspolitik leiten und nationale Regierungen dazu ermutigen, zusammenzuarbeiten, so Plischke.

Plischke sagte außerdem, dass die EU genügend Forschungsinitiativen habe, aber Mangel in gemeinsamen Ansätzen. Wenn man 27 verschiedene Ansätze habe, würde dies nicht helfen. Innovative Lösungen zu finden würde auch nicht immer Forschung voraussetzen, so Plischke weiter. 

Nach den Angaben des Spezialisten der Chemieindustrie ist der Anteil von Forschung und Entwicklung der für Innovation ausgegeben wird gering und es sollte ein größerer Schwerpunkt auf die Zusammenführung von Ideen gelegt werden, die dann Früchte tragen. Er betonte auch, dass die Industrie sich nach einem zuverlässigen Regelwerk sehne, damit zukünftige Projekte besser entwickelt werden können. 

Die Situation richte sich ständig nach der Situation in den Mitgliedsstaaten. Man rufe die Kommission dazu auf, ihre Politik zu harmonisieren, sagte Plischke.

Positionen:

Gert-Jan Koopman, Direktor des Generaldirektorats Europäischen Kommission für wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten sagte, er sei über die Idee ein wenig besorgt, dass Brüssel die Innovation in den Mitgliedstaaten und der Industrie koordinieren sollte.  

Er sagte, dass die Kommission daran festhalten solle worin sie gut sei, fügte aber hinzu, dass die anstehende Umstrukturierung der Lissabonagenda einen frischen Blick auf das so genannte Wissensdreieck der Forschung, Bildung und Innovation beinhalten sollte. Koopmann sagte, die Wirtschaftskrise bedeute auch, dass die EU ihren Ansatz im Bezug auf Beschäftigung, das Altern der Gesellschaft und der Umwelt überdenken müsse.

Man brauche sehr viele immer knapper werdende öffentliche Gelder auf, also sei es wichtig, dass man dieses Geld mit Nachhaltigkeit verknüpfe, argumentierte er.
Er sagte, dass die Gestaltung der richtigen Finanzanreize entscheidend sein werde, um nachhaltige Produkte und Dienstleistungen über die Grenzen hinaus zu fördern.

Diese Anreize, sollten quer über die EU verteilt sein, um Fragmentierung zu vermeiden. 

Doreen Fedrigo, politische Koordinatorin beim Europäischen Umweltbüro sagte, dass der Dialog über Innovation und Kreativität ausgeweitet werden sollte. Sie sagte es sei wichtig die Beziehung zwischen der Technologie und dem menschlichen Verhalten in Betracht zu ziehen.

Wenn man sein Verhalten nicht ändere riskiere man den potentiellen Gewinn aus der Technologie zu verlieren. Teil der sozialen Innovation die man brauche sei, die Bürger in die Entwicklung der Politik mit einzubeziehen.

Fedrigo betonte, dass kleine  schrittweise Veränderungen an den existierenden Systemen der Produktion und des Konsums nicht ausreichend sein würden. Die Debatte solle sich statt auf Effizienz auf „Suffizienz“ konzentrieren und die Bürger sollten anfangen müssen, ihren gerechten Anteil an den verfügbaren Ressourcen zu nutzen.  

Man müsse anerkennen, dass man nicht weiter den Pfad entlang gehen könne auf dem man sich derzeit befinde. Man müsse den Wandel zu einer „post-konsumatorischen“ Gesellschaft schaffen und dies werde praktische Dinge umfassen, wie die Erleichterung den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen und da es billiger sei zu fliegen als den Zug zu nehmen bekämen die Bürger falsche Signale.

Alessandro Vitelli, Direktor von IDEAcarbon, einer Beratungsfirma über CO2-Finanzierung sagte, dass die Märkte eine wichtige Rolle spielen würden, wenn es um die Richtungsweisung für nachhaltige Innovation gehe. 

Die Märkte seien der führende Mechanismus für das Herauskommen aus der Krise. Märkte seien hässlich – Menschen würden Geld verlieren und Geld gewinnen – aber sie seien ein effizienter Weg, den Wandel zu einer CO2-armen Wirtschaft zu bewerkstelligen, sagte er. 

Vitelli sagte, dass e seine Tendenz gebe, die Tatsache zu ignorieren, dass die Entfernung des CO2 aus Produkten zwar schwierig und teuer sein werde, jedoch wiederholte er, dass die Märkte den wettbewerbsorientiertesten Weg finden werden, um dies zu tun. 

Der globale CO2-Handel werde einer der größten Märkte überhaupt werden. Nun dass die Umwelt einen Preis habe, werde sich dies auf die Produktionskosten auswirken und den Verbrauchern erlauben, informierte Entscheidungen zu treffen. Er fügte hinzu, dass Politiker den Markt regulieren müssten, um ein ebenes Spielfeld für CO2-arme und CO2-lose alternative Energien zu schaffen. 

Luigi Meli, Generaldirektor von CECED, das die Hersteller von Haushaltselektronik repräsentiert sagte, dass die Innovation Europa helfe aus der Krise herauszufinden. 
Innovation müsse auf den politischen Prozess angewandt werden. Es sei nicht ausreichend, nur über Innovationspolitik zu sprechen. Innovation müsse Teil der Entscheidungsfindung und der Implementierung sein, sagte er. 

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