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26. November 2009
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OECD kritisiert universitären Konservatismus [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 31. März 2009   

Dem Vorsitzenden des Zentrums für Bildungsforschung und Innovation bei der OECD zufolge, seine traditionelle universitäre Fakultäten zu konservativ und stünden dem Fortschritt, bei der Entwicklung zu einem innovativeren Bildungssystem in Europa im Weg.

Hintergrund:

2009 ist das Jahr der Innovation und Kreativität  (EYCI). Das einjährige Programm wird eine Reihe von Veranstaltungen anbieten, die von der Europäischen Kommission betreut werden.

Als Teil des EYCI, veranstaltet das European Policy Centre eine Serie von Debatten über Innovation, die Wissensgesellschaft, und Bildung.
Einige andere Veranstaltungen werden über die Mitgliedsstaaten verteilt organisiert, so wie das hochrangige „University Business Forum“, dass das versuchen soll die Kooperation zwischen Bildung und der Industrie zu verbessern (EurActiv vom 6. März 2009).

Die Qualifikationsengpässe waren einer der wichtigsten Tagespunkte bei der Diskussion auf dem European Business Summit letzte Woche in Brüssel, auf dem Geschäftsleute über die wachsenden Qualifikationsdefizite gesprochen hatten, die es für Arbeitgeber schwierig machen Millionen von Arbeitsplätzen zu besetzen und adäquate Kandidaten mit der richtigen Ausbildung zu finden (EurActiv vom 27. März 2009). 

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Weitere Nachrichten:

Dirk Van Damme sagte, dass das derzeitige System der Aufteilung des Wissens in Fakultäten aufgelöst werden solle, wenn Europa es zu einem neuen Hochschulsystem bringen wollte, dass Studenten mit kritischen Fähigkeiten ausstatte.

Man solle Fakultäten abschaffen, denn sie seien das konservativste Bollwerk gegen Wandel überhaupt. Europa müsse einen radikalen transdisziplinären Ansatz finden, da die meisten interessanten Geschehnisse am den Grenzen der Disziplinen stattfänden, so Van Damme.

Bei einer Debatte des European Policy Centre über Kreativität in Klassenzimmern, die Teil des Europäischen Jahrs der Innovation und Kreativität war, sagte Van Damme, dass der wirtschaftliche und soziale Fortschritt in Europa von seinem Bildungssystem abhänge. 

Im Vergleich zu Japan oder sogar China seien europäische Schulen viel innovativer. Japan würde Hierarchie und Respekt vermitteln, während europäische Schulen das Hinterfragen von der Konventionen lehren würden.

Man habe den Bildungserfolg in Europa verbessert und habe noch immer mit der Revolution der Bildung zu kämpfen. Sollte man zur nächsten Stufe der Entwicklung übergehen, dann müsste dies neu entdeckt werden, so Van Damme.

Trotzdem zeigte er sich besorgt, dass die Bildungsminister in der EU  immer stärker versuchen würden mehr und mehr Informationen in die Lehrpläne zu pressen und dass ein ausgeglichener hingegen Ansatz hier die bessere Lösung wäre.

Er erwähnte ebenso die Bedeutung der Bildungsqualität und die der Ausbildung von Lehrern und warnte, dass der Druck zu mehr Innovation in der Bildung zu nichts führen würde, wenn der Schwerpunkt nicht auf die Entwicklung von Exzellenz gelegt. 

Positionen:

Lluis Martínez-Ribes, Dozent der Abteilung für Marketing Management an der ESADE Business School in Barcelona sagte, dass es Zeit wäre, alte Definitionen der Wissensdefinition zu überdenken. Die Grenzen zwischen den Fächern seien heutzutage viel verschwommener. In der Vergangenheit herrschte darüber Konsens, was Ingenieurs-,  Rechts-, und Naturwissenschaften waren. Heute wiederum studierten Marketingstudenten Philosophie, Soziologie, Neurowissenschaften und Kultur, um den Hintergrund ihrer Studien zu verstehen.

Die Grundsatzrede auf der EPC-Debatte wurde von Odile Quintin, Generaldirektorin für Bildung und Kultur bei der Europäischen Kommission gehalten. Sie sagte, dass die Kommission es in Betracht zöge zu messen wie Schulen in ganz Europa Innovation förderten. Man erforsche gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten, ein Bewertungssystem einzuführen, das aufzeige wie Bildungssysteme Innovation und Kreativität fördern könnten.

Quintin gab bekannt, dass Europa eine Alternative zu den Shanghai-Rankings der weltbesten Universitäten vorschlage. Europa hat nur zwei Universitäten die unter den zehn ersten Plätzen rangieren, jedoch sagte Quintin, dass sich das Shanghai-System nur auf Leistung im Bereich der Forschung beziehe und man über alternative Kriterien nachdenke, wie zum Beispiel die Rolle der Universitäten in ihrem regionalen und lokalen Umfeld. Interkulturelle und soziale Fähigkeiten seien in der modernen Welt sehr wichtig und gehörten für sie zur Leistung dazu.

Sie hoffe, dass die EYCI-Botschafter ein Manifest mit grundsätzlichen Ideen erstellen würden, das zu einer gemeinsamen Strategie für die Zukunft der Innovationspolitik beitrage.

Eduardo Marçal Grilo, ein Mitglied im Verwaltungsrat der Gulbenkian Foundation betonte die Wichtigkeit der Allgemeinbildung und des Lesens, anstelle des alleinigen Schwerpunktes auf Spitzenqualifikationen.

Man rede über Kreativität und Innovation und all die neuen Fähigkeiten, die die Bürger der EU haben sollten, aber man vergesse die Grundbildung von Schülern in Schulen. Er stimme nicht damit überein, dass Fähigkeiten wichtiger seien als Wissen. Ohne Mathematik und der Fähigkeit seine Muttersprache einzusetzen, habe niemand gute Fähigkeiten, so Grilo weiter.

Man rede zuviel über neue Informations- –und Kommunikationstechnologien. Die Menschen die Bücher läsen seien viel empfänglicher für das Lernen.
Grilo, ehemaliger portugiesischer Bildungsminister fuhr fort, dass der Wille konventionelles Wissen zu hinterfragen und Risiken einzugehen, das sei was Schüler bräuchten um sich zu entwickeln.

Man brauche kein bestimmtes Fach auf dem Lehrplan, um sich mit Innovation zu beschäftigen. Was man brauche sei eine Besinnung auf die Grundlagen. Man sollte ihnen Prioritäten einräumen, so der ehemalige Minister weiter. 

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