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Stellenangebot registrierenEs ist das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation, aber die Rezession greift neue Patentmeldungen an und Experten sagen, das Schlimmste stehe noch bevor.
2009 ist das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation, im Rahmen dessen eine Reihe von Veranstaltungen in ganze Europa stattfinden, um das besondere Jahr zu begehen (EurActiv vom 26. Februar 2009). Der erste Europäische Innovationsgipfel fand diesen Monat in Brüssel statt.
Innovation ist zu einem zentralen Thema in der EU geworden. So hat der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, etwa versprochen, die Innovationspolitik zu verbessern (EurActiv vom 23. September 2009).
Neben diesem Schritt findet auch eine Debatte um einen Ersatz der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung statt, wobei Innovation höchstwahrscheinlich eine starke Rolle in einer Ersatzstrategie spielen wird. Die EU-Exekutive kündigte im September an, dass sie bis Anfang 2010 ein Europäisches Innovationsgesetz vorlegen wird.
Patentanträge werden oft als einfaches Mittel zur Messung von Innovation verwendet. Unternehmensverbände haben sich für eine Überarbeitung des Systems zum Schutz der Rechte des geistigen Eigentums ebenso wie für ein Europäisches Gemeinschaftspatent ausgesprochen, aber es sind nur geringe
Fortschritte gemacht worden. Vorläufige Zahlen für die ersten beiden Monate des Jahres 2009 zeigten einen Rückgang der Patentanträge um 7% (EurActiv vom 30. April 2009).
Das Europäische Patentamt (EPO) hat vorläufige Zahlen bekannt gegeben, die für das Jahr 2009 einen Rückgang der Patentanträge zeigen. Der Rückgang begann Ende 2008 und hielt in den ersten 10 Monaten dieses Jahres weiter an.
Ein Sprecher sagte jedoch, die Zahlen seien nicht so dramatisch, wie einige bei Ausbruch der Krise befürchtet hatten. „Wir sind unter dem Niveau vom letzten Jahr, aber nicht so stark, wie man am Anfang der Krise hätte befürchten könnten“, sagte er und fügte hinzu, dass sich ein klares Bild erst am Ende des Jahres ergeben wird, da es erhebliche monatliche Schwankungen in der Anzahl der Anträge gegeben habe.
„Es ist sicherlich richtig, dass das gemischte Bild, das wir Ende 2008 gesehen haben, auch auf 2009 weiterhin zutrifft”, so das EPO
– und das trotz eines beispiellosen Vorstoßes der politischen Ebene, Innovation in den Mittelpunkt der Wachstumsstrategie der EU zu stellen.
Während die Zahlen vielleicht düster aussehen, stellten Experten bei einer Konferenz der EPO in Wien zu Beginn des Monats eine extreme Prognose auf, als sie sagten, dass neue Patentanträge wahrscheinlich weiterhin zurückgehen würden, selbst wenn sich die wirtschaftliche Situation verbessert.
Zeitverzögerung bedeutet weiteren Rückgang an neuen Patenten
Gerard Torres vom United States Patent and Trademark Office (USPTO) sagte, eine Analyse der bei seiner Organisation eingegangenen Patentanträge zeige, dass es normalerweise eine Verzögerung von etwa einem Jahr zwischen einer Rezession und ihren Auswirkungen auf Patentanträge gebe.
„Die jetzige Rezession ist so gesehen typisch, da die monatlichen Anträge bis Ende 2008, Anfang 2009 keine Schwächen zeigten. Dies könnte bedeuten, dass uns das Schlimmste in Bezug auf einen Rückgang der Patentanträge noch bevorsteht. Die Gesamtzahl der Patentanträge wird voraussichtlich um ungefähr 1-2% zurückgehen“, sagte er.
Die EPO gab zu, dass sich in Europa ein ähnliches Bild bietet, sodass die volle Auswirkung der Rezession auf Patentanträge noch für einige Zeit nicht absehbar sein wird. Ein Sprecher sagte, Unternehmen richteten sich bei einem Antrag in mehreren Ländern nach einer Reihe von Verfahren, deren Ablauf einen Zeitraum von 12 bis 32 Monaten umfassen könne.
„Wir könnten das Gesamtbild über den Einfluss der Krise auf die Patentaktivität erst später im Jahr oder vielleicht sogar erst im nächsten Jahr erhalten”, sagte ein Sprecher.
Finanzielle und örtliche Fragen schädlich für Patente
Torres wies außerdem darauf hin, dass der Rückgang der Patentanträge an den Rückgang des internationalen Handels statt am wirklichen BIP gekoppelt ist.
Diese Ansicht wurde auch von Hans Lööf von der Königlich Technischen Hochschule Stockholm vertreten. Er sagte, dass Schwankungen bei Patentanträgen an den Zugang zu Finanzierung gekoppelt seien, und dass Firmen mit geringer Liquidität dem wirtschaftlichen Klima besonders ungeschützt ausgesetzt seien.
Er sagte, die Patentaktivität werde während und nach den Phasen einer schrumpfenden Wirtschaft von der internationalen Finanzwelt beeinflusst, sei aber in Zeiten der Expansion unabhängig von der Wirtschaft.
Kevin Scally vom University College Cork in Irland sagte, örtliche Faktoren müssten berücksichtigt werden, wenn Entscheidungsträger Patentstatistiken prüfen.
Am Beispiel der eingegangen Anträge von Kleinunternehmen am USPTO zeigte Dr. Scally, dass sich trotz einer Verbesserung der irischen Leistung beim European Innovation Scoreboard (EIS) die Zahl der Patentanträge von irischen Kleinunternehmen im selben Zeitraum nicht wirklich erhöht hat.