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Unternehmergeist in Europa[en][fr

Erschienen: Mittwoch 11. August 2004    | Aktualisiert: Dienstag 22. Mai 2007   

Nach einem langen Konsultationsverfahren zu dem 2003 veröffentlichten Grünbuch zum Unternehmergeist veröffentlichte die Kommission im Februar 2004 einen Aktionsplan für Unternehmergeist, der sich auf Maßnahmen in fünf Politikbereichen konzentriert: unternehmerische Mentalität, Anreize für Unternehmer, Wachstum & Wettbewerbsfähigkeit, Finanzierung und Abbau der Bürokratie.

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Nächste Schritte:

Die Kommission wird konkrete Vorschläge zu den Aktivitäten und erforderlichen finanziellen Ressourcen ausarbeiten, um die wichtigsten Maßnahmen des Aktionsplans in ihrem jährlichen Arbeitsprogramm für 2004 und 2005 umzusetzen. 

Berichte über den Aktionsplan werden ab 2005 in den Berichterstattungs-Mechanismus der Europäischen Charta für kleine Betriebe integriert werden. 

Eine zweite Runde wichtiger Maßnahmen wird im Jahr 2006 eingeleitet.

Zusammenfassung Links

Unter 'Unternehmergeist' versteht die Kommission "die Denkweise und der Prozess, eine Wirtschaftstätigkeit zu schaffen und aufzubauen, indem Risikobereitschaft, Kreativität und/oder Innovation mit einem soliden Management in einer neuen oder einer bestehenden Organisation gepaart sind".

Kleine (weniger als 50 Angestellte) und mittlere (weniger als 250 Angestellte) Unternehmen (KMU) werden als das Rückgrat der europäische Wirtschaft betrachtet, da sie Arbeitsplätze für Millionen von europäischen Bürgern schaffen und die Grundlage für wirtschaftliche Innovation bilden. Nichtsdestotrotz sind die Bedingungen in der EU für diese Betriebe und Unternehmensgründungen weniger günstig als in den USA. Hinzu kommt, dass Unternehmergeist und die Risikobereitschaft europäischer Bürger nicht ebenso ausgeprägt ist wie in den USA. Aus einer im Jahr 2002 durchgeführten Umfrage von Eurobarometer geht hervor, dass EU-Bürger weniger geneigt sind als US-Bürger, Unternehmer zu werden und Risikos einzugehen. Auch nach ihrer Gründung wachsen Unternehmen in der EU zumeist langsamer als entsprechende Unternehmen auf der anderen Seite des Atlantiks. Weiter erschwert wird die Lage in Europa dadurch, dass die Bedingungen für neue Unternehmen von Land zu Land unterschiedlich sind.

Die EU has dieses Problem erkannt und hat im Jahr 2000 Unternehmertum zu eine der Prioritäten der  erklärt. Daraufhin ergriff die Kommission eine Reihe von Initiativen zur Unterstützung kleinerer Betriebe in der EU. Im Januar 2003 verabschiedete sie ein  Grünbuch zu Unternehmergeist in EuropaPdf external , das Debatten zwischen politischen Entscheidungsträgern, Unternehmen, repräsentative Organisationen und Experten über die Frage anregen sollte, wie Unternehmergeist in Europa gefördert werden kann. Zentrale Fragen des Grünbuchs: 'Mehr Unternehmer - Wie können wir dieses Ziel erreichen?' und 'Wie kann erreicht werden, dass mehr Unternehmen wachsen'.

Kernfragen:

Im Anschluss an den Beratungsprozess zum Grünbuch veröffentlichte die Kommission am 11. Februar 2004 ihren '  Aktionsplan: Europäische Agenda für unternehmerische InitiativePdf external '. Der Aktionsplan soll einen strategischen Rahmen für die Förderung von Unternehmertum bilden sowie bestehende Aktivitäten, insbesondere im Rahmen des Mehrjährigen Programms für Unternehmen und Unternehmergeist 2000, ergänzen.

Der Aktionsplan soll mehr Menschen dazu ermutigen, Unternehmen zu gründen und die Bedingungen für ihren Erfolg verbessern. Die Kommission hat in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit eines 'koordinierten Ansatzes' betont. Mitgliedstaaten, Organisationen und lokale Behörden müssten gemeinsam auf dieses Ziel hinarbeiten. Um die Lage von Unternehmertum in der EU zu verbessern, schlägt die Kommission Maßnahmen in fünf verschiedenen strategischen Bereichen vor: 

1. Unternehmerische Denkweise: Die Kommission setzt sich dafür ein, das Bewusstsein für Unternehmertum zu stärken, indem sie Erfolgsbeispiele vorstellt und unternehmerische Einstellungen und Fähigkeiten von jungen Menschen fördert. 
2. Mehr Anreize für Unternehmer: Hierbei geht es nicht nur um die Möglichkeit, Unternehmen schnell und ohne großen Kostenaufwand zu registrieren, aber auch darum, ein gerechteres Verhältnis zwischen Risiko und Belohnung herzustellen. Die Kommission will den negativen Folgen, die das Scheitern von Unternehmen mit sich ziehen, entgegenwirken, die Übergabe von Unternehmen erleichtern und Sozialsysteme für Unternehmer überarbeiten.
3. Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit: Die Kommission bemüht sich darum, dass Unternehmer aller Schichten und Gruppen, insbesondere Frauen und ethnische Minderheiten, Zugang zu Förder- und Managementlehrgängen haben. Außerdem will sie den grenzüberschreitenden Handel und Auf- und Ausbau grenzüberschreitender Netzwerke und strategischer Partnerschaften zwischen Unternehmern unterstützen. 
4. Zugang zu finanziellen Mitteln: Ziel der Kommission ist, einen besseren Kapitalfluss und bessere Bilanzen zu ermöglichen, indem mehr Beteiligungskapital, Investorengelder und Investitionen durch Privatpersonen verfügbar werden. Bestehende finanzielle Instrumente werden hierfür eingesetzt werden und ferner wird sich die Kommission für eine Senkung der Kapitalsteuern einsetzen. 
5. Rechts- und Verwaltungsrahmen: Der Verwaltungsaufwand und rechtliche Hürden müssen in Bereichen wie Besteuerung, Beschäftigung und Umwelt verringert und vereinfacht werden. Die Kommission wird sich vor allem darauf konzentrieren, Maßnahmen ihres 'European Governance Programme (2002)' umzusetzen. Hierzu zählt bessere Gesetzgebung, Folgenabschätzungen und Konsulation der Interessenvertreter.

Auf seinem  im März 2004 verabschiedete der Europäische Rat Schlussfolgerungen zum Thema 'Förderung von unternehmerischer Initiative'. In den Schlussfolgerungen wird Unternehmergeist als einen der wichtigsten Motoren für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Wachstum anerkannt und es wird betont, dass es für die Erfüllung der Ziele von Lissabon von äußester Wichtigkeit ist, dass mehr Menschen dazu ermutigt und ausgebildet werden, Unternehmer zu werden. Ferner wurden die Kommission und die Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, unternehmerische Denkweisen durch Bildung und Ausbildung zu fördern, das rechtliche Umfeld zu verbessern, den Zugang zu Finanzmitteln zu erleichtern und den Dialog zwischen Unternehmern und politischen Entscheidungsträgern zu stärken. 

Am 29.Juli 2004 hat die Kommission Einzelheiten der  wichtigsten Maßnahmen Pdf external im Rahmen des Aktionsplans für unternehmerische Initiative vorgelegt. Beschrieben werden 38 Unter-Maßnahmen und Ziele sowie ihre Auswirkungen. In dem Dokument werden auch die Rolle der verschiedenen mitwirkenden Akteure (Kommission, nationale und regionale Behörden sowie Unternehmen nahestenden Organisationen) dargelegt und Beispiele vorbildlicher Praxis beschrieben.

Positionen:

Das Europäische Parlament hat am 23.Oktober 2003 auf eigene Initiative hin einen Bericht verabschiedet, in dem es die Mitgliedstaaten auffordert: 

  • die vielfältigen positiven Beispiele aus anderen Mitgliedstaaten für ihre eigenen Programme zur Förderung des Unternehmergeistes intensiver als bisher zu nutzen;
  • für eine zügigere Umsetzung der Europäischen Charta für Kleinunternehmen zu sorgen, die vom Europäischen Rat im Juni 2000 in Feira verabschiedet wurde;
  • erheblich größere Anstrengungen in ihren Zuständigkeitsbereichen (Bildungspolitik, Rechtsvorschriften, Kosten- und Zeitaufwand für Unternehmensgründungen, Bereitstellung von Risikokapital und Anschubfinanzierungen, Innovations- und Technologietransfer und Steuererleichterungen) zu unternehmen.  

UNICE, die Union der Industrie- und Arbeitgeberverbände Europas, unterstützt den Aktionsplan der Kommission, wobei sie betont, dass bessere Rahmenbedinungen unabdingbar sind, will Europa Unternehmergeist fördern. UNICE hält eine Reihe von Maßnahmen für notwendig, um dies zu erreichen: Aufnahme von Unternehmertum-Unterricht in den Lehrpläne, Steuerleichterungen für Unternehmen, besserer Zugang zu Finanzmitteln und Beseitung administrativer Hürden. UNICE rief den Frühjahrsgipfel, der vom 25. bis 26.März 2004 stattfand, dazu auf, Unternehmertum ganz oben auf seine Prioritätenliste zu setzen.

UEAPME, die Europäische Union für Handwerk und kleine und mittlere Unternehmen, begrüßt die im Aktionsplan vorgeschlagenen Maßnahmen und Ziele. Gleichzeitig drängt sie jedoch darauf, dass die Kommission einige der wichtigsten Maßnahmen, wie beispielsweise die (für 2006 vorgesehene) 'Vereinfachung der Beschäftigungsvorschriften für Mikrounternehmen' früher als vorgesehen verwirklicht. UEAPME vertritt die Auffassung, dass die beschwerlichen und komplexen Beschäftigungsvorschriften auch weiterhin einen der größten Hindernisse für die Anstellung neuer Arbeitskräfte in Europa durch kleine und Mikrounternehmen darstellten.

EUROCHAMBRES, die Vereinigung der Europäischen Industrie- und Handelskammern, hat den Aktionsplan ebenfalls begrüßt, obwohl er in einigen Bereichen noch weiter hätte gehen können, um dem Lissabon-Prozess Auftrieb zu geben. Insbesondere kritisierte die Vereinigung das Versäumnis, klare Ziele zu setzen und einen detaillierten Zeitplan für die Umsetzung festzulegen. Darüber hinaus fordert sie die Durchführung konkreterer Maßnahmen in Bereichen wie Bildung, die Förderung weiblicher Unternehmerinnen und die Unterstützung grenzüberschreitender Aktivitäten der kleinen und mittleren Betriebe.

Links Zusammenfassung

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