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27. November 2009
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Parlament geteilter Meinung über Sprachunterricht [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 25. März 2009   

Das Europäische Parlament hat gestern (24. März 2009) beschlossen, dass mehr getan werden muss, um Europäer davon zu überzeugen, mehr Sprachen zu lernen. Allerdings war die EU-Versammlung sich uneins über die Art und Weise, wie weit man gehen sollte das Lehren von Minderheitssprachen zu fördern.

Hintergrund:

Der Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban hatte die StrategiePdf external der EU für ihre Mehrsprachigkeitsstrategie im Herbst 2008 vorgestellt. Die Strategie rief zu signifikanten Anstrengungen auf, die gemacht werden müssten um das Lernen von Sprachen zu fördern und den Wert der kulturellen Aspekte von sprachlicher Vielfalt in allen Ebenen von Bildung und Erziehung einzubringen (EurActiv vom 15. März 2009).

Der EU-Vorschlag kam auf, nachdem ein Bericht Pdf external von europäischen Wirtschaftsführern publiziert wurde, der die EU gewarnt hatte, dass die europäische Industrie Wettbewerbsprobleme bekommen könnte, da andere Länder besser sein könnten, als die Union in sprachlichen Fähigkeiten. 

Die Kommission stand als nicht mutig genug dar, konkrete Initiativen zur Förderung von Minderheitssprachen zu starten, so die Gruppe der „European Free Alliance“ (EurActiv vom 25. September 2009) Eine Studie aus dem letzten November sagte, dass über 90 Prozent aller europäischen Schulkinder englisch lernen würden und dass die Zahlen steigen würden (EurActiv am 24. November 2008). 

Zum gleichen Thema:

Weitere Nachrichten:

Die Parlamentarier des Europäischen Parlaments haben statt einem einen Bericht, der vom portugiesischen mitte-rechts Europaabgeordneten Vasco Graça Moura (EVP) vorbereitert wurde, einer alternativen Resolution, die von den spanischen Sozialisten (PSOE) und spanischen Regionalparteien CiU, PNV, EA und ICV unterstützt wurde, zugestimmt.

Die Abstimmung zeigt die Antwort der Versammlung der EU im Bezug auf mehrsprachige Kommunikation, die letzten Herbst von der Kommission verabschiedet wurde (EurActiv vom 15. September 2008).

Regionale Sprachen schützen

In der neuen Resolution haben die Europaabgeordneten sich dafür entschieden, die Hinweise auf das Recht der Eltern die offizielle Sprache ihrer Kinder zu bestimmen in der ihre Kinder unterrichtet werden, entfernt.

In Ländern, wie Spanien wo verschiedene Amtsprachen mit einender koexistieren, ist sei es von entscheidender Bedeutung, dass die volle Bandbreite der Sprachen geschützt werde, so einige Europaabgeordnete. Dem Vorschlag stimmten vor allem Mitglieder der Sozialisten, der Grünen, der Liberalen und anderer linksgerichteter Gruppen zu. 

Die Mitglieder hatten befürchtet, dass der Vorschlag im ursprünglichen Bericht den Eltern das Recht geben würde die Amstsprache zu wählen in der ihr Kind unterrichtet werden solle. Dies würde die Machbarkeit von regionalen Verwaltungen untergraben, indem sie Unterricht in Sprachen wie zum Beispiel katalanisch anbieten müssten.

Für ihren Teil votierten die Mitglieder der EVP gegen die Resolution, da sie nicht daran interessiert waren, den Unterricht in den Amtssprachen zu erschweren. Spaniens Partido Popular bezeichnete das Entfernen des Bezuges auf die Wahl der Eltern, die Sprache des Unterrichts ihrer Kinder zu bestimmen, als einen fundamentalen Eingriff in die Grundrechte, so die spanische Presse.

Der baskische liberale Abgeordnete Josu Ortuondo Larrea (EAJ-Partido Nacionalista Vasco; Spanien) sagte, dass Multilingualismus die Anerkennung der Tatsache sei, dass in einem Staat mehrere Sprachen gesprochen werden. Die EU sollte nicht die Entscheidungen der betroffenen Regionen hinterfragen, entgegen dem, was die EVP vorschlage, so Larrea. 

Währenddessen hat die Plenarsitzung in Straßburg auch eine Warnung zurückgezogen, die vor Fehlern warnte, eine Sprache auf Kosten einer anderen zu fördern. 
Einige Absätze des ursprünglichen Vorschlags, der von der EVP bevorzugt wurde, übte relativ offene Kritik an den sprachlichen Lehrmethoden die in den letzten Jahren praktiziert wurden. Diese wurden nun entfernt, dank eines Kompromisses zwischen ALDE, PES und den Grünen so ein Pressebericht der ALDE-Frakition, der im Widerspruch zu den Konzepten der EVP im Bezug auf regionale Sprachen stand. 

Erlernen zweier Fremdsprachen als politische Priorität

Die Europaabgeordneten boten breite Unterstützung für das Verlangen der EU-Verwaltung an, die es gerne sehen würde, wenn Europäer ihre Muttersprache sowie zwei weitere Sprachen sprechen würden. Eine Sprache zu Geschäftszwecken und eine weitere zu Freizeitzwecken. 
In der Tat sei Förderung, des Erlernens einer Sprache eines Nachbarlandes und einer internationalen ‚lingua franca’, wie zum Beispiel Englisch eine „politische Priorität“, so die Studie.

Die neue Richtline, die den originalen Text aus dem Kulturausschuss vom 17. Februar ersetzen soll wurde mit 335 Ja-Stimmen und 279 Nein-Stimmen angenommen. 69 Abgeordnete enthielten sich.

Die Unterstützung von Minderheitssprachen ist in der Tat eine schwierige Angelegenheit, insbesondere aufgrund der Gefahr, dass dies die Kosten für die Übersetzungsdienste der Union in die Höhe treiben könnte. Der Dienst der EU-Institutionen für Übersetzungen und Dolmetschen schluckt jedes Jahr 1.1 Milliarden Euro, was in etwa 1 Prozent des EU-Budgets entspricht. Eine Zahl, die von dem Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban als „der Preis für die Demokratie“ bezeichnet wird.

Positionen:

Der Mangel an Spracherfahrung bleibt ein wichtiges Hindernis für die Integration des Sozial- und Arbeitsmarktes von nichteinheimischen Arbeitern in vielen EU-Mitgliedsstaaten sagt der Bericht des Europäischen Parlamentes  und unterstreicht die möglichen Gefahren von Kommunikationslücken zwischen Individuen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen und die sozialen Unterschiede zwischen mehrsprachigen Menschen und Menschen, die nur eine Sprache sprechen.

Multilingualismus anzuerkennen sei die Tatsache anzuerkennen, dass es Staaten gebe in denen mehrere Sprachen gesprochen werden. Man müsste Politikansätze finden, den Gebrauch dieser sprachen zu lehren, damit man sicherstellen könne, dass sie nicht aussterben. Die EU solle nicht die Entscheidungen von betroffenen Regionen in Frage stellen, egal was die EVP vorschlage, so der baskische liberale Europaabgeordnete Josu Ortuondo Larrea von der EAJ-Partido Nacionalista Vasco aus Spanien. 

In ihrem Kommentar zur Verabschiedung der Resolution sagte die französische Europaabgeordnete Claire Gibault von der Allianz der Liberalen und Demokraten Europas (ALDE), die Berichterstatterin für dieses Thema, dass die EU eine „Pflicht“ habe Mehrsprachigkeit zu fördern. 

Kulturelle Vielfalt und Sprachen involvieren den Respekt vor kultureller Identität, Tradition und Religion. Indem man eine multikulturelle europäische Gesellschaft unterstütze, erkenne Europa an, dass das Erlernen von Sprachen einen wichtigen Baustein für die Möglichkeit der Kommunikation der Menschen untereinander darstelle. Mehrsprachigkeit ist auch eine Chance für die Zukunft und sie zu schützen ist eine Pflicht gegenüber unseren Bürgern, so Gibault.

Der finnische Abgeordnete Henrik Lax von der Svenska folkpartiet, die die schwedische Minderheit in Finnland repräsentiert sagte, dass Mehrsprachigkeit alle Sprachen umfasse. Dazu zählten nationale und regionale sowie Sprachen von Minderheiten, die einen wahren Schatz für Europas kulturelle Vielfalt (und auch Sprachenvielfalt) darstellen, so Lax.

Sprachen seien genauso  gefährdet, wie unsere biologische Artenvielfalt und es sei  angemessen und stünde  mit dem Versprechen Bezug auf Mehrsprachigkeit der EU gegenüber der UN im Einklang, wenn die EU eine Konferenz zum Thema sprachliche Vielfalt und Erhaltung organisieren würde, so der italienische radikale Europaabgeordnete Marco Cappato (ALDE)

Der katalanische Europaabgeordnete Ignasi Guardans von der Covergencia Democratica Catalunya in Spanien sagte, dass Mehrsprachigkeit ein Gut sei, auf das man Stolz sein müsse und dies sei der Grund, warum man zum Beispiel Produkte in allen offiziellen Sprachen kennzeichne, damit der Verbraucher in allen Sprachen seines Landes informiert sei und wisse wo das Produkt herkomme. 

Nächste Schritte:

  • 4. bis 7. Juni: Wahlen des Europäischen Parlamentes.

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