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EPIA Business Development Unit Intern – Paid Internship
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Policy advisor International Affairs
Writer/Web Editor - Native English
Consultant (Scientist) to work on the NERC-funded project "VALOR"
Stellenangebot registrierenSeit 2005 ist eine Reihe an Weblogs über europäische Angelegenheiten entstanden - sogar die Kommissare der EU betreiben ihre eigenen Blog - die Frage ist jedoch, ob Blogs wirklich zu mehr europäischen Debatten führen werden.
Ein „Blog” oder „Weblog” ist eine Internetseite, auf der einzelne Bürger ihre Ideen erläutern und über ihre Erfahrungen in Form eines persönlichen digitalen Tagebuchs berichten. Blogs sind in den letzten Jahren sehr bekannt geworden. Im Mai 2007 gab es mehr als 71 Millionen Blogs im Internet. Die Blog-Gemeinde wird manchmal als „Blogosphäre“ bezeichnet. (Für eine Einführung in Blogs siehe Wikipedia
.)
Einige Blogs kommentieren oder berichten über weltweite, internationale, nationale oder lokale politische Entwicklungen. Sie sind eine neue Form des „Graswurzel“- oder „Bürgerjournalismus“.
Manchmal werden Blogs zu einem besonderen Thema zu einem „Blog-Aggregator“ zusammengelegt. Eine „Blog-Plattform“ ist das Content-Management-System (deutsch: Inhaltsverwaltungssystem), das von den Herausgebern – den Bloggern – zum Kreieren ihrer Nachrichten verwendet wird. (z.B. WordPress.com
oder Blogger.com).
Blogs sind nur eine Form der neuen “sozialen Medien”, die von Bürgern im Internet dazu verwendet werden, Meinungen, Erfahrungen und Geschichten auszutauschen. Andere soziale Medieninstrumente sind z.B. Podcasts, Wikis und Videos (siehe Youtube
).
Das Aufkommen von Blogs und dem Bürgerjournalismus stellt die traditionellen Medien vor verschiedene Herausforderungen:
Einige Gesetzgeber in der EU sehen Blogs als Möglichkeit, wieder Verbindung mit den Bürgern nach der Ablehnung der EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden aufzunehmen. Nach dem frühen Beispiel der Vizepräsidentin der Kommission Margot Wallström
betreiben drei andere Kommissare (Boel
, Potocnik
, Špidla
) nun auch regelmäßig aktualisierte Blogs. Zwei weitere Kommissare (Dimas und Kuneva) bereiten ihre Blogs vor.
Einzelne Bürger haben ebenfalls EU-Blogs gestartet und sogar professionelle Journalisten und Medien haben ihre eigenen Blogs eingerichtet, um die EU-Angelegenheiten zu kommentieren (siehe den Brussels blog
der Financial Times, den Mark Mardells Euroblog für BBC
und Jean Quatremers "Coulisses de Bruxelles
" für Libération).
Im November 2006 organisierte die Generaldirektion für Kommunikation der Kommission einen eigenen Workshop zur ‚Befähigung der Bürger’ im Kontext ihres Weißbuchs zu einer EU-Kommunikationspolitik. Die Konferenz, die in der italienischen Stadt Bergamo stattfand, umfasste auch Beiträge von Bürgern darüber, wie sie dieses neue Medium nutzten, um über die Europäische Union zu informieren oder um EU-Angelegenheit zu kommentieren (Präsentationen siehe hier
).
Es gibt aber auch Fragen zum Thema, in wieweit das Bloggen die Kommunikationspolitik der EU unterstützen könnte:
Im Gegensatz zu den USA, wo Blogger einflussreich geworden sind, sind die europäischen Blogger noch relativ unbekannt. Dem US-Trend folgend, gewinnen die europäischen Blogs zunehmend an Relevanz für die öffentlichen Angelegenheiten und die Unternehmenskommunikation. Sie stellen die Firmen jedoch auch vor eine Reihe an Herausforderungen:
In einem Eintrag in ihrem Blog
, der viele Reaktionen
erzeugte, schrieb Kommissions-Vizepräsidentin und Kommissarin Margot Wallström:
„In Schweden hat es eine Debatte darüber gegeben, dass die Blogger mit Mobbing, Drohungen und Hass-Emails konfrontiert sind. Was ist das Besondere am Internet, dass Menschen ihren Verstand verlieren? John Suler, eine amerikanischer Psychologe und Internetexperte hat das Phänomen untersucht und nennt es „online disinhibition effect” [deutsch: „Online-Enthemmungseffekt“]. Er erklärt, dass das Internet unterstützt den kompletten Hemmungsverlust der Menschen – mit sowohl positiven als auch negativen Auswirkungen… Wie wir reden und was wir sagen hängt stark von den Reaktionen ab, die wir von unseren Mitmenschen bekommen – das Internet setzt diese Mechanismen außer Kraft. Stattdessen unterscheidet er sechs unterschiedliche Effekte, die sich gegenseitig verstärken:
1. Anonymität. Wenn man das Gefühl hat, man sei anonym, denkt man, man könne alles machen, was man möchte.
2. Unsichtbarkeit. Man sieht nicht, wie der Empfänger reagiert.
3. Zeitliche Verzögerung. Es könnte lange dauern, bis man eine Antwort auf das Geschriebene erhält.
4. „Der Rest der Welt existiert nicht“. Einige Internetnutzer neigen dazu, zu glauben, dass das, was im Internet geschieht, nur in ihren Köpfen existiert.
5. „Es ist ein Spiel“. Das Leben im Internet ist nicht real.
6. Der Mangel an Autoritäten. Im Internet sind alle gleich.
Suler sagt, dass diese Faktoren in der Summe sehr einflussreich sein können. Einige Nutzer teilen ihr intimstes Privatleben und ihre Erfahrungen, andere nutzen diese Möglichkeit um ihrem Ärger und ihrer Frustration Luft zu machen, ohne jegliche Selbstkontrolle.“
Richard Edelman ist der Vorstandsvorsitzende von Edelman, einer Agentur, welche 2006 den Anstoß zu Diskussionen gab, als sie ein Kooperationsabkommen mit der Suchmaschine für Blogs „technorati“ schloss. In einem „Leitfaden für die Blogosphäre für Markthändler und Unternehmensstakeholder“, der von beiden Unternehmen Ende 2006 herausgegeben wurde, schreibt Edelman, dass man sich von der traditionellen Einflusspyramide mit ihrem hierarchischen, einseitigen Informationsfluss weg bewege, hin zu einem flüssigeren, horizontaleren Peer-to-Peer-Paradigma, innerhalb dem der Ruf von Marken und Unternehmen aufgebaut wird, indem man viele Stakeholder durch einen kontinuierlichen Dialog einschalte. Mit dem herkömmlichen Modell informierten Experten für Public Relations eine ausgewählte Gruppe von meinungsführenden Eliten und wandten sich anschließend über die Massenmedien und die Wirtschaftspresse an ein breiteres Publikum. Nach dem neuen Konzept würden Beschäftigte über die Entscheidungen des Unternehmens durch hauseigene Newsletter, interne Emails und Gemeindehaus-ähnliche Treffen informiert. Heutzutage nähmen gewöhnliche Beschäftigte Einträge über ihre Unternehmen in Blogs vor, während die Verbraucher direkt mit Menschen sprächen, die gemeinsame Interessen verträten. Diese Individuen seien nicht für die Medien ausgebildet worden und teilten im Internet Ideen und arbeiteten zusammen. Sie nähmen an der Schaffung zukünftiger Produkte, Marken und dem Ruf von Unternehmen kontinuierlich und spontan teil. In dieser Umgebung würden Investoren und Regulatoren wahrscheinlich von den Plänen eines Unternehmens lesen, bevor das Management sie veröffentlicht habe.
Natalie Sarkic-Todd, Geschäftführerin bei Ogilvy PR und Public Affairs Brussels, sagte, in der heutigen Stakeholder-Gesellschaft sei es nicht länger ausreichend, sich mit Politiker zu befassen, um die Ergebnisse der Politiken zu beeinflussen. Politiker seien zunehmend von den Medien und der öffentlichen Forderung von demokratischer Verantwortlichkeit beeinflusst. Den Bürger werde durch das Internet die Macht gegeben, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen und Politiker dazu zu bewegen, Rechenschaft abzulegen. Blogging sei in der Welt der Online-Kommunikation ein wichtiges Instrument geworden, in der Meinungen zählen und mündliche Überlieferung mit Lichtgeschwindigkeit durch die Welt reise. Die neuen Medien ermöglichten es, seine Meinung zu äußern und sich an Konversationen mit mehr Stakeholder als je zuvor zu beteiligen.
James Stevens, Berater bei Fleishman-Hillard EU und Teilnehmer am Pubic Affairs 2.9-Blog des Unternehmens, sagte, dass Politiker in Europa begännen, die Möglichkeit zu begreifen, die Blogs ihnen zur Verbindungsaufnahme mit den Bürgern böten. Da Public Affairs weiterhin darauf konzentriert seien, Themen auf die politische Agenda zu setzen, anstatt sie davon auszunehmen, werde der Gebrauch von Online-Instrumenten wie Blogs wahrscheinlich zunehmen, um die Umgebung der öffentlichen Politik zu formen. Der Themenschwerpunkt von Brüssel biete fruchtbaren Boden sowohl für Blogs als auch für einen gesteigerten Einsatz von Graswurzel-Aktivismus im Internet.
Karlin Lillington, eine Technologiejournalistin der Irish Times, sagte, für sie sei der wichtigste Unterschied zwischen Bloggen und traditionellem Journalismus, dass Blogger nicht vorzugeben müssten, neutral zu sein. Dennoch sollten Blogger nicht denken, dass sie von Verleumdungsgesetzen ausgenommen seien: ‚Diese Gerichtfälle warten da draußen.’
Aidan White, Journalist und Generalsekretär der Internationalen Journalistenföderation (IJF), betreibt ebenfalls einen Blog
auf der Webseite der IJF und bespricht darin hauptsächlich Fragen, zu denen es schwierig wäre, eine offizielle IFJ-Position zu bekommen. Für ihn sei Bloggen eine positive Entwicklung, da es zum ersten Mal zu einer breiten öffentlichen Diskussion über die Qualität des Journalismus geführt habe. Es gebe, so White keinen Widerspruch zwischen den Standards des Bloggens und des Journalismus. Blogger sollten jedoch lernen, die Prinzipien der Qualität zu wahren, und – am wichtigsten – ihre Quellen anzugeben.
Thomas Burg ist Akademiker an der Donau-Universität Krems und Initiator der Konferenz „BlogTalk
“. Er betonte, dass es beim Bloggen nicht so sehr um Inhalte gehe als um das Errichten von Netzwerken und der Gruppen. Blogs, so Burg, seien Instrumente, die grundsätzlich weder positiv noch negativ seien; einige grundlegende Prinzipien seien jedoch notwendig.
Richard Corbett, ein britischer Europaabgeordneter, war das erste Mitglied des Parlaments, das einen Blog
ins Leben gerufen hat. Er nutzte seinen Blog zunächst als ein Online-Tagebuch und illustrierte das Leben eines Europaabgeordneten, hat sich nun aber zu einem mehr thematischen Ansatz hingewendet, und versucht, Wähler zu erreichen und die Argumente von Euroskeptikern zu entkräften. Corbett ist der Meinung, dass es in der Tat einen Qualitätsmangel in der ‚Blogosphäre’ gebe, aber das man dagegen nicht viel tun könne; er sei in dieser Hinsicht nicht sehr optimistisch.
In seinem Blogeintrag bei Café Babel
betrachtet Adriano Farano die – mit seinen Worten - „SWOT (Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats)“ [deutsch: Stärke, Schwäche, Möglichkeiten, Bedrohungen] der europäischen ‚Blogosphäre’. Demnach sei Interaktivität und die einfache Möglichkeit, einen Blog zu errichten und auf diesem Texte zu veröffentlichen, die wichtigste Stärke, wohingegen ‚ideologische und sprachliche Ausschließlichkeit’ eine Schwäche seien. Als Beispiel hierfür führt er das Zitieren von zensierten Kommentaren und den Ausschluss von Positionen an, die von denen des Bloggers abwichen. Farano ist der Meinung, dass durch Blogs dennoch die Möglichkeit bestehe, die europäische Debatte zu beleben, auch wenn sie durch die ‚Taubheit der Politiker’ bedroht sei.
EurActiv freut sich über ihre Reaktion zum Thema. Bitte senden Sie Ihren Leserbrief an letters@euractiv.com .
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