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EU will Indikatoren für eine "öko-effiziente" Wirtschaft entwickeln [DE] [en][fr

Erschienen: Mittwoch 21. Oktober 2009   

Die EU-Umweltminister haben die Europäische Kommission gebeten, robuste Indikatoren zu entwickeln um die Fortschritte der EU hin zu einer "öko-effizienten" Wirtschaft zu messen - ein Konzept, das Kern der überarbeiteten Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung sein wird, die nächstes Jahr beschlossen werden soll.

Hintergrund:

Experten sind sich darüber einig, dass das BIPexternal (Bruttoinlandsprodukt) allein die wirtschaftliche Leistung einer modernen Gesellschaft nicht ausreichend darstellen kann, da es weder die Einkommensverteilung eines Landes aufzeigt, noch dessen natürliche Ressourcen oder dessen menschliches und soziales Kapital misst.

Neben internationalen Initiativen zur Verbesserung von Messungen des sozialen Fortschritts (EurActiv vom 17. Juli 2009)  hat die Europäische Kommission 2007 angekündigt, dass sie zusätzliche Indikatoren zur Ergänzung des BIP entwickeln würde (EurActiv vom 20. November 2009).

Das Ziel, so die Kommission, sei es „eine Bestandsaufnahme der natürlichen Ressourcen und des menschlichen und sozialen Kapitals zu machen, anstatt diese Ressourcen einfach nur zu nutzen“ und auf „die Rolle von Ökosystemen in der Schaffung von Wohlstand“ zu fokussieren.

Die daraus hervorgehende Mitteilungexternal der Kommission mit dem Titel „Das BIP und mehr - die Messung des Fortschritts in einer sich wandelnden Welt“ wurde am 20. August 2009 angenommen.

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Die AufforderungPdf external folgt auf die kürzliche Annahme eines Fahrplansexternal der Kommission zur Entwicklung neuer ökologischer und sozialer Indikatoren, die den wahren Wohlstand und das Wohlbefinden von Nationen jenseits des traditionellen BIP messen sollen.

Die Minister, die sich am 21. Oktober in Luxemburg trafen, baten die EU-Exekutive darum, das BIP um „zusätzliche robuste, zuverlässige und weithin anerkannte Indikatoren“ zu ergänzen, um „die Fortschritte der EU hin zu einer öko-effizienten Wirtschaft zu messen.“

Außerdem billigten sie Pläne zur Entwicklung eines europäischen Anzeigers für nachhaltige Entwicklung, der die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Durchführung der EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung überwachen soll.

Rasche Fortschritte angesichts der Überarbeitung der Lissabon-Strategie

Der Umweltverband WWF begrüßte die „erstaunlich raschen Fortschritte“, mit der die Frage auf die politische Tagesordnung gelangte, da die Minister das Dossier bereits zwei Monate nach der Veröffentlichung des entsprechenden Kommissionspapiers aufgriffen.

Ulf Björnholm Ottosson, Berater für Umweltfragen an der Ständigen Vertretung Schwedens bei der EU, erklärte, dass die öko-effiziente Wirtschaft ein „Kernthema“ während der Überarbeitung der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung nächstes Jahr sein wird.

Das BIP-Wachstum ist zur Zeit der Hauptindikator zur Beurteilung der Wirksamkeit der Konjunkturprogramme, die letztes Jahr zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums ins Leben gerufen wurden. Aber um Wachstum anzuheizen verbraucht die Welt natürliche Ressourcen schneller, als sie der Planet neu bilden kann – ein Dilemma, das mit der EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung überwunden werden soll (EurActiv 25/09/09).

Eine „grüner wirtschaftlicher Wechsel“ sei nötig, um sowohl die Wirtschaftskrise zu überwinden als auch den Klimawandel zu bekämpfen“, betonte Björnholm Ottosson.

Öko-effiziente Wirtschaft

Der Berater argumentierte, dass eine Stärkung des Konzepts der öko-effizienten Wirtschaft „eine Frage der Etablierung des richtigen wirtschaftlichen Rahmens“ sei.

 „Es geht darum, dass wir den CO2-Ausstoß mit einem Preis versehen und durch verschiedenste Besteuerungsinstrumente und allgemeine Regeln Voraussetzungen für Unternehmen schaffen, sodass sie finanziell davon profitieren, wenn sie weniger Energie und Ressourcen nutzen.“

Um dies zu erreichen, sollte die Entwicklung von neuen Technologien und Innovationen sowohl auf der EU-Ebene als auch auf nationaler Ebene unterstützt werden, fügte er hinzu.

Indikatoren

Die Pilotfassung eines Indexes zur Messung von Schadstoffen und anderen Schädigungen der Umwelt innerhalb des EU-Gebiets soll 2010 veröffentlicht werden.

Er wird dazu beitragen, die Ergebnisse der Umweltschutzmaßnahmen der EU in den folgenden Bereichen zu bewerten: Klimawandel und Energieverbrauch, Natur und Artenvielfalt, Luftverschmutzung und Auswirkungen auf die Gesundheit, Wasserverbrauch und -verschmutzung, Abfallerzeugung und Ressourcenverbrauch.

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