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Universitäten in Afrika wurden durch den ständigen Strom von Wissenschaftlern in die Industriestaaten förmlich "leergefegt", so das Netzwerk der afrikanischen Wissenschaftsakademien (NASAC).
Die Organisation hat die G8+5 Gruppe der Industrieländer und aufstrebenden Volkwirtschaften angeschrieben und größere Investitionen in die Forschungsinfrastruktur Afrikas gefordert. Die G8+5 wird sich nächsten Monat in Italien treffen und die Regierungschefs der G8, plus Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika versammeln.
Ein drittel aller afrikanischen Wissenschaftler lebt und arbeitet in Industrienationen, so NASAC, was die Entwicklungsbemühungen in Afrika stark behindert. Die Organisation merkt an, dass lediglich 1,4 Prozent der Artikel die in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften erscheinen aus Afrika kommen.
Die Entwicklung der Wissenschafts- und Technologieinfrastruktur sei ausschlaggebend für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg, so eine Erklärung von afrikanischen Wissenschaftlern.
Dieses Ziel könne nur erreicht werden, wenn Afrika eine bedeutende Menge an weltklasse Wissenschaftlern beibehalte und ausbilde, die das Wissen und die Expertise haben, die erheblichen wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Probleme des Landes anzugehen, erklärte NASAC.
Die Gruppe will, dass die Industriestaaten in den Wiederaufbau afrikanischer Universitäten investieren, die Finanzierung von Wissenschaftlern zur Verfolgung von Arbeiten nach der Promotion in Afrika fördern und die Beziehungen zwischen den Exilafrikanern und den in Afrika ansässigen Wissenschaftlern verbessern.
Die Lösung der Herausforderung der Abwanderung von hoch qualifizierten Wissenschaftlern liege primär in Afrika. Die G8+5 Länder könnten jedoch helfen, indem sie Verbesserungen an der Infrastruktur Afrikas finanzierten, die den Staats- und Regierungschef der Welt nächsten Monat präsentiert werden, so die Erklärung.
Ein Sprecher der Europäischen Kommission erklärte EurActiv gegenüber, dass sie glaube, die Wissenschaft habe den Schlüssel, um die verschiedenen Herausforderungen anzugehen die sich Afrika gegenüber sehe und dass seine Wissenschaftler eine entscheidende Stärke des afrikanischen Kontinents seien.
Die Europäische Union und die Afrikanische Union begannen letztes Jahr eine Reihe von Vorzeigeprojekten, um eine Zusammenarbeit in den Bereichen der Naturwissenschaften, der IKT und der Raumfahrt zu entwickeln.
Der Sprecher sagte, dass die Stärkung der wissenschaftlichen Strukturen Afrikas, sowohl Anreize für afrikanische, als auch für ausländische Wissenschaftler fördern würde. Er fügte hinzu, dass dies eher die Zirkulierung des Wissens fördern würde als deren Abwanderung.
Die Kommission glaube an die Vorteile der Mobilität der Ideen, der Forscher und des Wissens. In der heutigen globalisierten und vernetzten Welt, solle die Zirkulierung des Wissens motiviert werden. Man werde Afrika helfen, ein attraktiver Ort für Forschung zu werden, erklärte die Kommission.
Die EU führt derzeit ein Programm für Arbeitsgenehmigungen ein, das als "Blue Card" Programm bekannt ist. Es soll hoch qualifizierte Einwanderer anziehen, um die demografisch bedingten Engpässe des Fachkräftemangels zu kompensieren.
Das Programm wurde vielseitig für sein Potential kritisiert, die Abwanderung von hoch qualifizierten Wissenschaftlern zu fördern, aber die EU hatte wiederholt beteuert, dass die Blue Card auch Absicherungen beinhalten wird, um die Folgen für Entwicklungsländer zu begrenzen.