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Stellenangebot registrierenAuf den Spuren von Barack Obamas in den USA, plant der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso einen leitenden Wissenschaftsberater zu benennen, um die EU bei schwierigen Entscheidungen, von GVO-Genehmigungen bis hin zur Bekämpfung des Klimawandels, zu unterstützen.
Zahlreiche wissenschaftliche Ausschüsse beraten bereits heute die Europäische Kommission mit Ratschlägen zu Politikentscheidungen oder Vorschlägen, hinsichtlich Konsumentensicherheit, öffentliche Gesundheit und Umwelt.
Zusätzlich dazu, gibt es spezifische EU-Agenturen, etwa die European Food Safety Authority (EFSA) oder the European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), welche besondere technische und wissenschaftliche Aufgaben haben.
Weitere Hinweise zur EU-Politik werden von Kommissionsforschungsstellen erbracht, etwa dem Joint Research Centre (JRC), dem Bureau of Economic Policy Advisers (BEPA) und dem European Group on Ethics in Science and New Technologies (EGE).
Das European Research Area Board (ERAB), eine hochkarätige unabhängiges beratendes Komitee von der Kommission erstellt, bietet Beratung bei der Konzeption und Umsetzung der EU-Forschungspolitik.
Die EU-Exekutive erhält auch eine Ad-hoc Beratung von einer Reihe von Ausschüssen bei der Umsetzung des EU-Rechts in nationalen Verwaltungen.
Die neue Position, die nach der Vereidigung der neuen EU-Exekutive ausgeschrieben wird, ist Teil einer Reflektion in der Kommission, ihr Direktorat für Wissenschaft, Forschung und Innovation umzuformen.
"Wir benötigen eine fundamentale Überprüfung der Art und Weise wie europäische Institutionen Zugang und Nutzen von wissenschaftlicher Beratung brauchen", sagte Präsident Barroso Anfang des Monats, und kündigte sein Vorhaben an, einen "leitenden Wissenschaftsberater" in der nächsten Kommission einzusetzen.
Der Berater sollte alle Macht haben um "pro-aktiven, wissenschaftlichen Rat zu geben, in allen Phasen der politischen Entwicklung", so Barroso.
Barrosos Ankündigung folgt einer internen Konsultation des Generalsekretariats der Kommission wie die verstreute Wissenschaftsberatung der EU besser genutzt werden und in Einklang mit der Innovationspolitik gebracht werden könne.
Von EurActiv gefragt, weigerte sich das Generalsekretariat diese Konsultation zu kommentieren und beschrieb sie als "rein interne vorbereitende Arbeit", die auf Barrosos politischen Richtlinien basiert.
Es besagt, der Fortschritt sei unklar und ein präziser Zeitrahmen hängt vom Ergebnis des Referendums in Irland ab.
Laut dem Sekretariat wird jedoch die Arbeit in Hinblick auf den Frühlings-Gipel 2010 ausgeführt.
Rolle muss noch bestimmt werden
Im Gespräch mit EurActiv sagte ein Beamter der Kommission, dass die Größe und Rolle des neuen leitenden Wissenschaftsberaters noch bestimmt werden müsse. Diese Position sollte eine einzelne Person, eine Gruppe von Personen oder die Restrukturierung eines bereits bestehenden Generaldirektorats umfassen, sagte die Quelle.
Diese wichtige Phase des Nachdenkens ist das "Bewusstsein der bevorstehenden hauptsächlichen politischen Fragen, die wissenschaftliches Wissen mit einbeziehen" und die Bereitschaft zur besseren Berücksichtigung der wissenschaftlichen Tatsachen in Entscheidungsprozessen, erklärte der Beamte.
Politiker haben das letzte Wort
Die letztendliche Wahl des Wissenschaftsberaters wird immer eine politische sein, sagte der Beamte.
Zusätzlich werden über 90% der europäischen Ausgaben in Forschung und Entwicklung auf nationalem Niveau entschieden. Die Kommission kann daher nur einen kleinen Anreiz für Unternehmen bieten, spezifische Forschungsgebiete zu finanzieren.
Tatsächlich liegt die wahre Macht der Kommission darin, zu versichern, dass neue wissenschaftliche und technologische Anwendungen den Markt erreichen und Hemmnisse des freien Warenverkehrs in der EU aus dem Weg geräumt werden.
Auf den Spuren Obamas
Inspiration für Barrosos Wissenschaftsberater kam wahrscheinlich aus den USA.
In seiner Antrittsrede im Januar 2009 versprach Präsident Obama "die Wiederherstellung der Wissenschaft an seinen richtigen Platz".
Im April benannte Obama die Mitglieder des President's Council of Advisors on Science and Technology (PCAST). Die Gruppe wird den Präsidenten und Vize-Präsidenten dabei beraten "Politik in jenen Bereichen zu formulieren, in denen das Verständnis von Wissenschaft, Technologie und Innovation der Schlüssel zur Stärkung unserer Wirtschaft und Politik ist".
Obamas Wissenschaftsteam besteht aus hochkarätiger Besetzung. Der Leiter des Teams ist John Holdren, ein respektierter Professor an der Harvard Universität.