ThemenRubriken
MiniRubriken
Head of Unit - Corporate Services M/F (Grade AD 10)
Permanent representative in Madrid
Principal, Border Management Staff College (P5)
Stagiaire / Trainee - for the leading EU policy media
Junior Scientific and Technical Advisor
Assistant Communications & Public Affairs Departments
Head of Section, responsible for high-performance computing and data handling
Stellenangebot registrierenDie Erweiterung der EU am 1. Mai 2004 hat die wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede innerhalb der EU vergrößert. Die bisherigen Empfänger der EU-Kohäsionsfonds, beispielsweise Irland und Spanien, sind nun aufgerufen, zur Entwicklung in ihren neuen Partnerländern beizutragen. Im Rahmen der 'Finanziellen Vorausschau 2007-2013' betragen die Mittel für Strukturförderung 35,7 % des Gesamtbudgets (308 Milliarden €). Von diesen sind 62 % für die Durchführung der Ziele der Lissabon-Agenda vorgesehen.
Die Kohäsionspolitik gehört seit der Einheitlichen Europäischen Akte (1986) zu einem der Kompetenzbereiche der EU. Sie beruht auf der Annahme, dass eine Umverteilung zwischen reicheren und ärmeren EU-Regionen erforderlich ist, um die Auswirkungen der fortschreitenden wirtschaftlichen Integration auszugleichen. Durch drei, und bald vier, Generationen von Programmen zur Kohäsionspolitik, wurden seit 1988 insgesamt 480 Milliarden Euro in ‚benachteiligte’ Regionen investiert. Vor der Erweiterung profitierten vor allem Griechenland (42,6%), Portugal (35,2%), Irland (26,7%), die neuen deutschen Bundesländer (18,9%), Italien (Mezzogiorno – 17,4%) und Spanien (14,7%) von den Fördermitteln.
Nach der EU-Erweiterung am 1. Mai 2004 um zehn neue Mitgliedstaaten hat sich der Entwicklungsunterschied zwischen den Regionen verdoppelt. Viele ehemalige Empfängerregionen befinden sich nun oberhalb der 75%-Schwelle. Die meisten Empfänger befinden sich nunmehr in Mittel- und Osteuropa (siehe Tabelle: Breakdown of Community aid to the new Member States 2004-2006 ).
Vor diesem Hintergrund rief der dritte Zwischenbericht über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt (siehe EurActiv 19. Februar 2004) zu einer gründlichen Überarbeitung der Kohäsionspolitik auf, auch im Hinblick auf die Debatte über die Finanzielle Vorausschau 2007-2013. Am 15. Juli 2004 schlug die Kommission ein neues Gesetzespaket vor, um die Ausgaben der Struktur- und Kohäsionsfonds stärker auf die Einhaltung der Ziele von Lissabon (Innovation, Wachstum und Arbeitsplätze) und Göteborg (nachhaltige Entwicklung) auszurichten. Der Rat und das Europäische Parlament einigten sich im Juni/Juli 2006 über die umstrittene Reform (siehe EurActiv 4. Juli 2006).
Ab 2007 wird sich die Kohäsionspolitik auf drei neue Prioritäten, beziehungsweise ‚Ziele’, konzentrieren:
Bezüglich der finanziellen Rahmenbedingungen hat der Europäische Rat am 17. Dezember 2005 für den Zeitraum 2007-2013 307,6 Milliarden Euro für die Kohäsionspolitik bereitgestellt. Hiervon sind 81,7% für Konvergenzregionen vorgesehen, 15,8% werden für Regionen, die in die Kategorie Wettbewerb und Beschäftigung fallen, bereitgestellt. Für die territoriale Zusammenarbeit sind 2,44% vorgesehen.
Das Gesetzespaket
, das am 4. Juli vom Europäischen Parlament angenommen wurde, um diese Ziele zu unterstützen, umfasst eine generelle und vier spezifische Verordnungen.
Diese sind folgende:
Zusätzlich zu diesen Verordnungen hat die Kommission „Strategische Kohäsionsleitlinien der Gemeinschaft“ veröffentlicht, um nationalen und regionalen Behörden dabei zu helfen, EU-Mittel möglichst effektiv einzusetzen und ihre Programme den Zielen von Lissabon anzupassen (Siehe EurActiv 17. Juli 2006). In dem Dokument wird zur Förderung einer wissensbasierten Gesellschaft, Innovation, Unternehmergeist, Umweltschutz und „der Schaffung von mehr und besseren Arbeitsplätzen“ aufgerufen.
Die Kommission möchte mit der neuen Kohäsionspolitik die folgenden Ziele verwirklichen:
Der Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) steht der strategischen Annäherung in den neuen Verordnungen der Kohäsionspolitik positiv gegenüber. Jedoch zeigt sich die Organisation über den Mangel an Klarheit der Leitlinien zu dem „Verhältnis zwischen thematischer und regionaler Förderung“ enttäuscht. Hinsichtlich des Partnerschaftsprinzips fügte der RGRE hinzu „es wird sich zeigen, ob sich dies in den Mitgliedsstaaten verwirklichen lässt.“
Die Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände in Europa UNICE ist vor allem mit der Bereitstellung von Kohäsionsmitteln für die Wettbewerbsförderung zufrieden. UNICE bleibt aber skeptisch, was die Bereitschaft der Mitgliedsstaaten und der regionalen Behörden angeht, diese auch entsprechend einzusetzen: „Wir sind in der Tat besorgt, dass im Namen territorialer Kohäsion, regionale Behörden die Mittel für Forschung, Innovation, Netzwerke und Fortbildung zweckentfremden könnten. Diese Besorgnis wird von der Tatsache unterstützt, dass viele Regionen weniger als 0,5% ihres BIP für Forschung und Entwicklung ausgeben, “ so UNICE-Referent Jean-Paul Mingasson.
Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) stimmt den breiten Leitlinien des Kommissionsvorschlags für die Finanzierung 2007-2013 zu. Der EGB lobt vor allem das Potential der neuen Kohäsionspolitik, zur Erfüllung der Ziele von Lissabon und der sozialen Kohäsion beizutragen. Er unterstreicht die Rolle des Europäischen Sozialfonds (ESF) als ein „privilegiertes Instrument zur Umsetzung der Europäischen Beschäftigungsstrategie.“ Jedoch warnt die Gewerkschaft vor der Entstehung einer „zweistufigen Kohäsionspolitik“, aufgrund der gerechtfertigten, aber dennoch heiklen Unterscheidung zwischen Konvergenz- und Wettbewerbsregionen.
Eine in Verbindung mit der zweiten Lesung des Europäischen Parlaments und des Rats gegründete Koalition von Umwelt- und Sozial-NGOs (unter anderem die Social Platform, BirdLife International, CEE Bankwatch Network, Friends of the Earth, WWF) fordert, den Bereich nachhaltige Entwicklung in den relevanten Verordnungen zu stärken. Die Koalition fordert ebenfalls die Schaffung einer Standardliste mit Nachhaltigkeitsindikatoren, die bei der Evaluierung der Strukturfondsprogramme verwendet werden sollte.