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This article assesses the legal aspects and future prospects for GMOs in European agriculture, concluding that many countries will try to hamper 'green biotechnology' by implementing the EU directive in as restrictive a way as possible.
Grüne Biotechnologie: Weg aus Sackgasse in Europa gesucht
Über den Einsatz der grünen Biotechnologie wird in Europa heftig diskutiert. Der liberalen Einstellung der EU-Kommission steht die ablehnende Haltung der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten gegenüber. Die Regierungen folgen dabei vor allem den Vorschlägen für schärfere Auflagen von Verbraucherschützern. Bei der Umsetzung der EU-Richtlinien (z.B. Freisetzungsrichtlinie) kommt es daher zu zeitlichen Verzögerungen.
Deutschland ist zwar führend auf dem Gebiet der Grundlagenforschung. Durch die zögerliche Umsetzung könnten Unternehmen aber noch mehr als bisher gezwungen sein, auf andere Geschäftsfelder auszuweichen (z.B. Biopharmazeutika) oder ihre F&E-Aktivitäten nach Übersee zu verlagern.
Während in Europa Genpflanzen (von Ausnahmen abgesehen) nur zu Versuchszwecken angebaut werden, erreichte die weltweite Anbaufläche 2002 schon 60 Mio. Hektar; dies ist etwa sechsmal so viel wie die gesamte landwirtschaftliche Anbaufläche in Deutschland.
Die Gen-Anbaufläche in der Welt könnte sich bis 2010 in etwa verdoppeln, während sie in Europa kaum zunehmen dürfte. Die größte Fläche werden auch weiterhin die USA aufweisen, gefolgt von Argentinien und Kanada.
Da weltweit die landwirtschaftliche Nutzfläche ohne massive technologische und organisatorische Fortschritte (z.B. Bewässerung) kaum wesentlich vergrößert werden kann, müssen zur Versorgung einer zunehmenden Bevölkerungszahl in der Welt die Hektarerträge deutlich gesteigert werden. Hier liegen große Chancen der grünen Gentechnik. Sie wird traditionelle Anbaumethoden zwar nicht ersetzen, aber wesentlich ergänzen und erweitern.
Vorteile der Genpflanzen gegenüber dem traditionellen Anbau bestehen vor allem in höheren Erträgen, verbesserter Erntequalität und einer Entlastung der Umwelt. Nachteile könnten in noch nicht absehbaren ökologischen und gesundheitlichen Risiken liegen.
In der EU dürfte der Austausch von traditionellem Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln durch entsprechende Gensorten die Erntemengen um knapp 8 Mio. Tonnen (+ rd. 4%) und die Nettoeinkommen der Landwirte um EUR 1 Mrd. pro Jahr steigern; absolut und relativ am höchsten wären die Vorteile in Frankreich und in Deutschland.
Die Akzeptanz von Genpflanzen ließe sich in Europa erhöhen, wenn die Vorteile stärker transparent würden. So haben etwa viele genetisch veränderte Lebensmittel gesundheitsfördernde Wirkungen (sog. Functional-Food). Allerdings dürfte vor allem in Deutschland der Weg der Aufklärung und Überzeugung lang und dornenreich sein, da sich derzeit noch 70% der Bevölkerung gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel aussprechen.
Read the full analysis (in German only) on the
Deutsche Bank Research website