Das Reiseverhalten der Briten

Europa ist die Geburtsstätte des Tourismus, Europa bleibt das bedeutendste Reiseziel der Welt, und ein Viertel aller globalen Reiseausgaben wird von Europäern getätigt. In einer Sommerserie fasst EURACTIV.de die Ergebnisse der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zusammen. Heute: die Briten. Morgen: die Italiener.

Die Briten sitzen auf gepackten Koffern. Szene im neuen Airport London-Heathrow. Foto: dpa
Die Briten sitzen auf gepackten Koffern. Szene im neuen Airport London-Heathrow. Foto: dpa

Europa ist die Geburtsstätte des Tourismus, Europa bleibt das bedeutendste Reiseziel der Welt, und ein Viertel aller globalen Reiseausgaben wird von Europäern getätigt. In einer Sommerserie fasst EURACTIV.de die Ergebnisse der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zusammen. Heute: die Briten. Morgen: die Italiener.

Europa war die Geburtsstätte des Tourismus, und Europa bleibt das bedeutendste Reiseziel der Welt. Sechs der weltweit zehn beliebtesten Reiseziele (Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, Türkei und Deutschland) liegen hier, mehr als die Hälfte aller Reisen findet innerhalb Europas statt und fast ein Viertel aller globalen Reiseausgaben wurde 2010 von Europäern getätigt.

Die Europäische Tourismusanalyse 2011 der deutschen Stiftung für Zukunftsfragen liefert Antworten auf zahlreiche Fragen: Wie sieht das zukünftige Reiseverhalten der Europäer aus? Wohin wollen sie im kommenden Jahr reisen? Wonach wählen sie ihren Urlaubsort aus? Welche Destinationen wollen die Europäer im kommenden Jahrzehnt gerne einmal besuchen?

Insgesamt 14.000 Europäer aus den zehn Ländern Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen, Österreich, Russland und Spanien wurden hierfür befragt. Die Auswertung bestätigt eindrucksvoll: Reisen ist ein integraler Bestandteil der Lebensqualität aller Europäer und die Fahrt in den Urlaub ist für viele zu einer Art Passion geworden.

Die aktuellen Randale in englischen Städten konnten in die Umfrage naturgemäß noch nicht einfließen. Ob sie irgendeine Auswirkung auf die Reisepläne der Briten haben können, ist demnach spekulativ.

Briten sitzen auf gepackten Koffern

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Eine deutliche Mehrheit der Briten (58 Prozent) saß jedenfalls zu Beginn der Reisesaison schon auf gepackten Koffern und konnte es kaum erwarten, in den Urlaub Richtung Sonne zu entschwinden. Mehr als alle anderen planten hierbei die Familien (68 Prozent) einen Urlaub für das Jahr 2011.

Deutlich zurückhaltender äußerten sich die Ruheständler, von denen jedoch immerhin noch knapp jeder Zweite (47 Prozent) in die Ferien fahren will – und dies vor allem zu Zielen in der Heimat.

Wer dagegen britische Singles antreffen will, sollte spanische Ferienorte aufsuchen.

Neben den anderen Mittelmeerdestinationen von der Türkei über Griechenland bis nach Italien oder Frankreich erfreuen sich auch Fernreiseziele in Amerika großer Beliebtheit.

Die sehr guten Flugverbindungen in Richtung USA oder zu den Inseln in der Karibik sind besonders für die Einwohner Londons immer eine Reise wert.

Mehr als jede andere Nation: Fernreisen

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Die Bewohner Großbritanniens haben in Zukunft einiges vor: Mehr als jede andere Nation wollen sie vor allem Fernreisedestinationen rund um den Globus besuchen. Neben den Traumzielen in den ehemaligen Kolonien in Nordamerika und Australien tauchen drei weitere Überseeziele in den Top 10 auf. Aber auch Sonnenziele am Mittelmeer behalten ihre Attraktivität.

Realistisch muss dagegen der Anteil britischer Touristen in Deutschland gesehen werden – lediglich sieben Prozent ziehen einen Urlaub in Deutschland in Betracht.


Hintergrund

Die Stiftung für Zukunftsfragen versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Öffentlichkeit und Politik. Wie schon das BAT Freizeit-Forschungsinstitut stand auch die Stiftung zunächst unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Horst W. Opaschowski. Im Rahmen seiner langjährigen Forschungsarbeit am BAT Institut hat er sich schon frühzeitig gesellschaftlichen Zukunftsfragen gestellt und Zukunftsstudien veröffentlicht. Seit 2011 hat Prof. Dr. Ulrich Reinhardt die wissenschaftliche Leitung der Stiftung inne.


Link

EURACTIV.de: Wie die Europäer ihr Reiseziel auswählen (10. August 2011)