Das Reiseverhalten der Italiener

In keinem anderen europäischen Staat ist die Spaltung der Gesellschaft in Sachen Urlaubsplanung so groß wie in Italien. In einer Sommerserie fasst EURACTIV.de die Ergebnisse der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zusammen. Heute: die Italiener. Am Montag: die Spanier.

Der Ätna in Aktion. Bewirkt das italienische Wahlergebnis eine solche Dynamik für Brüssel? Foto: dpa
Der Ätna in Aktion. Bewirkt das italienische Wahlergebnis eine solche Dynamik für Brüssel? Foto: dpa

In keinem anderen europäischen Staat ist die Spaltung der Gesellschaft in Sachen Urlaubsplanung so groß wie in Italien. In einer Sommerserie fasst EURACTIV.de die Ergebnisse der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zusammen. Heute: die Italiener. Am Montag: die Spanier.

Italien ist gespalten. Zwei Fünftel (42 Prozent) planten dieses Jahr eine Urlaubsreise – fast ebenso viele (40 Prozent) waren sicher, dass sie dieses Jahr nicht verreisen würden. Hierbei zeigen sich große Unterschiede nach Region, Bildung oder Einkommen.

Etwa die Hälfte der im wohlhabenden Nordwesten Italiens lebenden Einwohner plante eine Reise, dagegen nur etwa jeder Dritte aus dem strukturschwachen Süden des Landes. Noch gravierender sind die Unterschiede beim Vergleich nach Einkommen oder Bildungsgrad: Während nur sechs Prozent der höher gebildeten Italiener nicht verreisen wollten, gaben dies bei den formal niedrig Gebildeten 73 Prozent an – beim Einkommen ist das Verhältnis ähnlich.

In keinem anderen europäischen Staat ist die Spaltung der Gesellschaft ähnlich weit fortgeschritten. Wenn die Italiener verreisen, dann am liebsten innerhalb der eigenen Grenzen (39 Prozent) – bei der Generation über 55 Jahre ist es sogar die Mehrheit. Bei den Auslandsreisezielen liegen Griechenland und Spanien fast gleichauf und können jeweils etwa jeden zehnten reisenden Italiener bei sich begrüßen.

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Und wohin wollen die Italiener innerhalb der nächsten zehn Jahre gerne einmal reisen? Jeder Fünfte möchte weiterhin die italienischen Feriengebiete zwischen Südtirol und Sizilien besuchen. Aber auch für neun weitere Destinationen – zwischen Spanien und Australien – können sich jeweils mehr als zehn Prozent der Italiener begeistern. Hierbei steigt mit dem Bildungsgrad auch die Entfernungen zu den Wunschzielen – Universitätsabsolventen wollen mehr als fünfmal so häufig Überseedestinationen besuchen wie Italiener mit einem niedrigen Bildungsniveau.

Deutschland steht dagegen bei kaum einem Italiener auf dem Reiseplan. Nur jeder Zwanzigste plant eine Reise nach Deutschland, genauso viele wollen beispielsweise auch in die Niederlande fahren.

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Hintergrund

Die Stiftung für Zukunftsfragen versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Öffentlichkeit und Politik. Wie schon das BAT Freizeit-Forschungsinstitut stand auch die Stiftung zunächst unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Horst W. Opaschowski. Im Rahmen seiner langjährigen Forschungsarbeit am BAT Institut hat er sich schon frühzeitig gesellschaftlichen Zukunftsfragen gestellt und Zukunftsstudien veröffentlicht. Seit 2011 hat Prof. Dr. Ulrich Reinhardt die wissenschaftliche Leitung der Stiftung inne.

Links

EURACTIV.de: Wie die Europäer ihr Reiseziel auswählen (10. August 2011)

EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Briten (11. August 2011)

Weitere Informationen der Stiftung für Zukunftsfragen finden Sie hier.