Das Reiseverhalten der Polen
Nur wenig feste Reiseabsichten hegen die Polen. Ein Novum im europäischen Vergleich: Außerhalb Europas geben sie kaum ein Land als Traumziel an. In einer Sommerserie fasst EURACTIV.de die Ergebnisse der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zusammen. Heute: die Polen. Morgen: die Franzosen.
Nur wenig feste Reiseabsichten hegen die Polen. Ein Novum im europäischen Vergleich: Außerhalb Europas geben sie kaum ein Land als Traumziel an. In einer Sommerserie fasst EURACTIV.de die Ergebnisse der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zusammen. Heute: die Polen. Morgen: die Franzosen.
Das polnische Reiseverhalten ist nur bedingt mit dem westeuropäischen vergleichbar, denn trotz der Mitgliedschaft in der EU sind sowohl Lebensstandard als auch Durchschnittseinkommen deutlich niedriger als z.B. in Dänemark, Frankreich oder Deutschland. So verwundert es auch nicht, dass für 2011 lediglich jeder fünfte Pole (19 Prozent) eine Urlaubsreise von wenigstens fünf Tagen Dauer geplant hat. Innerhalb der Landbevölkerung ist es sogar nur jeder Achte (13 Prozent), der dieses Jahr verreisen wollte.
Bei der Wahl des Reiseziels konzentrieren sich die Polen auf die Feriengebiete im eigenen Land (32 Prozent). Unter den älteren Reisenden bevorzugt sogar fast jeder Zweite (47 Prozent) die Feriengebiete an der Ostseeküste, in der Hohen Tatra oder an den zahlreichen Fluss- und Seenlandschaften Polens.
Unter den Auslandsreisezielen wählen auch polnische Reisende vornehmlich mediterrane Ziele in Italien, Spanien, Griechenland, Kroatien, Frankreich und der Türkei. Letztere ist besonders bei den jüngeren Bürgern beliebt.
In Zukunft wollen die Bewohner Polens hauptsächlich die Länder Europas kennen lernen. In allen Altersklassen üben hierbei Italien, Spanien und Griechenland die größte Faszination aus.
Abgesehen von den nordafrikanischen Urlaubsgebieten wird kaum ein Reiseziel außerhalb Europas als Traumziel genannt – ein Novum im europäischen Vergleich.
Innerhalb der Bevölkerung sind nur wenige Unterschiede bei den favorisierten Reisezielen nachweisbar, jedoch nennen die junge Generation, die Besserverdienenden, die Höhergebildeten und die Stadtbewohner eine deutlich höhere Anzahl an Destinationen, die sie gerne einmal besuchen möchten.
Deutschland ist und bleibt hierbei ein attraktives Urlaubsziel. Etwa jeder fünfzehnte Pole möchte zukünftig gerne deutsche Feriengebiete bereisen. Von Männern wird Deutschland dabei fast doppelt so häufig als Traumziel genannt wie von Frauen.
Hintergrund
Die Stiftung für Zukunftsfragen versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Öffentlichkeit und Politik. Wie schon das BAT Freizeit-Forschungsinstitut stand auch die Stiftung zunächst unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Horst W. Opaschowski. Im Rahmen seiner langjährigen Forschungsarbeit am BAT Institut hat er sich schon frühzeitig gesellschaftlichen Zukunftsfragen gestellt und Zukunftsstudien veröffentlicht. Seit 2011 hat Prof. Dr. Ulrich Reinhardt die wissenschaftliche Leitung der Stiftung inne.
Links
EURACTIV.de: Wie die Europäer ihr Reiseziel auswählen (10. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Briten (11. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Italiener (12. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Spanier (15. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Dänen (16. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Niederländer (17. August 2011)
Weitere Informationen der Stiftung für Zukunftsfragen finden Sie hier.

