Das Reiseverhalten der Russen
Ein riesiger Reisemarkt entwickelt sich – jedoch ganz langsam. Das Potenzial ist enorm: Sehr viele Russen sind unentschlossen, was in den nächsten Jahren ihr Traumziel wäre – ein einmalig hoher Wert in ganz Europa. In einer Sommerserie fasst EURACTIV.de die Ergebnisse der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zusammen. Heute: die Russen. Morgen: die Österreicher.
Ein riesiger Reisemarkt entwickelt sich – jedoch ganz langsam. Das Potenzial ist enorm: Sehr viele Russen sind unentschlossen, was in den nächsten Jahren ihr Traumziel wäre – ein einmalig hoher Wert in ganz Europa. In einer Sommerserie fasst EURACTIV.de die Ergebnisse der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zusammen. Heute: die Russen. Morgen: die Österreicher.
Der russische Tourismusmarkt entwickelt sich langsam, aber in gewaltigen Dimensionen. Jeder vierte Bürger (24 Prozent) des größten Staates der Erde plant 2011 zu verreisen. In totalen Zahlen reisen damit fast ebenso viele Russen wie Deutsche. Die intensivsten Reiseabsichten äußern hierbei die jungen Russen im Alter von 18 bis 24 Jahren (37 Prozent) sowie Familien (34 Prozent). Dagegen planen weniger als zehn Prozent der russischen Ruheständler in den Urlaub zu fahren, was primär den fehlenden finanziellen Möglichkeiten geschuldet ist.
Der Großteil der russischen Reisenden beabsichtigt seinen Urlaub im eigenen Land zu verbringen. Bei den Auslandsreisezielen werden sonnige Destinationen bevorzugt.
Die Türkei (15 Prozent) ist hierbei das mit Abstand beliebteste Urlaubsgebiet. Besonders die jungen Russen können sich für die Strände an der Türkischen Riviera, dem Schwarzen Meer oder der Ägäis begeistern. Aber auch Ägypten und andere Mittelmeerziele stehen auf dem russischen Reiseplan.
Dagegen spielen Fernreisen eine nachgeordnete Rolle. Nach Australien will beispielsweise nur jeder fünfhundertste Russe reisen, und selbst in die Karibik zieht es lediglich etwa jeden achtzigsten.
Zwei von fünf Russen (40 Prozent) können sich noch nicht entscheiden, wohin sie innerhalb der kommenden zehn Jahre gerne einmal reisen wollen – ein einmalig hoher Wert in ganz Europa.
Der russischen Bevölkerung fehlen jedoch weder Vorstellungskraft noch Reisewünsche, sondern sie beschäftigen sich schlichtweg (noch) seltener mit dem Thema Urlaub. Der Alltag und die damit verbundenen Herausforderungen stehen im Mittelpunkt des Lebens, da bleiben nur wenig Zeit und Geld für Reiseplanungen.
Zudem ist der Urlaubsanspruch in Russland gänzlich anders geregelt als z.B. in Deutschland. Ein russischer Arbeitnehmer erhält 28 Kalendertage Urlaub, die er in einem Stück nehmen muss.
Wer schon jetzt eine Traumdestination benennt, will sich beim Urlaub in der Heimat erholen oder träumt von Sonne, Strand und Meer. Ein Reise nach Deutschland kann sich jeder zwölfte Russe vorstellen – vor allem die russische Jugend.
Hintergrund
Die Stiftung für Zukunftsfragen versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Öffentlichkeit und Politik. Wie schon das BAT Freizeit-Forschungsinstitut stand auch die Stiftung zunächst unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Horst W. Opaschowski. Im Rahmen seiner langjährigen Forschungsarbeit am BAT Institut hat er sich schon frühzeitig gesellschaftlichen Zukunftsfragen gestellt und Zukunftsstudien veröffentlicht. Seit 2011 hat Prof. Dr. Ulrich Reinhardt die wissenschaftliche Leitung der Stiftung inne.
Links
EURACTIV.de: Wie die Europäer ihr Reiseziel auswählen (10. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Briten (11. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Italiener (12. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Spanier (15. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Dänen (16. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Niederländer (17. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Polen (18. August 2011)
EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Franzosen (22. August 2011)
Weitere Informationen der Stiftung für Zukunftsfragen finden Sie hier.

