Das Reiseverhalten der Spanier

Die Spanier sind verunsichert – es wird fast nur im eigenen Land verreist. In keinem anderen europäischen Land ist der Anteil der Heimaturlauber höher. In einer Sommerserie fasst EURACTIV.de die Ergebnisse der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zusammen. Heute: die Spanier. Morgen: die Dänen.

Formentera, die kleinste Insel der Balearen, hat sehr ruhige Strände. Die Spanier machen am liebsten im eigenen Land Ferien. Foto: dpa
Formentera, die kleinste Insel der Balearen, hat sehr ruhige Strände. Die Spanier machen am liebsten im eigenen Land Ferien. Foto: dpa

Die Spanier sind verunsichert – es wird fast nur im eigenen Land verreist. In keinem anderen europäischen Land ist der Anteil der Heimaturlauber höher. In einer Sommerserie fasst EURACTIV.de die Ergebnisse der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zusammen. Heute: die Spanier. Morgen: die Dänen.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Spanien verunsichern und beunruhigen viele Bürger. Dies hat auch Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Iberer. Schon zu Beginn des Sommers war der Anteil der Spanier, die wissen, dass sie in diesem Jahr nicht verreisen werden (45%), größer als der Anteil derjenigen mit fester Reiseabsicht (40%).

Besonders die Generation über 55 Jahre ist skeptisch – mehr als doppelt so hoch ist der Anteil der 2011 Nichtreisenden als der der Reisenden.

Die Mehrheit der Spanier plant ihren Urlaub innerhalb der eigenen Staatsgrenzen. In keinem anderen europäischen Land ist der Anteil der Heimaturlauber höher. Lediglich die unter 34-Jährigen zieht es in andere Länder. Frankreich und Italien sind hierbei zwar besonders beliebt, werden im Endeffekt aber nur jeden zwanzigsten Spanier bei sich begrüßen können.

Singles geben überdurchschnittlich häufig an, in die ehemaligen Ostblockländer reisen zu wollen. Paare bevorzugen dagegen Reiseziele in der Karibik.

" /

Auch in Zukunft wollen die Spanier am liebsten ihren Urlaub an den spanischen Küsten oder auf den Heimatinseln verbringen – fast jeder Dritte plant in der kommenden Dekade einen Urlaub in Spanien. Mit deutlichem Abstand folgt dahinter Italien, das sich primär auf junge Iberer einstellen kann.

Für einen zukünftigen Urlaub in Frankreich interessieren sich dagegen hauptsächlich die Jugendlichen, für die Karibik junge Erwachsene und für die ehemaligen Kolonien in Mittel- und Südamerika die kinderlosen Paare.

Ausgerechnet in Spanien, Lieblingsziel der Deutschen, wollen die Wenigsten nach Deutschland

Jeder fünfte Spanier hat sich noch nicht entschieden, wohin er zukünftig gerne einmal reisen will.

" /

Dass es nach Deutschland gehen wird, ist jedoch sehr unwahrscheinlich – lediglich fünf Prozent wollen die deutsche Gastfreundschaft gerne einmal kennen lernen. Damit ist der Anteil der „Deutschlandinteressierten“ nirgendwo in Europa so gering wie im Lieblingsreiseziel der Deutschen.
 


Hintergrund

Die Stiftung für Zukunftsfragen versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Öffentlichkeit und Politik. Wie schon das BAT Freizeit-Forschungsinstitut stand auch die Stiftung zunächst unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Horst W. Opaschowski. Im Rahmen seiner langjährigen Forschungsarbeit am BAT Institut hat er sich schon frühzeitig gesellschaftlichen Zukunftsfragen gestellt und Zukunftsstudien veröffentlicht. Seit 2011 hat Prof. Dr. Ulrich Reinhardt die wissenschaftliche Leitung der Stiftung inne.

Links

EURACTIV.de: Wie die Europäer ihr Reiseziel auswählen (10. August 2011)

EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Briten (11. August 2011)

EURACTIV.de: Das Reiseverhalten der Italiener (12. August 2011)

Weitere Informationen der Stiftung für Zukunftsfragen finden Sie hier.