Jugendarbeitslosigkeit in Europa
In der EU28 gibt es etwa 57,5 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Die wenigsten von ihnen haben einen Job. Ein Überblick zur komplexen Eurostat-Statistik.
In der EU28 gibt es etwa 57,5 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Die wenigsten von ihnen haben einen Job. Ein Überblick zur komplexen Eurostat-Statistik.
Das Problem der Jugendarbeitslosigkeit hat in Europa inzwischen höchste Priorität. Um bei den Zahlen korrekt zu argumentieren, hat Eurostat zwei verschiedene Indikatoren zur Jugendarbeitslosigkeit veröffentlicht: die Jugendarbeitslosenquote und den Jugendarbeitslosenanteil.
So lag die Jugendarbeitslosenquote in der EU28 im Jahr 2012 bei 23 Prozent, der Jugendarbeitslosenanteil aber "nur" bei 9,7 Prozent. Die "Quote" ist deutlich höher, weil auch alle Jugendliche, die ausschließlich studieren oder in einer unbezahlten Ausbildung sind, mit eingerechnet werden – auch wenn sie vielleicht aktuell keinen Job suchen. Der "Anteil" wiederum zeigt an, wie viele Jugendliche tatsächlich einen Job suchen, also arbeitslos sind.
Die höchsten Jugendarbeitslosenquoten sowie auch die höchsten Jugendarbeitslosenanteile gibt es in Griechenland (55,3 Prozent bzw. 16,1 Prozent) und Spanien (53,2 Prozent bzw. 20,6 Prozent), und die niedrigsten wurden in Deutschland gemessen (8,1 Prozent bzw. 4,1 Prozent).
"Da bei weitem nicht jeder Jugendliche Teil der Erwerbsbevölkerung ist, gibt die Jugendarbeitslosenquote nicht an, wie viel Prozent aller Jugendlichen arbeitslos sind. Die Jugendarbeitslosenquoten werden häufig in diesem Sinne missverstanden", erläutert die europäische Statistikbehörde Eurostat.
Der Unterschied zwischen der Jugendarbeitslosenquote und dem Jugendarbeitslosenanteil ist auf die Zahl der Jugendlichen zurückzuführen, die nicht als Erwerbspersonen gelten, weil sie noch in der Ausbildung sind. So gibt es drei typische Situationen: ein Auszubildender oder ein Student mit einem Nebenjob gilt als erwerbstätig; ein Student, der keinen Nebenjob hat und auch keinen sucht, gilt als Nichterwerbsperson; ein Student, der keinen Nebenjob hat, aber aktiv einen Job sucht, gilt als arbeitslos.
mka
Links
Eurostat: Messung der Jugendarbeitslosigkeit – wichtige Konzepte im Überblick (12. Juli 2013)
Zum Thema auf EURACTIV.de
Wenig Aufbruchstimmung nach Berliner Job-Gipfel (4. Juli 2013)
"HOPES" mit wenig Hoffnung auf neue Jobs (2. Juli 2013)
Sechs Milliarden Euro gegen Jugendarbeitslosigkeit (28. Juni 2013)