Krawalle in London - Polizeiaufgebot erhöht
London brennt die dritte Nacht in Folge. Die Ausschreitungen haben weitere Städte Großbritanniens erfasst. Premier David Cameron hat seinen Italien-Urlaub abgebrochen und den Krisenstab einberufen. Die Polizeipräsenz wird massiv erhöht, 16.000 Polizisten sollen diese Nacht für Ruhe in London sorgen.
London brennt die dritte Nacht in Folge. Die Ausschreitungen haben weitere Städte Großbritanniens erfasst. Premier David Cameron hat seinen Italien-Urlaub abgebrochen und den Krisenstab einberufen. Die Polizeipräsenz wird massiv erhöht, 16.000 Polizisten sollen diese Nacht für Ruhe in London sorgen.
Der britische Premierminister David Cameron gab am heutigen Dienstag nach der Sitzung des Krisenstabs eine kurze Erklärung ab, wonach die Regierung "alles Nötige" unternehmen werde, um die Gewalt und Plünderungen in London und anderen Städten zu beenden. Der Regierungschef verurteilte die "widerlichen" Szenen und erklärte, dass die "pure und simple Gewalt" bekämpft und besiegt werden müsse.
Erhöhte Polizeipräsenz
Um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen, hat Cameron eine Urlaubssperre für die britische Polizei verhängt. In der kommenden Nacht zu Mittwoch sollen 16.000 Polizisten auf den Straßen sein. Dafür werden Polizeieinheiten aus dem ganzen Land zur Unterstützung der Londoner Beamten zusammengezogen.
Cameron erklärte, dass es in den vergangenen drei Nächten 450 Festnahmen gab. Die beteiligten Personen sollen die "volle Kraft des Gesetzes spüren", so Cameron.
Der Regierungschef berief zugleich für Donnerstag eine Sondersitzung des Parlaments ein, um eine Erklärung zu den jüngsten Entwicklungen abzugeben.
Ursache und Ausweitung der Krawalle
Politiker und die Polizei machen Kriminelle und Randalierer für die Unruhen verantwortlich. Auslöser der Protestbewegung ist allerdings der wachsende Unmut gegen die Politik der Regierung. Premier Cameron versucht den Staatshaushalt zu sanieren, indem öffentliche Ausgaben und Stellen drastisch gekürzt und die Steuern erhöht werden.
Die Krawalle waren am Samstagabend im Londoner Stadtbezirk Tottenham ausgebrochen, als ein zunächst friedlicher Protest gegen die Erschießung eines Mannes durch die Polizei in Gewalt umschlug. Am Sonntag erfassten sie mehrere weitere Bezirke im Norden, Nordosten und Süden der britischen Hauptstadt. Am Montagabend kam es auch im Osten und im Südosten Londons zu Zusammenstößen zwischen jungen Leuten und der Polizei.
In der Nacht zu Dienstag kam es zu Ausschreitungen in der Hafenstadt Liverpool im Nordwesten Englands. Dort wurden mehrere Autos in Brand gesteckt und etliche Ladenvitrinen zertrümmert.
Zu Plünderungen von Luxus-Boutiquen kam es am Montag auch in der zweitgrößten britischen Stadt Birmingham, wo die Polizei 100 Randalierer festnahm. Ein Polizeirevier wurde in Brand gesteckt.
Ein Jahr vor den Olympischen Spielen bietet London derzeit mancherorts ein Bild der Verwüstung, etwa im sozialschwachen Ost-Londoner Viertel Woolwich.
EURACTIV/rtr/Ria Novosti, mka
Ein englischsprachiger Beitrag zu diesem Thema erschien auf EURACTIV.com.
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Dokumente
British Prime Minister’s Office: "We will do everything necessary to restore order" (9. August 2011)