Polen kündigt Übung zur nuklearen Abschreckung an

Polen wird ein Manöver zur Verteidigung des Bündnisgebiets mit Atomwaffen durchführen, sagte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak am Donnerstag, da Polen zunehmend befürchtet, dass Putin den Nuklearknopf drücken könnte.

EURACTIV.pl
Territorial Defense Forces Day celebration in Zegrze
"Wir wissen, dass Putin Drohungen im Zusammenhang mit dem angeblichen Einsatz von Atomwaffen ausspricht. Deshalb ist die Antwort der Nordatlantischen Allianz eine Übung, bei der genau dieses Mittel zum Einsatz kommt", sagte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak und wies auf die Bedeutung von Atomwaffen im aktuellen Kontext hin. [EPA-EFE/MARCIN OBARA]

Polen wird eine Übung zur Verteidigung des Bündnisgebiets mit Atomwaffen durchführen, sagte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak am Donnerstag, da Polen zunehmend befürchtet, dass Putin den Nuklearknopf drücken könnte.

Die nukleare Abschreckung wurde auf dem jüngsten Treffen der NATO-Verteidigungsminister:innen in Brüssel diskutiert. Obwohl Polen nicht über eigene Atomwaffen verfügt, ist das Interesse an diesem Thema gewachsen, auch bei Regierungsvertreter:innen.

„Wir wissen, dass Putin Drohungen im Zusammenhang mit dem angeblichen Einsatz von Atomwaffen ausspricht. Deshalb ist die Antwort der Nordatlantischen Allianz eine Übung, bei der genau dieses Mittel zum Einsatz kommt“, sagte Blaszczak und wies auf die Bedeutung von Atomwaffen im aktuellen Kontext hin.

An dem Abschreckungsmanöver sind vor allem die USA beteiligt, sagte der Minister, wobei er darauf hinwies, dass auch Polen mit konventionellen Waffen teilnehmen werde.

Die Medienberichterstattung über den möglichen Einsatz russischer Atomwaffen gegen die Ukraine hat die Ängste der Polen geschürt, die sich nun an die Zeit des Kalten Krieges erinnern, als etwa 200 sowjetische Atomsprengköpfe auf ihrem Territorium stationiert waren.

Obwohl die Polen den Einsatz von Atomwaffen fürchten, wünschen sich 54,1 Prozent der Befragten eine Teilnahme Polens am NATO-Programm zur gemeinsamen Nutzung des Atomwaffenarsenals (Nuclear Sharing), während 29,5 Prozent gegen eine Stationierung in ihrem Land sind.