Sozialproteste in Argentinien

Tausende Argentinier haben am gestrigen Donnerstag gegen das umstrittene Sparprogramm von Präsident Mauricio Macri und den IWF protestiert.

Euractiv.de
People protest increase in tariffs in Argentina
Protestzug in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires. [EPA-EFE/JUAN IGNACIO RONCORONI]

Tausende Argentinier haben am gestrigen Donnerstag gegen das umstrittene Sparprogramm von Präsident Mauricio Macri protestiert. Sie liefen zum Auftakt einer geplanten Serie von Demonstrationen durch die Innenstadt von Buenos Aires.

Der  konservative Macri hat die staatlichen Subventionen gekürzt, um das chronische Haushaltsdefizit des Landes zu verringern. Er senkte beispielsweise Subventionen für Versorger, wodurch Strom und Gas erblich teurer wurden.

„Der einzige Weg, um dies zu stoppen, besteht darin, friedlich zu protestieren“, sagte Gewerkschaftsführer Pablo Micheli dem Fernsehsender America TV. Allerdings wird die Kritik an der Sparpolitik der seit 2015 amtierenden Regierung zunehmend lauter. Macri selbst steht ist im Zuge der Affäre um die so genannten Panama-Papers in die Kritik geraten.

Die Inflationsrate liegt in Argentinien derzeit bei rund 50 Prozent. Die Landeswährung Peso verlor im vergangenen Jahr rund die Hälfte ihres Werte gegenüber dem Dollar, was Importe erheblich verteuert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) stockte sein Hilfsprogramm für das krisengeschüttelte Land auf, verlangt im Gegenzug aber einen schärferen Sparkurs.

Demonstranten hielten Schilder mit Aufschriften wie “Genug vom Macri-/IWF-Sparprogramm” hoch. Damit spielen sie auf die Vereinbarung vom vergangenen September an, derzufolge sich der IWF stärker in dem verschuldeten Land engagiert – im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung zu weiteren Reformen.