Flughafen Leipzig erneut im Visier: Sprengstoffdrohne löst Alarm aus
Der versuchte Anschlag folgt auf eine Reihe mutmaßlicher Sabotageakte, die die Ermittler mit dem russischen Militärgeheimdienst in Verbindung bringen.
Der Flugverkehr am Flughafen Leipzig/Halle wurde kurz vor Mitternacht eingestellt, nachdem die Behörden eine Drohne entdeckt hatten, die einen Sprengsatz transportierte.
Laut Bild explodierte der Sprengsatz nicht, da sein Zünder defekt war. Anstatt eine kontrollierte Sprengung durchzuführen, bargen Spezialisten der Bundespolizei die Drohne in einem sicheren Behälter zur forensischen Untersuchung.
Eine Quelle aus Sicherheitskreisen teilte Euractiv mit, dass es sich bei dem Sprengstoff vermutlich um ANFO handelte, eine Mischung, die üblicherweise aus Ammoniumnitrat-Dünger und Heizöl hergestellt wird und vergleichsweise einfach herzustellen ist.
Die Drohne wurde Berichten zufolge direkt neben einem ukrainischen Antonov-Frachtflugzeug gefunden. Der Flughafen Leipzig/Halle dient als wichtiger europäischer Logistikknotenpunkt für Militärgüterlieferungen in die Ukraine.
Ein zweiter Vorfall soll sich in derselben Nacht ereignet haben. Laut Bild musste ein DHL-Frachtflugzeug wegen der Flughafensperrung die Landung abbrechen.
Angelegenheit der nationalen Sicherheit
Während des Durchstarts kollidierte das Flugzeug in einer Höhe von rund 400 Metern, etwa sechs Kilometer vom Flughafen entfernt, mit einem nicht identifizierten Objekt. Es ist weiterhin unklar, ob es sich bei dem Objekt ebenfalls um eine Drohne handelte. Das Drohnenabwehrsystem des Flughafens soll jedoch zwei Drohnen in der Gegend geortet haben.
Das DHL-Flugzeug landete später sicher in Hannover, wo Inspektoren Schäden am Flugzeug feststellten. Die deutschen Behörden behandeln den Vorfall als Angelegenheit der nationalen Sicherheit.
Der Vorfall ist nicht die erste mutmaßliche Sabotageaktion mit Sprengstoff in Leipzig. Vor fast genau zwei Jahren geriet am Flughafen ein Paket in Brand. Ähnliche Paketbrände wurden auch aus Warschau und Birmingham gemeldet.
Derzeit stehen in Vilnius fünf Angeklagte wegen der Paketvorfälle vor Gericht. Nach Erkenntnissen deutscher Ermittler wurden die Pakete im Auftrag des russischen Militärgeheimdienstes GRU versandt.
(mm)