Ukraine unterzeichnet Sicherheitsabkommen mit Schweden, Norwegen und Island
Bei einem Besuch in Stockholm am Freitag (31. Mai) unterzeichnete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Sicherheitsabkommen mit Schweden, Norwegen und Island. Beim Thema Luftabwehr musste er weiter auf Unterstützung drängen.
Bei einem Besuch in Stockholm am Freitag (31. Mai) unterzeichnete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Sicherheitsabkommen mit Schweden, Norwegen und Island. Beim Thema Luftabwehr musste er weiter auf Unterstützung drängen.
Selenskyjs Besuch erfolgte anlässlich des Gipfeltreffens der nordischen Staats- und Regierungschefs.
Mit der Unterzeichnung haben nun alle fünf nordischen Länder ein Militärabkommen mit der Ukraine abgeschlossen.
Das Sicherheitsabkommen, das Selenskyj und der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson unterzeichneten, ist Teil einer Reihe von Verpflichtungen Schwedens gegenüber der Ukraine, die in den letzten Tagen eingegangen wurden.
Die schwedische Regierung kündigte an, dass sich das bilaterale Abkommen zwischen Schweden und der Ukraine auf mindestens 105 Milliarden Schwedische Kronen (9 Milliarden Euro) für den Zeitraum 2022-2026 belaufen wird.
Der Schwerpunkt liege auf militärischer Unterstützung. Auch Mittel für den Wiederaufbau und andere Hilfen sind vorgesehen.
„Unsere Unterstützung wird nicht enden“, sagte Kristersson vor dem Treffen mit Selenskyj.
Dieser erklärte: „Nur gemeinsam können wir den Wahnsinn aus Moskau stoppen. Wir müssen diese Aufgabe so schnell wie möglich erledigen“.
Die von der schwedischen Regierung zugesagten Mittel waren bereits in Form eines dreijährigen Militärhilfepakets in Höhe von 75 Milliarden Schwedischen Kronen (6 Milliarden Euro) angekündigt worden, das vergangene Woche vorgestellt wurde.
„Schweden stellt heute seinen Dreijahresplan für Militärhilfe an die Ukraine vor, der sich auf insgesamt 75 Milliarden Schwedische Kronen (ca. 6,5 Milliarden Euro) beläuft)“, schrieb der schwedische Verteidigungsminister Pål Jonson am 22. Mai auf X.
Zusammen mit früheren schwedischen Unterstützungspaketen erhöhe sich Schwedens Militärhilfe für die Ukraine damit auf über 100 Milliarden Schwedische Kronen (~8,6 Milliarden Euro.
Auch Norwegen, vertreten durch Ministerpräsident Jonas Gahr Støre, unterzeichnete ein langfristiges Sicherheitsabkommen.
Oslo verpflichtet sich, die Ukraine in den nächsten zehn Jahren mit 2,7 Mrd. Norwegischen Kronen (237 Millionen Euro) für die Luftverteidigung zu unterstützen. Zusätzlich werden 750 Millionen Norwegische Kronen (65 Millionen Euro) für maritime Unterstützung zur Verfügung gestellt.
„Dies ist eine umfassende Vereinbarung darüber, wie wir dazu beitragen können, die Widerstandsfähigkeit der Ukraine zu stärken“, sagte Støre dem norwegischen Rundfunk NRK. Er fügte hinzu, dass die neuen nordischen Vereinbarungen die Fähigkeit der Ukraine zur Selbstverteidigung verbessern werden.
Island, vertreten durch Ministerpräsident Bjarni Benediktsson, unterzeichnete ein ähnliches Abkommen, während Finnland und Dänemark zuvor separate Militärabkommen mit der Ukraine abgeschlossen hatten.
„Wir hören zu, was Sie brauchen“
„Wir sind pragmatische und praktische Menschen in der nordischen Region. Wir hören zu, was Sie sagen, was Sie brauchen und wir werden versuchen, es Ihnen zu geben“, sagte Støre bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Ende des Treffens.
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte, die Situation vor Ort sei kritisch und die Prozesse der Waffenhilfe müssten schneller als bisher vorankommen.
„Wir müssen jetzt einfach schneller und umfangreicher werden“.
Nach Ansicht der schwedischen Regierung wird das Abkommen der Ukraine bessere Voraussetzungen für eine langfristige Verteidigungsplanung gegen Russland und den Aufbau moderner Streitkräfte bieten.
Die Staats- und Regierungschefs diskutierten auch darüber, wie die nordischen Länder ihre Munitionsproduktion erhöhen und die ukrainische Waffenproduktion ankurbeln könnten, berichtet Reuters.
Der ukrainische Präsident betonte auch die Notwendigkeit, dass sein Land bestimmte militärische Ausrüstungen wie das amerikanische Luftabwehrsystem Patriot erhalte.
Man habe auch darüber gesprochen, „wie wir die Lieferung von Patriot an die Ukraine beschleunigen können“, sagte er.
[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]