Brüssel warnt vor Mangel an Rohstoffen [DE]

Nach Angaben der Kommission wird eine "unvorhergesehen starke Nachfrage nach Mineralen" seitens aufstrebender Volkswirtschaften wie China und Indien zu wachsenden Druck auf die weltweite Versorgung mit Rohstoffen führen. Dies gilt für Kupfer, Eisenerz und Zink, die allesamt unverzichtbar für zahlreiche Industriezweige in der EU sind.

Nach Angaben der Kommission wird eine „unvorhergesehen starke Nachfrage nach Mineralen“ seitens aufstrebender Volkswirtschaften wie China und Indien zu wachsenden Druck auf die weltweite Versorgung mit Rohstoffen führen. Dies gilt für Kupfer, Eisenerz und Zink, die allesamt unverzichtbar für zahlreiche Industriezweige in der EU sind.

Angesichts des zunehmenden weltweiten Wettbewerbs um knappe Rohstoffe hat die Kommission am 5. Juni 2007 ‚einen umfassenden Überblick’ über die momentane Situation des Rohstoffzugangs der europäischen Industrie gegeben. Mit Ausnahme der Bauindustrie stehen laut dem Arbeitspapier der Kommission die meisten EU-Industrien einer weltweit rückläufigen Vorsorgung mit Rohstoffen gegenüber.

Günter Verheugen, der zuständige Kommissar für Industrie, sagte: „Die europäische Industrie braucht eine verlässliche Rohstoffversorgung und stabile Preise, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Wir sind entschlossen, die Bedingungen für die Deckung des Rohstoffbedarfs zu verbessern, sei dies nun in Europa selbst oder durch die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen bei der Beschaffung von Rohstoffen aus Drittländern.“

Das Arbeitspapier erklärt, dass Japan, die USA, Europa und China auf dem Weltmarkt für Erze in Wettbewerb stünden, was sich als zunehmend kostspielig erweise. Metallische Minerale seien ebenfalls knapp, besonders in Europa. Im Gegensatz dazu sei Europa größtenteils unabhängig hinsichtlich Mineralien, die in der Baubranche genutzt würden, wie zum Beispiel Feldspat und Gips.

Im Dezember 2005 hat die Kommission eine ‚Europäische Strategie für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen’ vorgeschlagen, die vom Parlament als ‚zu vorsichtig’ kritisiert wurde (EURACTIV 26. April 2007). Die Kommission wurde vom Rat für Wettbewerb am 21. Mai 2007 aufgefordert, einen ‚kohärenten politischen Ansatz’ zu dieser Frage zu entwickeln.

Der Zugang zu Rohstoffen steht ebenfalls auf der Agenda des vom 6. bis 8. Juni 2007 in Heiligendamm stattfindenden G8-Gipfels. Die Regierungschefs der G8-Staaten sollen eine Erklärung zu der „Verantwortung für Rohstoffe: Transparenz und nachhaltige Entwicklung“ unterzeichnen.

Am 11. Juni 2007 soll die Hochrangige Gruppe für Wettbewerbsfähigkeit, Energie und Umwelt, bei der es sich um ein der Kommission zugeordnetes Beratergremium handelt, politische Empfehlungen für einen ‚kohärenten Ansatz zum vorliegenden Problem’ für das Arbeitspapier vorlegen.