„CO2-arme Strategie“ der EU zielt auf 25% Kürzungen bis 2020 ab
Die Energieersparnisse könnten einer Entwurfskopie der lang erwarteten „Strategie der EU für eine CO2-arme Wirtschaft im Jahr 2050“ zufolge, in die EURACTIV Einblick erlangte, bereits im Jahr 2020 zu Kürzungen der Treibhausgasemissionen um 25 Prozent führen.
Die Energieersparnisse könnten einer Entwurfskopie der lang erwarteten „Strategie der EU für eine CO2-arme Wirtschaft im Jahr 2050“ zufolge, in die EURACTIV Einblick erlangte, bereits im Jahr 2020 zu Kürzungen der Treibhausgasemissionen um 25 Prozent führen.
Die derzeitigen Ziele der EU für 2020 beinhalten eine Kürzung der Emissionen um 20 Prozent im Vergleich mit den Niveaus im Jahr 1990, eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Energiemix der EU sowie eine Verbesserung der Energieeffizienz um 20 Prozent.
Doch in einer überraschenden Wendung bei der Debatte, ob die Wirtschaftskrise eine Emissionskürzung um 30 Prozent realisierbarer gemacht habe, besagt das Dokument, dass eine Durchsetzung der stockenden EU-Ziele für die Energieeffizienz die Emissionen um weitere fünf Prozent senken könnte.
Die Analyse zeige, dass der kosteneffiziente Pfad zur notwendigen Reduzierung bis 2050 heimische Reduzierungen bis 2020 um 25 Prozent benötige, steht es im Dokument. Jedoch zeige sie auch, dass die EU diese Reduzierung erreichen könne, wenn sie ihrem existierenden Engagement, die Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent zu erhöhen, nachkomme.
Das Dokument soll bald veröffentlicht werden. Quellen aus der Kommission sagen, sie hofften, es werde in einem Paket – zusammen mit dem von der Energieabteilung der Kommission entworfenen Energieplan und einem Weißbuch über den Transport – präsentiert werden.
Die Umweltschützergruppe „Friends of the Earth“ begrüßte die Nachricht – doch nicht ohne Vorbehalte.
Eine Kürzung um 25 Prozent stelle nur wenig mehr dar als das bislang Übliche und sei ein klarer Rückschritt im Vergleich zu den vorgeschlagenen 30 Prozent, sagte der Klima- und Energieaktivist der Gruppe, Brook Riley.
Die EU-Kommissarin für Klimapolitik, Connie Hedegaard, behauptet, dass der Vorschlag einer Emissionskürzung um 30 Prozent – dem die EU-Chefs unter der Bedingung, dass es die anderen großen verschmutzenden Länder ihnen gleichtäten, zugestimmt haben – mit der Strategie gar nicht verbunden sei.
Man schlage neue Versuche, Modelle und Energieeffizienzmaßnahmen vor, um die Debatte zu beleben, erklärte eine Quelle aus der Kommission EURACTIV.
Man sei aktiv und verstärke die Politiken und Pläne, um noch ehrgeiziger zu sein. Die Kommissarin würde ihr Engagement für das 30 Prozent-Ziel nie drosseln.
Trotzdem wird die 25 Prozent-Zahl zwangsläufig als ein Kuhhandel von Brüssel betrachtet werden, da sie schwer nachvollziehbar zwischen den CO2-Kürzungszielen um 20 und um 30 Prozent liegt. Und sollte die Erreichung dieses Zieles scheitern, so würde die Schuld höchstwahrscheinlich der augenblicklichen Unfähigkeit der Kommission, verbindliche Ziele für Energieersparnisse durchzusetzen, zugeschrieben werden.
Auf eine Kürzung um 80-95 Prozent bis 2050 zu
Das Strategiedokument, das vom 9. Februar datiert ist, besteht hauptsächlich aus einer Kostenanalyse der verschiedenen Etappen, die für die Erfüllung des EU-Zieles einer Reduzierung von Treibhausgasemissionen um 80-95 Prozent im Vergleich mit den Niveaus aus dem Jahr 1990 bis 2050 notwendig sind.
Das Dokument legt vorgeschlagene Ziele für Emissionskürzungen bis 2020 (25 Prozent), 2030 (40 Prozent), 2040 (60 Prozent) und 2050 (80-95 Prozent) fest. Es bietet auch eine Modellierung und eine Gliederung nach Sektoren der kosteneffizientesten Pfade, die das Dokument erwägt, um diese Ziele zu erfüllen.
Es wird eine „wichtige und nachhaltige“ Investition in die erneuerbare Energie, die klugen Netzwerke, die CO2-Abtrennung und -speicherung, in fortgeschrittene Industrieprozesse und in die Elektrifizierung des Transports über eine-40 jahrelange Periode vorgeschlagen.
Das Dokument prognostiziert, dass sich der Anstieg in den Ausgaben auf jährlich etwa 270 Milliarden Euro – was zusätzlichen 1,58 Prozent des EU-BIP entspricht –, die zu den derzeit investierten 19 Prozent des BIP hinzukommen würden, belaufen würde.
Außerdem werden in den nächsten zehn Jahren weitere 50 Milliarden Euro Investition in die Forschung und Entwicklung benötigt.
Allerdings sollten über eine 40-jahrelange Periode die Ersparnisse durch die Energieeffizienz und die erneuerbaren Energien Reduzierungen bei den durchschnittlichen Treibstoffpreisen um zwischen 175 Milliarden und 320 Milliarden Euro erreichen – davon abhängend, in welchem Ausmaß und wie schnell Klimamaßnahmen getroffen werden.
Vielleicht ist es von Bedeutung, dass die Strategie vorschlägt, sollte sich die Elektrifizierung des Transportbereichs als erfolgreich erweisen, dass die Nachfrage nach Biokraftstoffen bei Niveaus, die nicht viel höher als die im Jahr 2020 wären, bleiben könnte – das heißt wahrscheinlich bei circa zehn Prozent des Energiemix.
Dies würde hauptsächlich den Antrieb von schweren Lastfahrzeugen und der Luftfahrt betreffen.
Auch die CO2- Abtrennung und –speicherung (CCS) müsste „nach 2035 flächendeckend“ angewandt werden, was jährlich zehn Milliarden Euro kosten würde.
EHS bei CO2-arm Technologien führend
Das Emissionshandelssystem der EU (EU-EHS) müsse verstärkt werden, um eine breite Reihe an CO2-armen Technologien anzutreiben. Um dies zu erreichen, werde man sowohl „ein ausreichend starkes CO2-Preis-Signal“ als auch „langfristige Berechenbarkeit“ benötigen, besagt das Dokument.
Was den sofortigen Horizont betrifft, schlägt die Strategie vor, in der Übergangsphase zwischen Phase Zwei und Phase Drei des EHS zwischen 2013 und 2020 zwischen 500 und 800 Millionen Zulassungen auf die Seite zu legen. Damit sollen überzählige Zulassungen während Phase Zwei ausgeglichen werden.