Deutsch-französischer Panzerhersteller KNDS bestätigt Fabrik-Eröffnung in der Ukraine
Der Elyséepalast bestätigt, dass der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS sein erstes Werk in der Ukraine eröffnet. Details sollen bei einem Treffen zwischen Macron und Selenskyj anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten zur Landung in der Normandie ausgearbeitet werden.
Der französische Elyséepalast hat bestätigt, dass der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS sein erstes Werk in der Ukraine eröffnen wird. Präsident Emmanuel Macron und sein ukrainischer Amtskollege wollen am Donnerstag (6. Juni) letzte Details ausarbeiten.
Im März hatten die Verteidigungsminister Frankreichs und Deutschlands, Sébastien Lecornu und Boris Pistorius, einen Plan zur Produktion von Ersatzteilen und Munition in der Ukraine vorgestellt, der auch die Eröffnung einer KNDS-Niederlassung in dem Land vorsieht.
„Am 7. Juni wird außerdem ein Treffen mit französischen Verteidigungsindustriellen organisiert“, so der Elysée-Palast, „um die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu stärken.
„Alle unsere Aktionen stützen sich auf die [Unterstützer-]Konferenz vom 26. Februar in Paris, bei der mehrere Aktionslinien zur Unterstützung der Ukraine festgelegt wurden“, so der Elysée weiter.
Rund 30 Staats- und Regierungschefs sowie Minister aus Europa und Nordamerika waren auf Einladung des französischen Staatschefs zusammengekommen, um über Hilfen für die Ukraine zu beraten. Sie waren sich einig, dass mehr für die ukrainische Artillerie und Waffenproduktion getan werden müsse.
Macron wird zudem die Einrichtung einer Niederlassung der französischen Entwicklungsagentur AFD in der Ukraine ankündigen, die für den Zeitraum 2024-2027 mit 400 Millionen Euro an Darlehen und 50 Millionen Euro an Zuschüssen ausgestattet werden soll.
Damit sollen die ukrainischen Gebietskörperschaften in den Bereichen Energie, Verkehr und Verwaltungskapazität unterstützt werden.
Darüber hinaus wird ein Fonds für kritische Infrastrukturen in Höhe von 200 Millionen Euro eingerichtet, um französische Unternehmen zu unterstützen, die sich um Aufträge in der Ukraine bewerben.
Zu einer möglichen Entsendung von Militärausbildern in die Ukraine äußerte sich der Élysée-Palast allerdings nicht.
Die Ankündigungen fallen mit den dreitägigen Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie zusammen, an denen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der Frankreich zum vierten Mal seit der russischen Invasion besucht, und andere führende Politiker aus aller Welt teilnehmen werden.
Außerdem wird erwartet, dass der ukrainische Staatschef am Freitag, zwei Tage vor den Europawahlen, eine Rede vor der französischen Nationalversammlung halten wird, was von allen Oppositionsparteien heftig kritisiert wurde.
Ein offizielles Treffen zwischen Selenskyj und US-Präsident Joe Biden, der am 5. Juni in Frankreich eintraf, ist nach Angaben des Elysée-Palastes „derzeit“ nicht geplant, es könnte aber zu einem informellen Austausch kommen.
Auf die Gedenkfeierlichkeiten folgt am Samstag der erste offizielle Staatsbesuch Bidens in Frankreich.
[Bearbeitet von Nick Alipour]