Erneuerbare Energien: Windindustrie will Löwenanteil leisten [DE]
Während der Eröffnung der europäischen Windenergie-Konferenz in Mailand wurde erklärt, dass der Windenergiesektor bis 2020 einen Anteil von bis zu 16% von Europas Stromerzeugung liefern könne. Derzeit beträgt der Anteil 3%.
Während der Eröffnung der europäischen Windenergie-Konferenz in Mailand wurde erklärt, dass der Windenergiesektor bis 2020 einen Anteil von bis zu 16% von Europas Stromerzeugung liefern könne. Derzeit beträgt der Anteil 3%.
Arthouros Zervos, Präsident der EWEA (European Wind Energy Association; Europäischen Windenergie Vereinigung), eröffnete die Konferenz am 7. Mai 2007 mit den Worten, dass sich der Windenergiemarkt erfolgreich über seine Stammländer Deutschland, Spanien und Dänemark hinaus ausgeweitet habe. Zervos betonte, dass Windkraftwerke ein Drittel aller zwischen 2002 und 2006 in Europa eingerichteter Kapazitäten der Energieerzeugung ausmachen.
Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich im März 2007 darauf geeinigt, bis 2020 20% des gesamten Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien wie Biomasse, Wasser, Wind und Sonne zu gewinnen.
Dennoch werden noch immer große Zweifel darüber laut, wie dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden kann. Das derzeitige Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien auf 12% des gesamten Energieverbrauchs der EU anzuheben, wird laut Hochrechnungen der Europäischen Kommission nicht erreicht werden. In einem Fahrplan von Januar 2007 erklärte die Kommission: „Es ist eher unwahrscheinlich, dass die EU beim Anteil erneuerbarer Energieträger bis 2010 über 10 % hinauskommt.”
Gemäß Angaben der Kommission sei der Hauptgrund hierfür die verhältnismäßig höheren Kosten für erneuerbare Energien. Die Kommission erklärte, dass erneuerbare Energieträger beim „jetzigen Stand der Entwicklung des Energiemarkts, kurzfristig betrachtet, häufig nicht die kostengünstigste Alternative“ sind. Der Grund hierfür sei wiederum, dass externe Energiekosten, resultierend zum Beispiel aus Luftverschmutzung und Treibhausgasemissionen, nicht im Preis fossiler Brennstoffe enthalten, und daher für Investoren kurzfristig gesehen attraktiver seien.
Die Kommission fügt in ihrem Fahrplan hinzu: „So führt die Tatsache, dass die externen Kosten nicht systematisch in die Marktpreise eingerechnet werden, zu einem ökonomisch nicht gerechtfertigten unlauteren Vorteil der fossilen Brennstoffe gegenüber den erneuerbaren Energieträgern.”
Dennoch sind Befürworter der erneuerbaren Energien noch immer der Meinung, dass diese Hindernisse relativ einfach durch die Einführung neuer rechtlicher Maßnahmen überwunden werden können. Europaabgeordnete und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Mechtild Rothe sagte während der Konferenz, dass das EU-Ziel von 20% in nationale Aktionsziele für Elektrizität, Verkehr sowie Heizung und Kühlung umgewandelt werden müsse.
„Jedes Land hat ein riesiges Potential. Ich habe noch von keinem Land auf der Welt gehört, wo der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint“, sagte Rothe. „Es kann nicht gutgeheissen werden, dass einige Mitgliedsstaaten immer noch mit dem Argument kommen, dass erneuerbare Energien nur etwas für reiche Länder seien.“
Fabrizio Barbaso, stellvertretender Generaldirektor der Europäischen Kommission, sagte, dass ein neues gesetzliches Rahmenwerk für erneuerbare Energien nach Verhandlungen über nationale Pläne mit allen Mitgliedstaaten im Herbst 2007 vorgeschlagen werde. Barbaso fügte hinzu: „Wir wollen nationale Ziele pro Sektor und wir wollen, dass die Anstrengungen und die Möglichkeiten von den 27 Ländern geteilt werden.“