EU-Bürger fürchten um ihre Arbeit

Der mögliche Wegfall ihres Arbeitsplatzes sorgt die EU-Bürger am meisten, so das Ergebnis der neuen Eurobarometer-Umfrage. Während das Vertrauen in die nationalen Regierungen leicht wächst, bleibt die Zufriedenheit mit der EU auf niedrigem Niveau. Nur jeder Zweite bewertet die Mitgliedschaft positiv.

Der Gang zur Arbeit ist für viele Europäer keine Selbstverständlichkeit. Eine Mehrheit glaubt, dass die große Krise auf dem Arbeitsmarkt noch bevorsteht. Foto: dpa.
Der Gang zur Arbeit ist für viele Europäer keine Selbstverständlichkeit. Eine Mehrheit glaubt, dass die große Krise auf dem Arbeitsmarkt noch bevorsteht. Foto: dpa.

Der mögliche Wegfall ihres Arbeitsplatzes sorgt die EU-Bürger am meisten, so das Ergebnis der neuen Eurobarometer-Umfrage. Während das Vertrauen in die nationalen Regierungen leicht wächst, bleibt die Zufriedenheit mit der EU auf niedrigem Niveau. Nur jeder Zweite bewertet die Mitgliedschaft positiv.

Die EU-Kommission hat am Montag die Eurobarometer-Umfrage vorgestellt. Eine Mehrheit (51 Prozent, +2) der Befragten ist der Meinung, dass die Arbeitslosigkeit das zurzeit dringlichste Problem ihres Landes ist. An zweiter Stelle folgt mit 40 Prozent (-2) die wirtschaftliche Lage, an dritter Stelle kommen mit jeweils 19 Prozent die Inflation (-2) und die Kriminalität (+3).

54 Prozent der Befragten glauben, dass die schlimmsten Folgen der Wirtschaftskrise für den Arbeitsmarkt noch ausstehen. Im Frühjahr waren allerdings noch 61 Prozent der Befragten dieser Ansicht. 38 Prozent (Frühjahr: 28 Prozent) sind der Meinung, dass die Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreicht hat.

Am größten ist die Sorge vor Arbeitsplatzverlusten in den baltischen Staaten (64 bis 68 Prozent), Spanien (64 Prozent) und der Slowakei (64 Prozent). In Deutschland ist dies für 58 Prozent der Befragten das wichtigste Thema.

Die Zahl der Erwerbstätigen in der Eurozone sank im dritten Quartal 2009 gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent (712 000 Personen), wie die europäische Statistikbehörde Eurostat gestern in einer ersten Schätzung bekannt gab.

Vertrauen in die Regierungen wächst

Positiver bewerteten die Europäer die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage. 30 Prozent (24 Prozent) erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine Besserung der Lage des EU-Marktes, 29 Prozent (24 Prozent) erwarten eine Erholung der Weltwirtschaft. Die Europäer haben im Kampf gegen die Wirtschaftskrise auch mehr Vertrauen in die nationalen Regierungen gewonnen. 19 Prozent von ihnen glauben, dass die jeweiligen Regierungen die Probleme am besten lösen können – das sind 7 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr.

Allerdings hat das Vertrauen in die Demokratie abgenommen. 53 Prozent  sind mit der Funktionsweise der Demokratie in ihrem Land zufrieden, im Herbst 2007 waren es noch 58 Prozent.

Grünes Wachstum nur zweitbeste Strategie

Nachhaltiges Wachstum kann nach Ansicht der Europäer am besten durch Anreize für Forschung und Innovation in der europäischen Wirtschaft (31 Prozent) befördert werden. Eine umweltfreundliche Produktion von Waren und Dienstleistungen landet bei dieser Frage auf Platz 2 (30 Prozent). Auch Hilfen für die Landwirtschaft (27 %) und die Erleichterung von Unternehmensgründungen (25 Prozent) halten die Befragten für geeignet, um Wachstum zu befördern.

Nur die Hälfte der Bürger bewertet EU-Mitgliedschaft positiv

Eine knappe Mehrheit der Europäer (53 Prozent, unverändert) hält die EU-Mitgliedschaft ihres Landes für positiv. 57 Prozent (+1) meinen, ihr Land habe von seiner Zugehörigkeit zur EU profitiert. 50 Prozent setzen Vertrauen in das EU-Parlament, 46 Prozent in die EU-Kommission.

Für das Eurobarometer werden zweimal jährlich Europäer befragt; bei der aktuellen Befragung waren dies rund 30 000 Menschen.

Links / Download

EU-Kommission: Erklärung zum Eurobarometer Okt. / Nov. 2009 (14. Dezember 2009)

EU-Kommission: Initiates file downloadErste Ergebnisse des Eurobarometers Okt. / Nov. 2009 (4. Dezember 2009)