Interesse an Waffen in Polen steigt inmitten des Ukrainekriegs
Seit dem Krieg in der Ukraine ist die Zahl der Anträge auf Waffenscheine in Polen gestiegen, und die Regierung bietet nun landesweit kostenlose Schießtrainings in Schulen an.
Seit dem Krieg in der Ukraine ist die Zahl der Anträge auf Waffenscheine in Polen gestiegen, und die Regierung bietet nun landesweit kostenlose Schießtrainings in Schulen an.
Polen, wo vor allem Jäger, Soldaten und Sportler Waffen besitzen, rangiert weltweit auf Platz 166 der meist bewaffneten Länder. Es ist nicht einfach, in Polen eine Waffe zu erwerben, da die Erteilung der Genehmigung etwa sechs Monate dauern kann und eine Ausbildung und medizinische Tests erfordert. Auch muss ein triftiger Grund angegeben werden, warum eine Waffe benötigt wird.
Seit dem Beginn des russischen Krieges in der Ukraine im Februar hat die Zahl der Polen, die bei der Provinzpolizei die entsprechenden Dokumente für den Erwerb von Schusswaffen beantragen, jedoch exponentiell zugenommen.
In der Woiwodschaft Wielkopolskie beispielsweise haben seit Kriegsbeginn über 3.000 Personen bei der Provinzpolizeidirektion einen Waffenschein beantragt – ein gewaltiger Sprung im Vergleich zu den 1.800 Genehmigungen, die im gesamten letzten Jahr erteilt wurden.
In der Zwischenzeit hat das Ministerium für Sport und Tourismus ein Programm zur Förderung des Schießsports aufgelegt, das kostenlose Kurse auf Schießständen im ganzen Land anbietet.
Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft kündigte an, dass Schüler im Rahmen des Sicherheitsunterrichts Schießtraining erhalten werden, obwohl das Projekt derzeit mit logistischen und organisatorischen Problemen zu kämpfen hat.
Umfragen, die zu Beginn dieses Jahres durchgeführt wurden, haben außerdem ergeben, dass mehr Bürger:innen eine Erleichterung des Erwerbs von Waffenscheinen befürworten, obwohl 65 Prozent der Befragten immer noch der Meinung sind, dass die derzeitigen Regeln für den legalen Erwerb von Waffen nicht vereinfacht werden sollten.