Japan kommt Europäern zu Hilfe

Mit einem verstärkten Aufkauf europäischer Staatsanleihen will Japan zur Eindämmung der Schuldenkrise in der Euro-Zone beitragen. Die japanischen Pläne haben der europäischen Gemeinschaftswährung an den asiatischen Märkten jedoch nur kurzzeitig geholfen.

Japan hat angekündigt, rund 20 Prozent der von den Euroländern geplanten europäischen Anleihen aufzukaufen. Foto: dpa
Japan hat angekündigt, rund 20 Prozent der von den Euroländern geplanten europäischen Anleihen aufzukaufen. Foto: dpa

Mit einem verstärkten Aufkauf europäischer Staatsanleihen will Japan zur Eindämmung der Schuldenkrise in der Euro-Zone beitragen. Die japanischen Pläne haben der europäischen Gemeinschaftswährung an den asiatischen Märkten jedoch nur kurzzeitig geholfen.

Zunächst erreichte Gewinne gab der Euro am Dienstag im Handelsverlauf wieder ab. Die Anleger blieben überzeugt, dass Portugal als nächstes Land auf den Euro-Rettungsschirm angewiesen sein wird.

Die Schuldenkrise drückte auch auf die Stimmung an der Tokioter Börse. Vor allem Werte von Unternehmen, die besonders in Europa aktiv sind, gaben nach. Die anderen Börsenplätze notierten dagegen überwiegend im Plus.

Vertrauen in EFSF stärken

Der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda erklärte, sein Land wolle das Vertrauen in den Rettungsfonds der Euro-Zone (European Financial Stability Mechanism, EFSF) stärken. Deshalb sei es angemessen, die Anleihen der Zweckgesellschaft zu kaufen, anstatt Anleihen einzelner Euro-Länder.

Japan werde rund 20 Prozent der für Ende Januar geplanten EFSF-Emission zeichnen, erklärte Noda. Der Finanzmarkt blickt mit großer Spannung auf die richtungweisende Emission, bei der der Rettungsfonds der Euro-Zone erstmals am Kapitalmarkt auftritt.

Der Euro reagierte auf die Ankündigung zunächst mit deutlichen Kursgewinnen bis auf knapp 1,2990 Dollar, die er jedoch im Handelsverlauf größtenteils wieder abgab. Ein Euro kostete dann wieder 1,2947 Dollar und damit in etwa so viel wie zum New Yorker Schlusskurs.

Skepsis an der Tokioter Börse

Die europäische Schuldenkrise sorgte auch für Skepsis an der Tokioter Börse. Lediglich einige Exportwerte konnten von der Ankündigung profitieren, da die Stützung des Euro den Yen tendenziell schwächen dürfte. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte schloss 0,3 Prozent niedriger bei 10.510 Punkten, der breiter gefasste Topix-Index veränderte sich dagegen kaum gegenüber seinem Schlusskurs vom Freitag. Am Montag war die Börse wegen eines Feiertages geschlossen.

Zu den Verlierern gehörten unter anderem die Aktien von Unternehmen, die besonders stark auf den europäischen Markt angewiesen sind. So gaben Canon- und Olympus-Papiere mehr als ein Prozent nach.

An den übrigen asiatischen Börsen hielten sich die Kursbewegungen größtenteils in engen Grenzen. Die Aktienmärkte in Taiwan und Hongkong legten rund ein Prozent zu.

Die US-Börsen waren am Montag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte büßte 0,3 Prozent auf 11.637 Punkte ein, der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,1 Prozent auf 1269 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte hingegen 0,2 Prozent auf 2707 Punkte zu.

EURACTIV/rtr/dto

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European Financial Stability Facility / EFSF:
Internetseite

Finanzministerium:
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Bundestag: Entwurf eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus. Drucksache 17/1685 (11. Mai 2010)