London nimmt mit Rabatt wieder an EU-Forschungsprogrammen teil

Das Vereinigte Königreich wird sich wieder am Satellitenprogramm der Europäischen Union zur Erdbeobachtung und an Horizon Europe beteiligen. Der finanzielle Beitrag wird reduziert ausfallen, um einen Ausgleich für die verpassten Jahre zu schaffen.

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Das Vereinigte Königreich hat seine Beiträge in Höhe von 721 Millionen Euro für das Raumfahrtprogramm im Rahmen des Mehrjahreshaushalts 2021-2027 nicht gezahlt. Die Verhandlungen über das Abkommen waren in den letzten drei Jahren ins Stocken geraten, da sich beide Seiten über die Umsetzung des Nordirland-Protokolls stritten. [EPA-EFE/CHRIS J. RATCLIFFE / POOL]

Das Vereinigte Königreich wird sich wieder am Satellitenprogramm der Europäischen Union zur Erdbeobachtung und an Horizon Europe beteiligen. Der finanzielle Beitrag wird reduziert ausfallen, um einen Ausgleich für die verpassten Jahre zu schaffen.

Nach monatelangen Verhandlungen über die jährlichen Beiträge Londons haben das Vereinigte Königreich und die EU eine politische Einigung am Donnerstag (7. September) erzielt. London kann nun wieder an den gemeinsamen Forschungsprogrammen teilnehmen, die es infolge des Brexits verlassen hatte.

Dazu gehört Copernicus, ein Projekt, welches die Umweltentwicklung der Erde mit Hilfe von Satelliten aus dem Weltraum beobachtet und überwacht und zum Katastrophenmanagement und zur Überwachung der Umweltverschmutzung beiträgt.

Das Vereinigte Königreich hat seine Beiträge in Höhe von 721 Millionen Euro für das Raumfahrtprogramm im Rahmen des Mehrjahreshaushalts 2021-2027 nicht gezahlt. Die Verhandlungen über das Abkommen waren in den letzten drei Jahren ins Stocken geraten, da sich beide Seiten über die Umsetzung des Nordirland-Protokolls stritten.

Nach der am Donnerstag erzielten Einigung wird sich der britische Beitrag zu Copernicus auf 154 Millionen Euro pro Jahr belaufen, oder 616 Millionen Euro bis 2027, wie EURACTIV erfuhr.

Die Mitteilung der Kommission erwähnt eine „Schätzung“ von „durchschnittlich fast 2,6 Milliarden Euro pro Jahr für Horizon Europe und Copernicus.“

Nach der Unterzeichnung des Windsor-Rahmenabkommens, mit dem die Unstimmigkeiten zwischen London und Brüssel über das Nordirland-Protokoll beigelegt wurden, hoffte das Vereinigte Königreich, dass sein finanzieller Beitrag zu den Programmen die Tatsache widerspiegeln würde, dass es einige Jahre lang keine Dienste in Anspruch genommen hatte, hieß es aus britischen Regierungskreisen zu dieser Zeit gegenüber EURACTIV.

Sieg für die Briten

Der finanzielle Beitrag des Vereinigten Königreichs wird neu kalibriert, da das Land nicht wie ursprünglich geplant ab 2021 teilgenommen hat. Die britische Regierung wird daher in den Genuss eines dreijährigen Rabatts kommen.

„Die Europäische Kommission und die britische Regierung haben sich auch auf angemessene Bedingungen für den Finanzbeitrag des Vereinigten Königreichs für den mehrjährigen Finanzrahmen 2021-2027 geeinigt, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass britische Forscher ab 2021 nicht mehr an Horizon Europe oder Copernicus teilnehmen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Die Zusammenarbeit mit Copernicus „wird dem britischen Erdbeobachtungssektor Zugang zu einzigartigen Daten verschaffen, die zum Beispiel für die frühzeitige Warnung vor Überschwemmungen und Bränden wertvoll sind, und die Möglichkeit bieten, sich um Verträge zu bewerben, zu denen sie seit drei Jahren keinen Zugang hatten“, so die britische Regierung in einer Pressemitteilung.

In ihrer gemeinsamen Erklärung vereinbarten der britische Premierminister Rishi Sunak und die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dass das Vereinigte Königreich auch Zugang zu den EU-Weltraumüberwachungs- und -verfolgungsdiensten haben wird.

Sunak fügte hinzu, dass die Vereinbarung zu Horizon Europe „eine neue automatische Rückforderung enthält, die das Vereinigte Königreich schützt, während sich die Beteiligung von den Auswirkungen der letzten zweieinhalb Jahre erholt. Das bedeutet, dass das Vereinigte Königreich entschädigt wird, wenn britische Wissenschaftler deutlich weniger Geld erhalten, als das Vereinigte Königreich in das Programm investiert.“

Die Europäische Kommission strebt die Einrichtung eines europäischen SST-Dienstes an, wie in ihrer im vergangenen März veröffentlichten Mitteilung über Weltraum und Sicherheit dargelegt.

[Bearbeitet von Benjamin Fox/Alice Taylor/Kjeld Neubert]