Macron verteidigt französischen Militäreinsatz in der Sahelzone

Frankreichs Militäroperationen in der Sahelzone seien ein Erfolg gewesen, da sie die Bildung eines Kalifats verhindert hätten, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron in einem Interview mit der französischen Wochenzeitung Le Point, das am Mittwochabend online veröffentlicht wurde.

EURACTIV.fr
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2013 und 2014 hat Frankreich zwei Militäroperationen gestartet: Serval und Barkhane.  [EPA-EFE/JULIEN DE ROSA]

Frankreichs Militäroperationen in der Sahelzone seien ein Erfolg gewesen, da sie die Bildung eines Kalifats verhindert hätten, so der französische Präsident Emmanuel Macron.

2013 und 2014 hatte Frankreich zwei Militäroperationen in der Sahelzone unter den Namen Serval und Barkhane gestartet.

„Diese französischen Interventionen, die auf Ersuchen afrikanischer Staaten durchgeführt wurden, waren erfolgreich. Sie haben die Entstehung von Kalifaten, nur wenige tausend Kilometer von unseren Grenzen entfernt, verhindert“, sagte Macron dem Magazin Le Point in einem am Mittwochabend veröffentlichten Interview.

Es sei richtig gewesen, „dass sich Frankreich mit afrikanischen Staaten zusammengetan hat, um den Terrorismus zu bekämpfen.“

Ohne sie „gäbe es wahrscheinlich Mali nicht mehr, Burkina Faso nicht mehr, und ich bin mir nicht einmal sicher, ob es Niger noch gäbe“, so Macron. Die Einsätze seien daher die „Ehre“ und „Verantwortung“ Frankreichs gewesen.

Das Land könne allerdings nicht länger involviert bleiben, „wenn es einen Staatsstreich gibt und die Priorität der neuen Regime nicht die Bekämpfung des Terrorismus ist“, auch wenn dies „tragisch für die betroffenen Staaten“ sei, so Macron.

Anfang August hatten in Niger Vertreter des Militärs den gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum festgesetzt.

Macrons positive Bilanz der Interventionen wird jedoch nicht von allen Seiten geteilt. 

Die Operation Barkhane habe „die dschihadistische Bedrohung vergrößert“, da die Allianz zwischen islamistischen Gruppen und anderen Terrorgruppen eine geeinte Gruppe geschaffen habe, „deren einzige Besessenheit der Tod des westlichen Soldaten ist“, erklärte der ehemalige französische Botschafter Gérard Araud kürzlich in einem Interview mit EURACTIV Frankreich.

Allerdings würde die Operation Serval vor Ort als Erfolg gewertet, da sie zur Zurückdrängung der Dschihadisten beigetragen habe, räumte er ein.

In dem Interview verteidigte Macron auch seinen Ansatz für die künftigen Beziehungen mit der Region, der darin bestehe, von einer „Sicherheitslogik“ zu einer „Partnerschaftslogik“ überzugehen. „Frankreich verteidigt seine Interessen und hilft Afrika, erfolgreich zu sein“, so Macron.

Derzeit sind noch 1.500 französische Soldaten im Kampf gegen den Dschihadismus in Niger stationiert, da Frankreich die Auflösung der Militärabkommen durch die am Putsch beteiligten Generäle nicht anerkennt.

Macron forderte erneut die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung und die Freilassung seines nigrischen Amtskollegen Mohamed Bazoum. Der Militärputsch in Niger sei „ein Schlag gegen die Demokratie in Niger, gegen das nigrische Volk und gegen den Kampf gegen den Terrorismus“ gewesen, so der französische Präsident.