NGOs kritisieren Fischereipläne der EU [DE]
Umweltgruppen kritisieren die Pläne, auf die sich die EU-Landwirtschaftsminister geeinigt haben, um die Fischbestände innerhalb biologischer Grenzen zu halten. Die Kommission präsentiert derzeit im Rahmen der Grünen Woche in Brüssel ihre Bilanz der Umweltpolitik.
Umweltgruppen kritisieren die Pläne, auf die sich die EU-Landwirtschaftsminister geeinigt haben, um die Fischbestände innerhalb biologischer Grenzen zu halten. Die Kommission präsentiert derzeit im Rahmen der Grünen Woche in Brüssel ihre Bilanz der Umweltpolitik.
Der Rat hat am 11. Juni 2007 zwei mehrjährige Managementpläne – der eine für den Kabeljau aus der Ostsee, der andere für die Seezunge sowie die Scholle aus der Nordsee – und zwei mehrjährige Erholungspläne angenommen, die zum einen auf den Blauflossen-Thunfisch und zum anderen auf den europäischen Aal gerichtet sind. Ein entsprechender Plan wurde für Plattfische angenommen.
Der Kommissar für Fischerei und maritime Angelegenheiten, Joe Borg, bezeichnete die Einigung als willkommenes Zeichen dafür, dass die EU begonnen habe, das Konzepts des höchstmöglichen Dauerertrags (MSY) in der Fischerei anzuwenden. Er warnte jedoch davor, dass neue Quoten bis Ende des Jahres 2007 festgesetzte werden müssten, damit der Plan wirklich greifen könne.
Greenpeace kritisierte die Einigung im Rat: Sie verharmlose traurigerweise den kritischen Zustand der Bestände. Der WWF nannte die Einigung ‚lächerlich’.
Saskia Richartz, politische Referentin von Greenpeace, warf der Kommission vor, politische Abmachungen über wissenschaftliche Ratschläge zu stellen. Richartz betonte, dass Frankreich und Italien dem Erholungsplan nur zugestimmt hätten, weil die Regelungen zur Mindestgröße der Fische, die gefangen werden dürften, für ein weiteres Jahr auf Eis gelegt worden wären.
Währenddessen stellte Aaron McLoughlin, der Leiter des WWF European Marine Programme, fest, dass der Plan ‚die Überfischung der Blauflossen-Thunfische’ legalisiere. Er warf der EU Unverantwortlichkeit vor und sagte, es gebe ‚wenig Hoffnung’, dass ein Zusammenbruch der Bestände des Blauflossen-Thunfischs verhindert werden könne.
Wissenschaftler raten zu breiten Fischereiverboten während der Laichzeit des Blauflossen-Thunfischs sowie zu Regelungen für eine Mindestfanggröße und eine Halbierung der erlaubten Fangmenge. Sie sind der Auffassung, dass Maßnahmen zur Auffüllung der Kabeljaubestände in der Ostsee und des europäischen Aal-Bestandes ähnlich dringend seien, da die Zahl der jungen Aale, die zu den Beständen hinzukommen, auf 1% des ursprünglichen Niveaus gesunken sind.
Greenpeace ist der Auffassung, dass die Vereinigten Staaten eine Vorreiterrolle bei der nachhaltigen Fischerei übernähmen und die EU hinterher hinke. Anders als die EU hätten die USA Regeln angenommen, die Fangraten, die wissenschaftlich empfohlene Grenzen überschritten, verböten, so Richartz. Die USA hätten weltweit die größten vollkommen geschützten Meeresgebiete ausgewiesen. Hingegen folge die EU bei der Erteilung von Fangrechten weiterhin politischen Zwecken.
Die Kritik sorgt für Verlegenheit auf Seiten der EU. Die Kommission präsentiert im Rahmen der Grünen Woche vom 12. bis 15. Juni 2006 ihren Aktionsplan zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.
Der WWF bezeichnete jedoch die Übereinkunft zu Aalen als ‚positiven Schritt’. Die Organisation glaube, dass der Erholungsplan der EU darauf hoffen lasse, dass die Aalvorkommen wieder ein zukunftsfähiges Niveau erreichen könnten.