Nur Dementis zu Griechenlands Euro-Austritt
Eine Meldung von "Spiegel online" über den angeblichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vom Freitagabend provozierte eine Reihe von Dementis. Die EU, der Chef der Euro-Gruppe, die deutsche Bundesregierung sowie auch die griechische Regierung wiesen die Berichte umgehend zurück.
Eine Meldung von „Spiegel online“ über den angeblichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vom Freitagabend provozierte eine Reihe von Dementis. Die EU, der Chef der Euro-Gruppe, die deutsche Bundesregierung sowie auch die griechische Regierung wiesen die Berichte umgehend zurück.
Dem Medienbericht zufolge sollte bei einem Geheimtreffen in Luxemburg über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone beraten werden. Von allen Seiten hagelte es am Freitagabend Dementis.
"Wir dementieren es vehement", teilte das Athener Finanzministerium in einer schriftlichen Erklärung mit.
Die griechische Botschaft in Berlin verbreitete noch am späten Freitagabend den Wortlaut der Erklärung des griechischen Finanzministeriums:
"Die Meldung über einen angeblich bevorstehenden Austritt Griechenlands aus der Eurozone ist nicht nur unwahr, sondern zeugt auch von einer unverständlichen Leichtfertigkeit, obwohl die griechische Regierung und die Regierungen der anderen Mitgliedsländer der EU dieses Szenario wiederholt dementiert haben. Derartige Veröffentlichungen stellen eine Provokation dar, sie unterminieren die Konsolidierungsbemühungen Griechenlands und dienen der Spekulation."
Ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone "stand und steht nicht an", hieß es auch aus Berliner Regierungskreisen.
"Spiegel Online" hatte berichtet, die Regierung in Athen erwäge, den Währungsraum zu verlassen und wieder die Drachme einzuführen.
Auf entsprechende Signale hin habe die EU-Kommission die Euro-Finanzminister zu einem Sondertreffen am Freitagabend in Luxemburg geladen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble habe die Griechen unter allen Umständen von dem Schritt abhalten wollen.
In einem internen Papier des Ministeriums werde vor den katastrophalen Folgen eines möglichen Austritts Griechenlands gewarnt, so der umstrittene Pressebericht.
Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker, der luxemburgische Ministerpräsident, betonte, es sei kein solches Treffen geplant. Auch die EU-Kommission dementierte: "Ich weiß davon nichts", so ein Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel. Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter zeigte sich ebenfalls völlig überrascht von der Meldung.
Der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou habe offenbar keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als den Euro aufzugeben und wieder eine eigene Währung einzuführen, schrieb "Spiegel online" am Freitagabend und versetzte damit halb Europa in Aufruhr.
Im genannten Papier des deutschen Finanzministeriums wird vor den Folgen des Euro-Austritts gewarnt: "Es wird zu einer erheblichen Abwertung der neuen Inlandswährung gegenüber dem Euro kommen", soll es darin heißen. Schätzungen zufolge sei mit einem Kursverlust von bis zu 50 Prozent zu rechnen. Dadurch wachse die Verschuldung Griechenlands drastisch an.
ekö
Link:
Der Bericht auf Spiegel online