Polen untersucht Ausbruch der Legionärskrankheit um NATO-Stützpunkt

Am 17. August brach in Rzeszów, der Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Podkarpackie und eines strategischen NATO-Drehkreuzes, die durch Legionellen verursachte Legionärskrankheit aus.

EURACTIV.pl
lead
Legionellose ist eine Krankheit, die nicht durch Kontakt mit anderen Menschen übertragen werden kann. Den meisten Quellen zufolge kann man sich auch nicht durch die Einnahme von verunreinigtem Wasser anstecken, sondern nur, wenn man das Aerosol einatmet, das durch das Verspritzen von mit Bakterien verseuchtem Wasser entsteht, beispielsweise unter der Dusche. [Shutterstock/Jarun Ontakrai]

Polnische Sicherheitsdienste versuchen die Ursache eines Ausbruchs der durch Legionellen verursachten Legionärskrankheit zu ermitteln, welche Mitte August in Rzeszów ausgebrochen ist.

Während des seit zwei Wochen andauernden Ausbruchs in der Hauptstadt der Region Karpatenvorland sind laut Zahlen vom Montag bereits mindestens elf Menschen gestorben und 144 haben sich infiziert. Bei den meisten Opfern handelt es sich um ältere Menschen.

Es soll festgestellt werden, ob es sich um Sabotage handelt, da Rzeszów als Umschlagplatz für westliche Waffen in die Ukraine eine strategisch wichtige und optimal geschützte NATO-Stadt in Europa ist, ähnlich der Air Base Ramstein in Deutschland.

Tests haben gezeigt, dass das Wasser im Wasserversorgungssystem der Stadt mit Legionellen kontaminiert war. Obwohl die Stadt bestätigt hat, dass Leitungswasser für den Ausbruch verantwortlich sein könnte, muss die genaue Quelle der Bakterien noch ermittelt werden.

Legionellose ist eine Krankheit, die nicht durch Kontakt mit anderen Menschen übertragen werden kann. Den meisten Quellen zufolge kann man sich auch nicht durch die Einnahme von verunreinigtem Wasser anstecken, sondern nur, wenn man das Aerosol einatmet, das durch das Verspritzen von mit Bakterien verseuchtem Wasser entsteht, beispielsweise unter der Dusche.

Am vergangenen Wochenende (25./26. August) wurde das Wasserversorgungssystem von Rzeszów desinfiziert, indem eine 20-fache Chlordosis in das System eingeführt wurde. Die städtischen Wasserwerke führen diese Prozedur einmal im Jahr durch, aber dieses Mal wurde sie beschleunigt.

Polnische Medien berichten, dass vereinzelte Fälle von Legionellose in den benachbarten Woiwodschaften Małopolskie und Lubelskie sowie in der Woiwodschaft Wielkopolskie festgestellt wurden.

Nach Angaben des polnischen Gesundheitsministeriums ist die Krankheit zwar ansteckend, aber nicht infektiös.

Die Legionelleninfektion verursacht eine akute Lungenentzündung. Sie wird von allgemeinen grippeähnlichen Symptomen begleitet. Zudem sind Verdauungsprobleme wie Erbrechen und Durchfall möglich.

Die ersten Ergebnisse, über die polnische Medien zu Beginn des Wochenendes berichteten, sollen darauf hindeuten, dass kein Dritter an der Entstehung der lebensbedrohlichen Situation beteiligt war.

Die Ermittlungen dauern jedoch noch an – ebenso wie die Suche nach der Quelle des verseuchten Wassers.