Salgado: Spanien braucht keine Hilfskredite
Im Gegensatz zu Portugal wird Spanien seine Euro-Partner nicht um Hilfskredite bitten. Dies erklärte Wirtschaftsministerin Elena Salgado. Auch die EU-Kommission ist optimistisch: Spanien sei auf gutem Weg.
Im Gegensatz zu Portugal wird Spanien seine Euro-Partner nicht um Hilfskredite bitten. Dies erklärte Wirtschaftsministerin Elena Salgado. Auch die EU-Kommission ist optimistisch: Spanien sei auf gutem Weg.
Die Regierung in Madrid werde nicht dem Beispiel ihres Nachbarlandes folgen, weil die spanische Volkswirtschaft viel wettbewerbsfähiger sei, sagte Elena Salgado am Donnerstag im spanischen Rundfunk. Auch die Märkte hätten dies registriert. Ein Überspringen der Krise von Portugal auf Spanien sei deshalb "absolut ausgeschlossen".
"Spanien ist auf gutem Weg", erklärte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Donnerstag. "Die spanische Wirtschaft steht vor Herausforderungen, aber bis jetzt erfüllt Spanien seine Aufgaben."
Portugals geschäftsführender Ministerpräsident Jose Socrates hatte am Mittwochabend erklärt, sein Land müsse Finanzhilfen bei der Europäischen Union beantragen (EURACTIV.de vom 7. April 2010). Nach wochenlanger Gegenwehr gegen eine Rettungsaktion unternimmt Portugal damit eine abrupte Kehrtwende. Nach Griechenland und Irland ist Portugal das dritte Euro-Land, dass auf den Druck der Kapitalmärkte reagieren muss und um Unterstützung bittet.
Wachstumsprognose gesenkt
Das ebenfalls unter den Folgen der Schuldenkrise leidende Spanien hatte am Mittwoch seine Wachstumsprognose für die kommenden beiden Jahre gesenkt. Wegen steigender Zinsen und Ölpreise wird die spanische Wirtschaft 2012 wohl nur um 2,3 Prozent wachsen. Zuvor hatte die Regierung noch ein Plus von 2,5 Prozent angepeilt. 2013 soll das Wachstum 2,4 und nicht 2,7 Prozent betragen.
Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag den Schlüsselzins um einen viertel Prozentpunkt auf 1,25 Prozent erhöhen. Experten rechnen bis Ende des Jahres mit einem Leitzinsniveau von 1,75 Prozent. Dazu erklärte Salgado, eine Zinserhöhung um 0,25 Punkte werde keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Wirtschaft haben.
EURACTIV/rtr/dto
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