SIPRI-Bericht: Ukrainische Militärausgaben fast so hoch wie von Russland
Die westliche Militärhilfe für die Ukraine hat den Abstand zwischen den Militärausgaben der Ukraine und Russlands auf 10 Milliarden Dollar verringert. Dies geht aus den jüngsten Daten zu Militärausgaben hervor, die das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) veröffentlicht hat.
Durch die westliche Militärhilfe für die Ukraine hat sich der Abstand zwischen den Militärausgaben der Ukraine und Russlands auf 10 Milliarden Dollar verringert. Dies geht aus den jüngsten Daten zu Militärausgaben hervor, die das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) veröffentlicht hat.
Die Ukraine gibt inzwischen über die Hälfte der Staatsausgaben für militärische Zwecke aus. Zusätzlich zu den Militärhilfen der EU und der USA wird damit die Ausgabenlücke zu Russland weiter verringert, so der neue SIPRI-Bericht vom Montag (22 April).
Im Jahr 2023 beliefen sich die Verteidigungsausgaben Kyjiws auf 59 Prozent der russischen Ausgaben, stiegen aber auf 91 Prozent, wenn man die ausländische Militärhilfe mit einbezieht.
Im Jahr 2023 gab die Ukraine 64,8 Milliarden US-Dollar für Verteidigung aus, womit das Land laut SIRPI den neunten Platz unter den größten Militärausgaben der Welt einnimmt.
Im Vergleich dazu gab Russland im Jahr 2023 109 Milliarden US-Dollar aus, was einem Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 57 Prozent seit 2014 entspricht, als Russland die Ukraine angriff und die Krim illegal annektierte.
SPIRI weist auch darauf hin, dass die Verteidigungsausgaben in der Ukraine 58 Prozent der gesamten Staatsausgaben ausmachen, während es in Russland nur 16 Prozent sind.
Rund 50 Länder aus der ganzen Welt haben die Ukraine seit mehr als zwei Jahren militärisch unterstützt, auch schon vor Ausbruch des Krieges.
Nach Angaben des Forschungsinstituts hat die Ukraine im vergangenen Jahr mindestens 35 Milliarden Dollar an Militärhilfe erhalten und liegt damit nur noch 10 Milliarden Dollar hinter Russland.
Trotz der umfangreichen Militärhilfe, die der Westen Kyjiw im vergangenen Jahr zugesagt hat, sind die Streitkräfte des Landes nach wie vor unterlegen und verfügen nicht über genügend Munition und Luftabwehrsysteme.
Da der US-Kongress die Auszahlung der Militärhilfe im vergangenen Jahr blockiert hatte, wurde von den Europäern erwartet, denn Kyjiw rechnet noch vor diesem Sommer mit einer russischen Offensive. Die EU-Staaten waren aber nicht im Stande, die Lücke zu füllen. Denn der europäische militärisch-industrielle Komplex ist in weiten Teilen nicht kriegsfähig.
Westliche Militärs haben jedoch betont, dass es schwierig ist, genau zu wissen, wie viel Russland für seinen Krieg ausgibt, da der Zugang zu Informationen über die Verteidigungsausgaben des Landes beschränkt ist.
Im Vergleich dazu sind die Verteidigungsausgaben und -beschaffungen des Westens zwar ebenfalls geheim, aber zuverlässige Berichte aus offiziellen Quellen sind in der Regel transparenter, da verbündete Staaten sowohl Käufe als auch Lieferungen offenlegen.
Dem SIPRI-Bericht zufolge beliefen sich die weltweiten Militärausgaben im vergangenen Jahr auf insgesamt 2.443 Milliarden US-Dollar und stiegen zum ersten Mal seit 2009 auf allen Kontinenten an.
„Der beispiellose Anstieg der Militärausgaben ist eine direkte Reaktion auf die weltweite Verschlechterung von Frieden und Sicherheit“, sagte Nan Tian, leitender Wissenschaftler bei SIPRI, gegenüber Journalisten.
„Die Staaten setzen auf militärische Stärke, riskieren aber, in einer zunehmend instabilen geopolitischen und sicherheitspolitischen Landschaft in eine Aktions-Reaktionsspirale zu geraten“, warnte er.
Der Bericht hebt hervor, dass China seine Militärausgaben kontinuierlich erhöht, genauso wie die Nachbarstaaten des Landes der Mitte. Laut SIPRI hat Peking im 29. Jahr in Folge seine Verteidigungsausgaben erhöht.
Auch in Japan und Taiwan sind die Militärausgaben deutlich gestiegen, während Israels Krieg im Gazastreifen die Zahlen ebenfalls in die Höhe getrieben hat.
[Bearbeitet von Alexandra Brzozowski/Rajnish Singh]