Spanien, Frankreich wollen jetzt Barcelona-Marseille-Pipeline
Spaniens Premierminister Pedro Sánchez gab am Donnerstag (20. Oktober) bekannt, dass Spanien, Frankreich und Portugal sich darauf geeinigt haben, das MidCat-Trans-Pyrenäen-Verbindungsprojekt durch einen "grünen Energiekorridor" zu ersetzen, der Barcelona und Marseille miteinander verbinden soll.
Spaniens Premierminister Pedro Sánchez gab am Donnerstag (20. Oktober) bekannt, dass Spanien, Frankreich und Portugal sich darauf geeinigt haben, die MidCat-Pipeline durch einen „grünen Energiekorridor“ zu ersetzen.
Die neue Pipeline, die erst einmal Gas transportieren wird, soll unter Wasser zwischen Barcelona und Marseille verlaufen. Einbürgern wird sich wohl der Name „BarMar“.
Sánchez hat diese Vereinbarung in Äußerungen gegenüber Journalist:innen bei seiner Ankunft zum Europäischen Rat bekannt gegeben.
Zuvor hatte er sich in Brüssel mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem portugiesischen Premierminister António Costa getroffen, um die Zukunft der Verbindungsleitungen zu erörtern.
„Wir haben uns darauf geeinigt, das MidCat-Projekt durch ein neues Projekt zu ersetzen, das den Namen grüner Energiekorridor tragen wird und die Iberische Halbinsel mit Frankreich und damit mit dem europäischen Energiemarkt verbinden wird.“
Korridor für grüne Energie
Sánchez, Macron und Costa haben die Einigung, die sie erzielt haben, in einem gemeinsamen Kommuniqué dargelegt.
Darin enthalten ist die Erklärung, in der sich die drei über die Bedeutung einer Beschleunigung des Baus von Energieverbundnetzen in der EU einig sind, und die Einzelheiten der Vereinbarung.
Darin wird erklärt, dass sie beschlossen haben, „das MidCat-Projekt aufzugeben und stattdessen vorrangig einen grünen Energiekorridor zu schaffen, der Portugal, Spanien und Frankreich mit dem europäischen Energienetz verbindet.“
In diesem Zusammenhang haben sie sich darauf geeinigt, eine Unterwasser-Pipeline von Barcelona nach Marseille als die direkteste und effizienteste Option zur Verbindung der Halbinsel mit Mitteleuropa zu entwickeln.
Sie einigten sich ebenfalls darauf, die zukunftssicheren erneuerbaren Gasverbindungen zwischen Portugal und Spanien fertig zu stellen, insbesondere die Verbindung zwischen Celourico da Beira und Zamora (CelZa).
Diese Wasserstoffinfrastrukturen sollten technisch so angepasst werden, dass sie auch andere erneuerbare Gase sowie einen begrenzten Anteil an Erdgas als zeitlich begrenzte und übergangsweise nutzbare Energiequelle befördern können.
Zum Thema Strom haben die Parteien ihre volle Unterstützung für die Beschleunigung der Bemühungen um die Fertigstellung der neuen Stromverbindung über den Golf von Biskaya zum Ausdruck gebracht.
Darüber hinaus beschlossen sie, neue Stromverbindungsprojekte zwischen Frankreich und Spanien zu prüfen und umzusetzen.
In dem Kommuniqué heißt es außerdem, dass die drei Staats- und Regierungschefs am 9. Dezember in Alicante (zeitgleich mit dem Europa-Mittelmeer-Gipfel in dieser spanischen Stadt) erneut zusammenkommen würden, um über den Zeitplan, die Finanzierungsquellen und die Kosten im Zusammenhang mit der Umsetzung von BarMar zu entscheiden.
Die jeweiligen Energieminister:innen werden in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission unverzüglich die Vorbereitungen für diese Fragen sowie für die Verstärkung der Stromverbundnetze zwischen Spanien und Frankreich aufnehmen.