Spaniens Ministerpräsident behauptet, die marokkanischen Grenzkontrollen in Ceuta seien „gescheitert“
In einem spanischen Polizeibericht hieß es, die Zahl der marokkanischen Polizeibeamten im Bereich des Grenzübergangs sei „deutlich geringer als üblich“ gewesen.
Ministerpräsident Pedro Sánchez machte am Dienstag die mangelhaften marokkanischen Grenzkontrollen für die jüngste Migrationskrise in der spanischen nordafrikanischen Enklave Ceuta verantwortlich.
Mehr als 70.000 Migranten drangen am 30. und 31. Juli in einem beispiellosen und tödlichen Ansturm nach Ceuta ein.
Die meisten kehrten in den folgenden Stunden nach Marokko zurück. Mehrere Tausend sind jedoch in der spanischen Enklave geblieben, wo sich die Lage seitdem verschlechtert hat, was zu Gewaltausbrüchen und fast täglichen Demonstrationen der Anwohner geführt hat.
„Wir untersuchen, was in jenen Tagen im Juli geschehen ist, haben aber gleichzeitig Marokko um Maßnahmen und auch um Antworten gebeten, da ebenfalls klar ist, dass die marokkanischen Grenzkontrollen versagt haben“, sagte Sánchez auf Englisch während eines Interviews mit CNN in New York.
In einer Rede vor dem Parlament am 3. September erklärte Sánchez, Madrid müsse von den marokkanischen Behörden „Erklärungen und Änderungen“ einfordern, um eine Wiederholung des Migrantenstroms nach Ceuta zu vermeiden, betonte jedoch, es gebe keine „handfesten Beweise“ dafür, dass Marokko diesen inszeniert habe.
Ein der AFP vorliegender spanischer Polizeibericht besagte, die Zahl der marokkanischen Polizeibeamten rund um den Grenzübergang sei „deutlich geringer als üblich“ gewesen und die Beamten hätten „keinen ernsthaften Versuch unternommen“, den Zustrom einzudämmen.
Der Bericht stützte sich auf Satellitenbilder, öffentlich zugängliche Videos und Aussagen von Migranten.
Die spanische Regierung muss seitdem die Tausenden von Migranten, die sich noch in Ceuta aufhalten, identifizieren, um festzustellen, ob sie Anspruch auf Asyl haben. Unbegleitete Kinder dürfen nicht ohne weiteres abgeschoben werden.
(sma)